»Lebendiges Museum« ist jetzt 100 Quadratmeter größer

Bergbaumuseum in Sassenroth hat ein Foyer bekommen / Einweihung mit Wirtschaftsminister Bauckhage

damo Sassenroth. Vorgestern stand im neuen Anbau des Bergbaumuseums noch eine Säge – gestern ein Rednerpult. Denn obwohl noch nicht alle Arbeiten an dem Erweiterungsbau fertig gestellt sind, wurde gestern die offizielle Einweihung gefeiert. »Wir haben die Einweihung vorgezogen, damit einer der Gäste noch als Minister dabei ist«, erklärte Landrat Dr. Alfred Beth mit Blick auf Hans-Artur Bauckhage. Beth betonte, dass gerade Hans-Artur Bauckhage sich für das neue Foyer des Kreis-Bergbaumuseums stark gemacht habe.

Das schlägt sich natürlich auch in den Zahlen nieder: Das Land übernimmt von den rund 375000 Euro Baukosten rund 160000 Euro – und das, obwohl das Wirtschaftsministerium auf den ersten Blick nicht der richtige Zuschussgeber ist. Aber auf den zweiten Blick, stellte Bauckhage klar: »Das Bergbaumuseum ist nicht nur ein lebendiges Stück Bergbaugeschichte, sondern auch ein Highlight für den Tourismus. Und das gilt es zu fördern«, sagte der Noch-Minister.

Deshalb wurde im November mit dem Bau eines großzügigen Foyers begonnen; auf rund 100 Quadratmeter sollen vor allem Gruppen und Schulkinder ein wenig Platz finden. Bislang »mangelte es an Platz; so war es üblich, dass Kinder im Stehen oder auf der Treppe sitzend begrüßt wurden und dass sie dort ihre Pausenbrote verspeisen mussten«, erklärte Landrat Dr. Beth. Das sei aber nicht angemessen, denn das Museum erfülle eine wichtige Funktion: Es diene dazu, die Heimatgeschichte lebendig zu halten.

Das griff auch Hans-Artur Bauckhage in seiner Ansprache auf. Er machte deutlich, dass mittlerweile ein anderer Umgang mit der Heimatgeschichte möglich sei. Der Staatsminister erinnerte daran, dass bei der Gründung des Museums im Jahr 1982 viele Menschen noch hautnah die Schattenseiten des Bergbaus erlebt hatten – schwere Arbeit, tragische Grubenunglücke, Staublunge. Heute hingegen erscheine die Heimatgeschichte in einem anderen Licht; und da gerade die Montanindustrie das Siegerland nachhaltig geprägt habe, sei es wichtig, daran zu erinnern und das Andenken lebendig zu halten.

Das versucht das Bergbaumuseum — und nach den Worten von Landrat Dr. Beth mit großem Erfolg. Beth würdigte nicht nur das große Engagement und das ausgeprägte Fachwissen von Museumsleiter Achim Heinz, sondern ging vor allem auf die pädagogische Konzeption ein. Denn von den rund 120000 Gästen, die das Museum schon besucht haben, waren gut die Hälfte Schüler – und das nicht ohne Grund. »Es ist ein lebendiges Museum«, bescheinigte der Landrat.

Das wurde auch deutlich, als Achim Heinz darstellte, was das Museum an Angeboten offeriert. So werden immer wieder neue Sonderausstellungen gezeigt, Exkursionen und Vorträge angeboten, Kindergeburtstage ausgerichtet und Ferienspaß-Aktionen initiiert. In den Sommermonaten ist Achim Heinz mit den Kindern oft unterwegs – dann geht es, ausgestattet mit Hammer und Schutzbrille, auf alten Bergwerkshalden auf die Jagd nach Katzengold. Und jetzt, nach der Einweihung des Foyers, haben die Kinder endlich auch einen passenden Platz, um anschließend bei einem Glas Limo ihre Schätze zu bestaunen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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