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Imposante Krabbeltiere
Nashornkäfer im Mulch gefunden

In dem zersetzten Rindenmulch hat Thomas Cinner den Nashornkäfer zufällig entdeckt.
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rai Herdorf. Elmar Weck und der Nashornkäfer hätten sich doch eigentlich irgendwo im Wald begegnen müssen. Schließlich ist der eine Förster, der andere ein Waldkäfer. Und doch: „Ich habe noch nie einen lebenden Nashornkäfer vor Augen gehabt“, sagt Weck. Nun ist der Nashornkäfer zu dem pensionierten Förster nach Hause gekommen. Ein weibliches und ein männliches Tier. Letzteres ist an dem „Nashorn“ auf dem Kopf leicht auszumachen.
Larven im RindenmulchNun haben die beiden Krabbeltiere nicht von sich aus die Begegnung mit dem in Herdorf lebenden Weck gesucht: Thomas Cinner stellte den Kontakt her.

rai Herdorf. Elmar Weck und der Nashornkäfer hätten sich doch eigentlich irgendwo im Wald begegnen müssen. Schließlich ist der eine Förster, der andere ein Waldkäfer. Und doch: „Ich habe noch nie einen lebenden Nashornkäfer vor Augen gehabt“, sagt Weck. Nun ist der Nashornkäfer zu dem pensionierten Förster nach Hause gekommen. Ein weibliches und ein männliches Tier. Letzteres ist an dem „Nashorn“ auf dem Kopf leicht auszumachen.

Larven im Rindenmulch

Nun haben die beiden Krabbeltiere nicht von sich aus die Begegnung mit dem in Herdorf lebenden Weck gesucht: Thomas Cinner stellte den Kontakt her. Aber der Reihe nach: Der 49-jährige Cinner aus Herdorf war auf einem Anwesen an der Erzstraße 8 damit beschäftigt, einen Berg aus gut zersetztem Rindenmulch auf die Schubkarre zu verladen und zu verteilen. Bis er zwei große Larven in dem Material entdeckte. Seine Neugier war geweckt. Und so brachte er die Larven zu Förster Weck, um zu erfahren, wer sich da im Rindenmulch entwickelt.
Der Hirschkäfer fiel Weck zu den Larven ein. Es könnte aber auch der Nashornkäfer sein, denn die Larven sehen sich ähnlich. Diese kam jedenfalls wieder zurück an ihren Platz. Es sollte aber nicht bei diesem einen Fund bleiben. Der Zufall meinte es gut an diesem Tag. Zur Überraschung von Cinner krabbelte jetzt noch ein imposanter Käfer mit einem ebensolchen Horn aus dem kleinstückigen Berg aus Rindenmulch heraus.

Männlicher und weiblicher Nashornkäfer

Wenig später klingelte Cinner wieder bei Förster Weck. Er hatte ein weiteres Käferexemplar mitgebracht, das zweite ohne Horn. Nun bestand kein Zweifel mehr: Es handelt sich um Nashornkäfer. Sozusagen ein Pärchen. Denn das Weibchen ist daran zu erkennen, dass es eben nicht mit einem Horn ausgestattet ist.
Die imposanten Krabbeltiere im Original vor sich zu haben, das freute Weck, war es für ihn doch auch eine Premiere. Bei seiner Ausbildung zum Förster Anfang der 1980er-Jahre hatte er aufgenommen, dass der Nashornkäfer ganz was Seltenes ist. Und: Wer den imposanten und großen Brummer in seinem Revier hat, der hat altes, faulendes Eichenholz. „Ein Zeichen für einen lebendigen und vielfältigen Lebensraum“, erinnert sich Weck zurück. Nach dem Zufallsfund von Cinner blätterte der Förster nun in der Literatur – und staunte nicht schlecht: „Der Nashornkäfer ist ein Kulturfolger.“ Im Wald sei der Käfer seltener als in der Nähe von Menschen. Die in Herdorf entdeckten Exemplare sind der beste Beweis.

Gute Bedingungen in Komposthaufen

„Ich bin schon etwas enttäuscht, dass der Nashornkäfer gar nicht so selten ist“, schmunzelt Weck. Komposthaufen und Hackschnitzelhaufen sucht der Käfer offenbar auf, weil er dort gute Bedingungen für sich und seine Nachkommen findet. Und weil er offenbar anpassungsfähig ist.
Hackschnitzelhaufen könnten sich jedoch auch zur Käferfalle entwickeln, gibt der Förster zu bedenken. Denn die Brut lebt bis zu fünf Jahre in dem abgestorbenen und sich zersetzenden Material.
„Es rechnet ja keiner damit, dass die Larven inzwischen darin leben“, sagt Weck. Wird der Haufen abgetragen, verlieren die Larven die Bedingungen, die sie für ihre Entwicklung benötigen. Auch wenn der schöne Käfer gar nicht so selten ist, so ist er eine geschützte Art. Diese darf nicht gefangen werden, und die Lebensräume dürfen nicht zerstört werden.

Käfer sollen Zuhause behalten

Der pensionierte Förster kann sich auch vorstellen, dass sich der Nashornkäfer an Holzsammelplätzen für Eichenstämmen in den abgefallenen Rinden, die sich zu Mulm zersetzen, einnistet. Vorausgesetzt, das Material wird nicht beim Wegebau wieder beiseite geschafft.
Im Ursprung sei es ein Waldkäfer, sagt Weck: „Der Ausdruck Kulturfolger ist sicher angepasst.“ Und die Herdorfer Käfer und Larven? Die hat Thomas Cinner wieder vorsichtig in dem zersetzten Rindenmulch gesetzt. Und er will sich dafür einsetzen, dass der Haufen erhalten bleibt.
Im Übrigen lag das Material schon zwei Jahre an Ort und Stelle. Bei Bedarf hatte Cinner immer mal etwas weggenommen und verteilt. Damals war es aus Neunkirchen angeliefert worden. Fest steht, dass es dem Nashornkäfer und der Brut gut bekommt.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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