Spaßige Krauthoohn-Sitzung dient dem guten Zweck
Karneval im Sommer? Klar!

Wer sagt eigentlich, dass ein Elferrat immer elf Mitglieder haben muss? Die Krauthööhner jedenfalls halten sich mit solchen Nebensächlichkeiten nicht lange auf.  Fotos: gum
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  • Wer sagt eigentlich, dass ein Elferrat immer elf Mitglieder haben muss? Die Krauthööhner jedenfalls halten sich mit solchen Nebensächlichkeiten nicht lange auf. Fotos: gum
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gum Herdorf. Karneval im Hochsommer? Geht das überhaupt? Na klar – und wie das geht! Zumindest im „Städtchen“. In Geimers Sportsbar waren am Samstagabend fast alle Plätze besetzt, was sicher nicht am plötzlich einsetzenden Regen lag, sondern daran, dass die Herdorfer wissen, was sie bei der Krauthoohnsitzung erwartet.

Bereits zum dritten Mal, immer mit einer jährlichen Pause dazwischen, veranstaltet die Prinzengarde der KG Herdorf die Sitzung als Gegenpart zur Karnevalssession, und die meisten der Eintrittskarten waren schon im Vorverkauf an den Mann oder die Frau gebracht worden.

Und am Samstagabend ging es bei der Benefizveranstaltung äußerst locker zu. Der Beginn wurde kurzerhand um 20 Minuten verschoben, bis dahin vertrieben sich einige der Gäste schon mal die Zeit mit einem Tänzchen. Vor der Tür wurden noch schnell die Hööhner präpariert, Pfarrer Fux wollte vor seinem Auftritt partout nicht korrekt in sein Gewand passen, und drinnen wurde die Stimmung immer ausgelassener. Endlich ging es los, und zwar mit dem Einmarsch des auf einer Trage liegenden Krauthoohns und den dazu gehörigen Trägern.

Die Moderation des Abends übernahm das Prinzenpaar Janik Jung und Daniel Schmidt, die damit das Dreigestirn Denise Flammang, Ingrid Demaie und Elke Schmidt ablösten: Ob zwei oder drei, Dreigestirn oder Prinzenpaar, das normalerweise auch nicht von zwei Männern gebildet wird – all das kriegt sich nicht so genau, meinte Christoph Imhäuser, neben Andreas Löhr einer der Präsidenten, in seiner lapidaren Erklärung. Und genauso spielte sich das Programm ab.

Nach dem Wecken des Krauthoohns alias „Zacki“ alias Sven Unverzagt durch Pfarrer Fux (Andreas Löhr) konnte der sommerliche Karneval starten – und das tat er Schlag auf Schlag. Mittlerweile hatte der Elferrat, bestehend aus sechs Personen, auf der Tribüne Platz genommen, von wo er das ausgelassene Geschehen trotz räumlicher Enge bestens verfolgen und teilweise auch entsprechend kommentieren konnte. Die „Krauthoohn-Legebatterie“ begrüßte die Gästeschar, gefolgt vom Auftritt der „Gecken Höhner“. Der „Bär“, dessen tatsächlicher Name den Narren bestens bekannt sein dürfte, unterhielt mit witzigen Büttenreden und dem leicht abgewandelten Song von Bernd Stelter: „Ich habe drei Haare auf dem Kopf, ich bin ein Bär“. Er bekam – wie auch „Der Ströhrer“ (Walter Neuser) – viel Beifall und den entsprechenden Tusch.

Alle Akteure erhielten den Krauthoohn-Orden, und natürlich wurden sie mit den sorgfältig einstudierten Schlachtrufen „Krauthoohn, Krauthoohn und Korn nach vorn“ belohnt. Die Polka-Tanzgruppe unter der Leitung von Louisa Beel bekam stürmischen Applaus für ihren „Bierkapitän-Tanz“.

Daniel Schmidt, vereinsamter Teil des Hellertal-Duos, erzählte von einer Zugfahrt nach Köln und nahm dabei die Hahnengel kräftig aufs Korn. Und der noch amtierende Prinz Steffen I. (John) begrüßte natürlich ebenfalls das närrische Volk, ehe nach der mittlerweile dritten Schunkelrunde und einer Polonaise, im wahrsten Sinne des Wortes über Tische und Bänke, der Hööhnertanz vor dem großen Finale noch einmal richtig einheizte.

Der Erlös des Abends ist wieder für einen sozialen Zweck bestimmt. Seit über einer Woche sind Kinder aus der Region Tschernobyl im Kreis Altenkirchen zu Besuch. Von der Caritas Betzdorf, die sich seit Jahren in den Ferienmaßnahmen für die Kinder aus der weißrussischen Region mit vielen ehrenamtlichen Helfern engagiert, war Sozialarbeiterin Stefanie Breiderhoff mit einer Abordnung ebenfalls bei der Veranstaltung in Herdorf zu Gast. Sie dankte der Prinzengarde herzlich für das Engagement und die großherzige Spende.

Wer sagt eigentlich, dass ein Elferrat immer elf Mitglieder haben muss? Die Krauthööhner jedenfalls halten sich mit solchen Nebensächlichkeiten nicht lange auf.  Fotos: gum
Als das Krauthoohn endlich erweckt war, konnte das Programm richtig losgehen.
Autor:

Gaby Wertebach (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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