Lanzenbruch für die Ganztagsschule

Ein Jahr nach dem Start zieht die Don-Bosco-Schule in Herdorf eine positive Bilanz

goeb Herdorf. Die Ganztagsschule (GTS) als ein Stück Schulleben betrachten und nicht ausschließlich als Betreuungsangebot – dafür wirbt der Leiter der Regionalen Schule Herdorf, Hans-Werner Nentwig. Die Don-Bosco-Schule besitzt seit einem Jahr Erfahrung mit dem Ganztagsschulangebot. Rektor Nentwig gibt sich als großer Befürworter der Ganztagsschulmodells zu erkennen. In Herdorf entschlossen sich 168 von 410 Schülern zur Teilnahme am Ganztagsschulbetrieb. Eine erste Evaluation – eine Bewertung – des neuen Angebots, seine Auswirkung auf die schulischen Leistungen der Schüler, nahmen jetzt Nentwig und stellv. Schulleiterin Lena Daub vor. Fazit: Der Ganztagsschulbetrieb wirkt sich trotz Anfangsschwierigkeiten positiv auf die Leistungen der Jungen und Mädchen aus.

Verbindliche Teilnahme an Lernzeit

Untersucht hatten die Pädagogen die Leistungsentwicklung in den drei Kernfächern Englisch, Mathematik und Deutsch. So hatten 22 von 28 Siebtklässlern im vergangenen Schuljahr mindestens einen Förderkurs besucht. Alle Siebtklässler nahmen verbindlich an der Lernzeit teil (60 Minuten pro Tag). Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass dreiviertel der teilnehmenden Schüler entweder ihre Leistungen hielten oder sie sogar verbesserten. In der Jahrgangsstufe 8 zeichnete sich eine ähnliche Tendenz ab, allerdings mit leichten Abstrichen.

Erst spät in Berührung damit gekommen

Laut Nentwig und Daub lässt die Motivation in den höheren Klassen nach. Hier seien die Heranwachsenden offenbar weniger geneigt, ihre Freizeit zu »opfern«. Die Pädagogen geben aber zu bedenken, dass sich diese Altersstufe zum einen in einer kritischeren Phase befinde, zum anderen erst spät mit dem GTS-Angebot in Berührung gekommen sei. »Wir versprechen uns eine viel höhere Akzeptanz bei älteren Schülern, die dieses Angebot schon seit längerem kennen, so Lena Daub.

Festes Konzept

Dass in der Zeit des »stillen Lernens« kleinere Gruppen günstiger sind als größere, ist ebenfalls ein Ergebnis der Untersuchung. Man möchte die Gruppen in Zukunft nochmals teilen. Und: »Die Lernzeit braucht ein festes Konzept. Das haben wir gemeinsam mit Schülern und Lehrern erstellt. Alle müssen sich verbindlich daran halten. Das erfordert Konsequenz und Disziplin bei Schülern und Lehrern.«

Der Förderunterricht könne effektiver gestaltet werden, wenn er von Kollegen angeboten werde, die auch selbst in der Klassenstufe unterrichten. Dies sei bereits im laufenden Schuljahr so organisiert worden, hieß es.

»Kann enorm motivierend sein«

Viel Überzeugungsarbeit sei vor allem bei solchen Schülern notwendig, die man noch nicht erreicht habe, so betonten Daub und Nentwig unisono. Lena Daub: »Wenn die Schüler merken, dass sie davon profitieren und sich ihre Leistungen verbessern, kann das enorm motivierend sein.« Neben Auftrieb bei den schulischen Leistungen werde die soziale Kompetenz der Kinder gestärkt.

Modell der Zukunft

Für die Halbtagsschüler hat man Projektgruppen und AGs geöffnet, jedoch nicht den Förderunterricht. Am liebsten wäre der Schulleitung natürlich, wenn sich deutlich mehr Familien bzw. die Kinder zum Ganztagschulbesuch entschlössen. Die Pädagogen halten sie für das Modell der Zukunft. Hans-Werner Nentwig: »Von uns aus könnten wir die Ganztagsschule ab morgen verpflichtend machen.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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