SZ

Christoph Dübers Lebenswerk gedrittelt
Neue Wege für "Okay Veranstaltungen"

Wollen den Dampfer „Okay-Veranstaltungen“ auf Kurs halten (vorne, v. l.): Patrick Lück, Eric Söhnholz, Tobias Link und Patrick Schumacher. Christoph Düber (hinten, r.) mischt nach wie vor mit, Michelle Angerer unterstützt Patrick Lück bei der Künstlervermittlung, und Oliver Rohrbach als IHK-Chef drückt die Daumen.
  • Wollen den Dampfer „Okay-Veranstaltungen“ auf Kurs halten (vorne, v. l.): Patrick Lück, Eric Söhnholz, Tobias Link und Patrick Schumacher. Christoph Düber (hinten, r.) mischt nach wie vor mit, Michelle Angerer unterstützt Patrick Lück bei der Künstlervermittlung, und Oliver Rohrbach als IHK-Chef drückt die Daumen.
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  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

dach Herdorf. Mit Sechziiiiig ist so langsam Schluss: Frei nach Udo Jürgens flitzt derzeit Christoph Düber mit Siebenmeilenstiefeln dem Vorruhestand zum Jahresende entgegen. Der große Zampano in Sachen Events im AK-Land (und darüber hinaus) macht Schluss, zumindest auf Raten. Das, was die SZ bereits vor einigen Wochen berichtet hatte, machte Düber gemeinsam mit seinen Nachfolgern gestern bei einem Pressegespräch im ehemaligen Barbara-Kindergarten an der Bollnbach offiziell.

Hier, in der Zentrale von „Okay-Veranstaltungen“, stellte der Ur-Herdorfer vor, dass seine Firma künftig in drei Sparten aufgeteilt wird, konkret zum 1. Januar 2020.

• Die Vermittlung von Künstlern übernimmt dann unter dem Titel „Okay Künstler & Acts“ Patrick Lück;

dach Herdorf. Mit Sechziiiiig ist so langsam Schluss: Frei nach Udo Jürgens flitzt derzeit Christoph Düber mit Siebenmeilenstiefeln dem Vorruhestand zum Jahresende entgegen. Der große Zampano in Sachen Events im AK-Land (und darüber hinaus) macht Schluss, zumindest auf Raten. Das, was die SZ bereits vor einigen Wochen berichtet hatte, machte Düber gemeinsam mit seinen Nachfolgern gestern bei einem Pressegespräch im ehemaligen Barbara-Kindergarten an der Bollnbach offiziell.

Hier, in der Zentrale von „Okay-Veranstaltungen“, stellte der Ur-Herdorfer vor, dass seine Firma künftig in drei Sparten aufgeteilt wird, konkret zum 1. Januar 2020.

• Die Vermittlung von Künstlern übernimmt dann unter dem Titel „Okay Künstler & Acts“ Patrick Lück;

• die Hamburger Agentur „MyDearCaptain“ kümmert sich von da an vor allem um die Businessevents, also um die Veranstaltungen von Firmen;

• unter dem altbekannten Namen „Okay Veranstaltungen“ behält Düber mit fünf Mitarbeitern die Organisation der Events in der Betzdorfer Stadthalle und in der Genusswerkstatt Haiger unter seinen Fittichen.

„Ich meine, ich müsste ab nächstes Jahr ein paar Schritte zurücktreten“, sagt Christoph Düber zu Begründung. Sein Telefon schaffe das alles nicht mehr, schiebt er in gewohnt humorvoller Art nach. Als Beispiel nennt er das Arbeitsaufkommen seiner Firma im vergangenen Juni: „Da hatten wir 54 Veranstaltungen.“ Bei jedem Event müsse eine Liste von 50 bis 100 Punkten abgearbeitet werden. „Und wenn du dann zwölf Veranstaltungen an einem Wochenende hast…“, erläutert Düber und fängt an zu gestikulieren, was in einer Balla-balla-Handbewegung endet.

Soll heißen: Bereits vor vier Jahren habe er sich den 60. Geburtstag als entscheidende Wegmarke ausgeguckt. Von da an wollte er es ruhiger angehen lassen. Dumm nur, dass zunächst niemand seinen Job haben wollte. Erst, als er sich selbst keinen Druck mehr für eine Nachfolge gemacht habe, sei es zum entscheidenden Impuls gekommen.

