Kostbarkeiten aus der Tiefe des Siegerlands

Größte Mineralienausstellung des Sassenrother Bergbaumuseums eröffnet / »Museum im Museum«: Private Sammler stellen aus

fram Sassenroth. Der Ausstellungszyklus »Museum im Museum« im Bergbaumuseum Sassenroth, der Privatsammlern die Möglichkeit bietet, ihre Schätze zu präsentieren, erwies sich mit glitzernden Exponaten schon bei der Eröffnung am Sonntag als wahrer Publikumsmagnet. Zu bestaunen sind rund 200 Mineralien aus dem Siegerland, die größte Mineralienausstellung des Museums bisher. Museumsleiter Achim Heinz ist zufrieden, und da die Mineralien gut in Szene gesetzt sind, auch die Aussteller.

Josef Dreier aus Herdorf sammelt seit 15 Jahren und hat sich vor allem auf Brauneisenstein in allen Variationen spezialisiert. Rund 160 Stücke besitzt er bereits. Florian Geldsetzer, ein Betzdorfer, der jetzt in Duisburg wohnt, hat in zwölf Jahren gut 500 Mineralien systematisch angehäuft. Heiner Frisch aus Siegen bezeichnet sich selbst als Ästhet unter den Sammlern. Er widmet sich seit 35 Jahren seiner Leidenschaft, die mit einem vom gesamten Taschengeld erstandenen Bergkristall begann und in bisher gut 200 ausgesuchten Stücken fruchtete. Seine Vorliebe gilt dem Schwerspat und dem Bleiglanz, sein »Revier« ist das nördliche Siegerland um Müsen und Littfeld. Von dort stammen seine Favoriten, ein Cerussit (Weißbleierz) aus der Grube Victoria im Revier Müsen etwa. Das zuerst verdreckte Stück offenbarte bei der Röntgenuntersuchung einen Silbereinschluss. Das sind für Frisch echte Glücksmomente.

Exponate wie diese findet man aber längst nicht mehr. Viele Halden sind zugeschüttet oder zugewachsen, Gruben versperrt und schlichtweg ausgeräumt. Ein gepflegtes Netzwerk zu anderen Sammlern ist daher unverzichtbar, will man eine ansehnliche Sammlung anlegen.

Was für den Laien einfach schön und kostbar aussieht, das ist für den Experten ein offenes Buch. Jede der rund 40 Gruben, aus denen die Ausstellungsstücke stammen, hat ihre eigene Visitenkarte. Die Strukturen der Mineralien weisen auf ein bestimmtes Gebiet hin. Aus der Kombination von Ort und Mineral ergibt sich für das geübte Auge schließlich der Seltenheitswert. Doch auch Josef Dreier weiß natürlich die Äußerlichkeiten seiner Raritäten zu schätzen. So ist er immer gespannt, was die Betrachter in seinem Limonit aus der Grube Hohe Grete bei Siegen sehen. Mal kugelig, nierig, säulenähnlich bilden sich die Aggregate auf diesem farblich angelaufenen Brauneisenstein aus, setzen sich zu Wäldern, Kathedralen und Ornamenten zusammen.

Eher von schlichter, aber intensiver Farbschönheit ist die zartrosa Kobaltblüte – ein Name, so poetisch wie der Anblick des Exemplars. Dreiers Lieblingsstücke stammen aus dem südlichen Siegerland. Die dortigen Erzgänge bilden die Spielarten des Brauneisensteins aus, im Gegensatz zu den Metallerzgängen des Nordens, einem Herkunftsort von Bleiglanz und Kupferkies.

Da schon einmal Experten vor Ort waren, besuchten auch gespannte Besucher mit ihren eigenen Sammlungen das Museum. So mancher ging mit der Gewissheit nach Hause, wirklich einen glücklichen Fund, Kauf oder ein Erbe gelandet zu haben. Die Ausstellung ist bis zum 29. Juni zu sehen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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