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29-Jährige kehrt zurück in die Heimat
Judith Waldhans ist neue Revierförsterin in Herdorf

Judith Waldhans (Mitte) ist neue Försterin im Revier Herdorf. Zuletzt haben sich Kira Breyer und Roland Wenks kommissarisch um das Revier gekümmert.
  • Judith Waldhans (Mitte) ist neue Försterin im Revier Herdorf. Zuletzt haben sich Kira Breyer und Roland Wenks kommissarisch um das Revier gekümmert.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

damo Herdorf. Die Zeiten, in denen nur die Bewerber im Vorstellungsgespräch für sich Werbung machen mussten, sind lange vorbei: Der Fachkräftemangel lässt grüßen. Und auch im Forst sind neue Arbeitskräfte rar. Erstaunlich offenherzig klingt also diese Stellenbeschreibung: „Das ist eine Lebensaufgabe. Wer in so ein geschundenes Revier kommt, dessen Weg ist vorgezeichnet. Der muss hunderte Hektar neuen Wald aufbauen, und zwar unter schwierigen Rahmenbedingungen.“ So umreißt Forstamtsleiter Michael Weber das Anforderungprofil, und es klingt nicht nach PR-Abteilung. Trotzdem hat sich Judith Waldhans nicht abschrecken lassen: Seit dem 1. September ist sie neue Försterin im Revier Herdorf.

damo Herdorf. Die Zeiten, in denen nur die Bewerber im Vorstellungsgespräch für sich Werbung machen mussten, sind lange vorbei: Der Fachkräftemangel lässt grüßen. Und auch im Forst sind neue Arbeitskräfte rar. Erstaunlich offenherzig klingt also diese Stellenbeschreibung: „Das ist eine Lebensaufgabe. Wer in so ein geschundenes Revier kommt, dessen Weg ist vorgezeichnet. Der muss hunderte Hektar neuen Wald aufbauen, und zwar unter schwierigen Rahmenbedingungen.“ So umreißt Forstamtsleiter Michael Weber das Anforderungprofil, und es klingt nicht nach PR-Abteilung. Trotzdem hat sich Judith Waldhans nicht abschrecken lassen: Seit dem 1. September ist sie neue Försterin im Revier Herdorf.

Judith Waldhans absolviert Lehrjahre im Forstamt Siegen-Wittgenstein

Für die 29-Jährige ist es der Einstieg in den Revierdienst: Nach ihrem Studium in Göttingen hat sie ihre „Lehrjahre“ im Forstamt Siegen-Wittgenstein absolviert, danach war sie bei Bundesforsten tätig. Jetzt also kehrt die gebürtige Daadenerin in ihre Heimat zurück – und freut sich auf die neue Aufgabe: „Der klassische Revierdienst beginnt für mich jetzt. Und das war immer mein Traum.“
Daran ändern auch die schwierigen Rahmenbedingungen nichts – obwohl gerade das Forstrevier Herdorf viele Herausforderungen bieten wird. Zum einen, weil auch dort der Borkenkäfer gewütet und gut 400 Hektar Brachfläche hinterlassen hat; zum anderen durch seine schiere Größe, denn das Revier erstreckt sich von Herdorf über Weitefeld bis nach Nauroth.

Der Borkenkäfer bleibt bis zum bitteren Ende

Und so wird die neue Försterin in der ersten Zeit vor allem ihr Revier kennenlernen müssen. „Das wird sicher einige Zeit in Anspruch nehmen“, meint Kira Breyer. Sie weiß, wovon sie redet: Nach der Pensionierung des langjährigen Försters Elmar Weck hat die Regionalförsterin aus dem Forstamt Rennerod gemeinsam mit Roland Wenks, der in Altenkirchen für die Revierdienst-Unterstützung zuständig ist, kommissarisch das Kommando über den Herdorfer Wald übernommen.

Judith Waldhans will die Akteure vor Ort kennenlernen

Die beiden Übergangs-Revierleiter haben noch einige Pflöcke eingeschlagen: Einige Pflanzungen für den Herbst sind bereits geplant. Und Breyer wird Waldhans in den kommenden Wochen zur Seite stehen. „Wir werden das Revier abfahren, die nächsten Maßnahmen anschauen: Wo müssen noch Fichten geerntet werden, wo sollte prioritär aufgeforstet werden?“, erklärt Judith Waldhans. Und dann will sie den Fokus darauf richten, die verschiedenen Akteure kennenzulernen: Der Wald im Forstrevier Herdorf gehört nicht nur dem Land, sondern auch einigen Kommunen – vor allem aber gibt es dort mehr als ein halbes Dutzend Haubergsgenossenschaften und Waldinteressenten.

Die sind trotz der widrigen Rahmenbedingungen motiviert – das jedenfalls ist der Eindruck, den Breyer und Wenks in ihrer Herdorfer Zeit gewonnen haben. „Die Genossen sind sehr ambitioniert, die stecken den Kopf nicht in den Sand“, meint Wenks. Trotzdem wird Judith Waldhans sicher auch manchmal motivieren müssen: In ihrem Revier sind die Perspektiven für die Herdorfer Waldbesitzer schließlich genauso finster wie anderswo. 90 Prozent der Einnahmen fehlen, die Fixkosten bleiben – und über all dem steht ein gigantisches Fragezeichen: Auf welche Baumarten will man setzen, ohne zu wissen, wie sich die klimatischen Bedingungen in den nächsten Jahrzehnten entwickeln?

Revierförsterin Judith Waldhans setzt auf Mischwald

Judith Waldhans hat natürlich kein Patentrezept, aber sie lässt anklingen, dass eine breite Streuung nicht der schlechteste Weg sein dürfte. „Es gibt ja genug Untersuchungen aus wärmeren Ländern, da sollten wir auf die Erfahrungen zurückgreifen.“ Aber: „Wir dürfen auch das Nadelholz nicht verteufeln“, meint sie und nennt exemplarisch Douglasie und Küstentanne, Schwarzkiefer und Weißtanne. Und Fichten? „Wenn die Fichte aus Naturverjüngung kommt, nehmen wir sie gerne mit. Denn sie hat dann eine deutlich bessere Verwurzelung als Pflanzen aus Baumschulen.“ Ohnehin gelte es, nicht gegen die Natur, sondern mit ihr zu arbeiten. „Da, wo Naturverjüngung stattfindet, sollten wir sie nutzen.“
All das wird Jahre dauern – und Forstamtsleiter Weber setzt darauf, dass seine neue Mitarbeiterin für Kontinuität steht: „Ich hoffe, sie macht jetzt die nächsten Jahrzehnte Herdorf.“ Dort angekommen ist Judith Waldhans jedenfalls: Sie lebt jetzt mit ihrer Familie im Haus ihres Großvaters – im Städtchen.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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