Nicht ganz unschuldig daran ist Oliver Rohrbach. Der Regionalgeschäftsführer der Altenkirchener IHK lebt in Bruchertseifen – dort, wo Tobias Link seine Wurzeln hat. Link hat im vergangenen Jahr in seiner hanseatischen Wahlheimat gemeinsam mit Eric Söhnholz den Schritt zum Gründer getan. Mit der Agentur <jleftright>„MyDearCaptain“ bedienen sie vor allem größere Kunden aus Industrie und Handel – mit größeren Events, als es „Okay“ bislang in der Regel getan hat. Beides verschmilzt nun unter der Dachmarke des verehrten Skippers. Ob Jubiläen, Messestände, Weihnachtsfeiern oder Eröffnungen: Hier fühlen sich die Hamburger zuhause, hier haben sie sich ihre berufliche Erfahrung erarbeitet. Zudem sollen Tagungen ein großer Geschäftsbereich werden. Vorschusslorbeeren bekommt das Duo von IHK-Chef Rohrbach. Er habe Präsentationen von „Captain“-Events gesehen, „da ist mir der Mund offenstehen geblieben“. Genügend Potenzial sieht Rohrbach jedenfalls in der hiesigen Region: Allein der IHK-Beritt Kreis Altenkirchen habe 7600 Mitglieder.</jleftright>

„Kreative Köpfe werden in der Branche immer wichtiger“, so Düber: „Die Leute kaufen eher eine Idee als nach Budget.“ Zwar hat der „Captain“ in Hamburg angelegt, Link und Söhnholz legen aber Wert darauf, dass sie mit ihren Events überall in der Republik unterwegs sind: „Nur rund fünf Prozent unserer Events finden in Hamburg statt.“ Die nächste Veranstaltung geht beispielsweise in München über die Bühne.

Der Clou an der Unternehmensnachfolge: Auch hier geht Christoph Düber nicht so ganz, wird den neuen Chefs zwei Jahre lang als Berater zur Seite stehen. Der Haken: Ob „Okay“, also künftig „MyDearCaptain“, auch wieder beliebte Veranstaltungen wie die Zeltpartys im Herdorfer Karneval, die Abifete des Betzdorfer Abiturjahrgangs oder die Mudersbacher Kirmes auf die Beine stellen wird, steht noch in den Sternen. Das hängt vom generellen Arbeitsaufkommen ab. Falls es nicht passen sollte, würden die Aufträge gemeinsam mit weiteren Eventagenturen abgearbeitet, hieß es.

Eine ähnliche Ableitung macht Christoph Düber für sich selbst: „Es ist ein Luxus, selbst zu entscheiden, was du noch machst.“ Deshalb zeichnet er selbst auch weiterhin für den Betrieb der Betzdorfer Stadthalle und der Genusswerkstatt in Haiger verantwortlich. Zwar liefen Genusswerkstatt und Stadthalle über die Mitarbeiter quasi von alleine, nichtsdestotrotz rechnet Düber in Haiger im kommenden Jahr mit 130 Veranstaltungen, in Betzdorf seien es ohnehin rund 150 per annum.

Bleibt die Künstlervermittlung, die nun Patrick Lück übernimmt. Er steht seit über 20 Jahren selbst auf der Bühne, ist mit der Band „Street Life“ immer wieder als Sänger unterwegs. Seit zwei Jahren hat er das sogenannte Booking bei „Okay Veranstaltungen“ peu à peu übernommen und verfügt über ein deutschlandweites Netzwerk. Düber drückt es so aus: „Von der Klofrau bis zum Weltstar.“

Der Kunde soll im besten Falle von der Umstrukturierung gar nichts merken, denn zwischen allen drei Firmen steht die Kooperation an erster Stelle: „Wir sind vernetzt.“ Daher wird „MyDearCaptain“ auch „Okay“-Mitarbeiter Patrick Schumacher übernehmen und weiterhin mit einem Büro im ehemaligen Barbarakindergarten residieren. Somit bleiben sechs von zehn „Okay“-Mitarbeiter an Bord, und auch die anderen vier würden unterkommen, so Düber. Und auch Patrick Lück wird öfter in Herdorf zugegen sein.

Link und Söhnholz sowie Lück sind sich sicher: „Den ein oder anderen Kunden werden wir verlieren, ganz klar.“ Schließlich habe Christoph Düber eine ganz eigene Art, an seine Geschäftspartner heranzutreten. Aber: „Wir werden auch andere hinzugewinnen.“

Davon ist auch „das mittelalte Zirkuspferd“ Düber überzeugt. Das sollte er auch, schließlich gibt er den Großteil seines Lebenswerks weiter. „Mir ist es wichtig, dass es Leute übernehmen, die in die Zukunft blicken, dass ich mit Interesse verfolgen kann, was daraus wird.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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