Offene Diskussion und offene Kanzlerkritik

MdB Sabine Bätzing sehr freimütig bei Diskussionsveranstaltung der SPD Herdorf

rai Herdorf. »Wir möchten auch andere Gedanken als die des Kreistages hören«, sagte Detlef Stahl, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Herdorf, bei einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Kreiskrankenhäuser in der Gaststätte Christians in Herdorf. Deshalb hatte der Ortsverein Christof Stein, den Betriebsratsvorsitzenden des Elisabeth-Krankenhauses in Kirchen, eingeladen. Daneben begrüßte Stahl auch die »von Null auf 100 gewählte« SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Bätzing, die von ihren persönlichen und politischen Erfahrungen aus der Bundeshauptstadt berichtete – und das ausgesprochen offen.

»Kein Gefälligkeitsgutachten«

Stein blickte auf die vergangenen Jahre und die Entwicklung bis zum heutigen Stand zurück. Dass es nun zum Bürgerentscheid komme, »war von uns nicht gewollt«, betonte Stein, aber der Kreistag habe einem Kompromissvorschlag im September abgelehnt. »Unser Anliegen ist es, ein Konzept erstellen und daran mitarbeiten zu können«, sagte Stein. Zum Konzept, das nun erarbeitet werden soll, konnte er jedoch noch nichts sagen, da der Auftrag erst am vergangenen Freitag an eine Beraterfirma vergeben worden war. Es werde »kein Gefälligkeitsgutachten«, das stehe bereits fest, sagte Stein. Er sei »sehr gespannt«, was dabei rauskomme, und nach wie vor der Meinung, dass der Kreis die Häuser weiterführen könne. Gerade auch mit Blick auf den Bürgerentscheid sei die Diskussion wichtig, sagte Stahl, der die Versammlung auch dazu nutzte, um der jungen Bundestagsabgeordneten Bätzing zu gratulieren.

Sie berichtete von den Erfahrungen, die sie in den ersten sieben Wochen als Volksvertreterin im Berliner Reichstag gemacht hat, über das »Herzklopfen« bei ihrer ersten Rede vor dem Parlament und über das, was seither verabschiedet worden war. Das System müsse saniert werden, aber »Akzeptanz für Einschnitte ist vorhanden«.

»Wir hatten auch Bauchschmerzen bei der einen oder anderen Entscheidung«, ließ Bätzing aber zugleich wissen. Die Sozialdemokratin, die u.a. Mitglied des Ausschusses für Familie, Jugend, Frauen und Senioren und Sprecherin der 38 »Youngster« in der SPD-Fraktion ist, sagte, es sei von Anfang an gesagt worden: »Passt auf, dass nicht so ein Fehlstart wie 1998 passiert.« Es seien aber nach der Wahl mit Tempo und ohne Pause »Gesetze durchgepeitscht« worden. »Da schleichen sich handwerkliche Fehler ein«, räumte die Abgeordnete ein.

»Der Kanzler ist fertig und leer«

Wenn es nach der Weihnachtspause im Januar weitergehe, müssten erst Konzepte entwickelt werden, meinte Bätzing, und verwies auf eine Klausurtagung. Von der Opposition wiederum sei keine konstruktive Hilfe zu erwarten, die »zerreißt alles«. »Wer den Kanzler sieht, der sieht, dass er fertig ist, leer«, sagte Bätzing. Auch der Kanzler müsse in der Weihnachtspause durchatmen und Kraft schöpfen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
Lokales
Unter Siegerländer Artikeln finden Besucher der SZ-Homepage derzeit zahlreiche Angebote von Siegener Händlern. Möglich macht das die Kooperation mit dem hiesigen Start-up-Unternehmen mapAds. Mit dem innovatien Digitalmarketing-Werkzeug lassen sich Angebote von Handel und Dienstleistung einfach digitalisieren und bald über viele zusätzliche Kanäle publizieren.

Start-up mapAds und Vorländer Mediengruppe
Angebote einfach digitalisieren und publizieren

sz Siegen. Die Vorländer Mediengruppe arbeitet weiter konsequent an der Umsetzung ihrer Digitalstrategie. Während die Zeitungsproduktion weiter das Kerngeschäft und das wichtigste Standbein des Verlages bleiben wird, investiert Vorländer selbstbewusst und entschieden in moderne Strukturen, neue Technologien und die Digitalisierung. Mit dem Digitalen arbeiten„Wir sind überzeugt davon, dass die Zukunft darin liegt, nicht gegen das Digitale, sondern mit dem Digitalen zu arbeiten. Wir sehen das...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen