Von "Modern Talking" bis zu den "Village People" (mit Bildergalerie)
Musik ist bei der DJK Trumpf

Das Ballonseide-Duo „Modern Talking“ feierte in Herdorf eine Reunion: Thomas Schuhen und Uwe Geisinger als Dieter Bohlen und Thomas Anders. Beim der DJK-Sitzung lautete der Schlachtruf „Viva la Musica!“.
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  • Das Ballonseide-Duo „Modern Talking“ feierte in Herdorf eine Reunion: Thomas Schuhen und Uwe Geisinger als Dieter Bohlen und Thomas Anders. Beim der DJK-Sitzung lautete der Schlachtruf „Viva la Musica!“.
  • Foto: dach
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dach Herdorf. Was haben Daadener und Dermbacher gemeinsam? Sie werden im Herdorfer Karneval samt und sonders durch den imaginären Kakao gezogen. Wobei der Trend in den vergangenen Jahren ganz klar zum Hahnengel geht. Das war auch am Samstagabend nicht anders. Bei der ersten DJK-Sitzung widmeten etwa Peter Schlosser und Christoph Düber ihren Nachbarn sogar ganze Lieder. Wenngleich auch das geliebte Herdorf ebenso besungen wurde (allerdings mit anderem Tenor): „Nä, wat wird oos Hellerstädtchen wirrer schüen“, textete das Duo angesichts der Großbaustelle und weiterer Projekte.

Musik war sowieso Trumpf im Knappensaal. Das auf den ersten Blick etwas profan wirkende Thema „Viva la Musica“ entpuppte sich binnen weniger Augenblicke als echter Volltreffer. Bereits mit seinem Begrüßungsvideo sorgte Prinz Dirk I. (Eickhoff) für ordentlich Stimmung. Wer sich unter anderem als Elvis, Heino und Britney Spears präsentiert, der hat verstanden, wie Karneval funktioniert.

Die Vorstellungsrunde seines Elferrats entpuppte sich als musikalische Zeitreise – vom Charleston bis in die Achtziger. Des Themas hatten sich auch die Sitzungspräsidenten angenommen: Thomas Schuhen machte den Dieter Bohlen und Uwe Geisinger gab den Thomas Anders – stilecht mt Nora-Kette. „Modern Talking“ sah nie besser aus. Und ihre lebenden Gitarren – die Söhne Felix und Maximilian – kennen auch schon Daaden-Witze.

Bis in die Nacht hinein – wie es sich für einen tollen Tanzabend gehört – wurde mit den Bollnbachern geschunkelt und mit den Akteuren auf der Bühne gelacht. Nicht umsonst begrüßte der Präsident der KG Herdorf, Marco John, die Narrenschar beim abschließenden Besuch mit „guten Morgen“. Da war es bereits nach 1 Uhr.

Ein wirklich gelungenes Debüt gab eingangs Leon Prey, im Zwiegespräch mit Tim Fastnacht. Die Unterhaltung um Schlaflosigkeit und Gartenarbeit endete mit Schillers Wilhelm Tell – zumindest fast. Die Sketchgruppe (Christian Grünebach, Michael Grünebach, Jens Neuser, Markus Rüggeberg und Steffen Link) hatte nicht nur mit einem Gemeinschaftszimmer im Hotel zu kämpfen, sondern vor allem mit einer Kerze, die partout nicht ausgehen wollte. Das „Hellertal-Duo“ (Stephan Romschinski und Daniel Schmidt) war einmal mehr mit sich selbst beschäftigt. Auch im elften Jahr stellt sich die Frage, wer von den beiden ungeschickter durchs Leben stolpert. Und: Sind die USA wirklich die Nachbarn von USB?

Marius Boldt und Thomas Euteneuer verschlug es als Rentner in einen Biergarten. Und während der eine sich angesichts eines hübschen Mädchens in Sichtweite wünschte, nochmal 20 zu sein, bekam er von seinem Saufkumpanen zu hören: „Bis du bekloppt? Für fünf Minuten Spaß nochmal 45 Jahre schaffen?“

Die „Golden Chicken Singers“ zeigten, wie man sich in Zeiten von Youtube schminkt – mit der Unterstützung von Beethoven. „Ött und Ött“ (Brigitte Romschinski und Christiane Schwanke) kamen als Herdorfer Heinzelmännchen daher. Sie wollten vor allem im Rathaus eingreifen und auch dem Bauhof helfen: die Sandhalde kehren und die Heller gießen.

Die Domspatzen kamen wieder mit einer Mega-Nummer auf die Bühne. Dabei wurde nicht nur das Ehepaar Norbert und Silke Stockschläder mit seiner Klimanotstands-Petition in Sketch-Sequenzen und Liedern auf den Arm genommen, sondern auch das Bistum Trier und seine verhinderte Reform. Die KG bekam genauso ihr Fett weg, und natürlich die Nachbarschaft hinterm Berg, Stichwort: stehender Festzug! Als grandiose Einrichtung wurde hingegen der N73 gepriesen, der Nachtbus von Betzdorf nach Herdorf. Und ein Liedchen über Freibier (auch bei Einwohnerversammlungen) geht immer.

Als Ehrengäste wurden neben Pater Sijo Mathew Thottathil und dem Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach (verkleidet als Greta Thunberg) auch die „siamesischen Zwillinge der Verbandsgemeinde“ begrüßt, die Beigeordneten Anneliese Heß und Roswitha Denker. Bauhof-Chef Jörg Schmidt bekam genauso einen Orden wie Bärbel Schlosser als Vorsitzende des Kirchenchors und Uschi Knautz, stellvertretende Vorsitzende des Chors Encantada.

Selbstverständlich war das Programm nicht nur mit Pointen gefüllt, sondern traditionell auch mit zahlreichen Tänzen. Und die konnten sich durch die Bank wirklich sehen lassen. Komplett in Grün präsentierte sich die Jugendtanzgruppe der KG (Trainerin: Annika Schwanke), hatte sie sich doch dem Thema Irland und einer Kobold-Mythengeschichte verschrieben. Karnevalistisch-traditionell kam die Jugend der „Strolche“ des Knappenvereins (Paula Hof) daher – und dabei nicht minder eindrucksvoll.

Zu heißen Latin-Klängen bewegte sich die DJK-Gruppe „Taktgefühl“ (Natalie Zwiorek) über die Bretter, die die Welt bedeuten. In Pink und Schwarz setzten sie einen sehenswerten Farbtupfer im jecken Treiben. Ihre DJK-Schwestergruppe „Remix“ (Rita Christ) hatte sich als Thema den Rockabilly ausgesucht. Entsprechend schwungvoll ging es hier zur Sache. Bei den Herdorfer Rhythmusmaschinen (Jens Dapprich und Sarah Stark) ging es mit „Rock am Stock“ eher um Lacher denn um ausgefeilte Tanzschritte – einigen Hebefiguren zum Trotz. Das trifft auch auf die Einlage aus den Reihen des Elferrats zu. Von Nadine Ecke choreographiert und Prinz Dirk angeführt, schlüpften sechs Männer in die Rollen der „Village People“ und gaben – na klar – „YMCA“ zum Besten.

Mit „50 Shades of Pompös“ kamen „Dance4Fun“ der Sportfreunde (Monika Metz und Lena Stausberg) daher. Und vor dem großen Finale räumte der gesamte Hofstaat von KG-Prinz Peter IV. die Bühne. Denn das Tanzcorps der KG (Leon Kopac) präsentierte seine glitzernde Las-Vegas-Show, der Titel: „Zwischen Glücksspiel und Magie“.

Für den Wermutstropfen des Abends (bei der zweiten DJK-Sitzung dürfte das noch melancholischer ausfallen) sorgte das Tanzpaar der KG, Lena-Marie Zimmermann und Leon Kopac (Michaela Kopac). Sie bestreiten nach 15 Jahren auf der Bühne ihre letzte Session – und zeigten mit ihrer Kür „Ich hab’ dich im Gefühl“ nochmal allen, warum sie etwas ganz Besonderes im hiesigen Karneval sind. Dafür gab’s stehende Ovationen.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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