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Tradition in Corona-Zeiten aufrechterhalten
Solo-Kläppern

Die Kirchhöfers klapperten auf der Terrasse in Grünebach.
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rai Grünebach/Herdorf. „Es ist anders als sonst“, antwortete Anna Kirchhöfer, nachdem sie von der Terrasse am Elternhaus in Grünebach fünf Minuten geklappert hatte. Aber, so freute sich die 14-Jährige, „es ist schön, wenn man sieht, wer alles mitmacht“.

Das Rappeln, Kläppern und Rommeln, oder eben Klappern, wie es in Grünebach heißt, ist in Zeiten von Corona anders. Vor zehn Jahren war der österliche Brauch im Dorf wieder aufgelebt. Seither war Anna Kirchhöfer immer dabei, wenn Kinder und Jugendliche, von Erwachsenen begleitet, an Gründonnerstag und den Kartagen durch die Gassen zogen, um mit Klappern die schweigenden Glocken zu ersetzen.

Diesmal hatten die Kinder und Jugendlichen alles erstmals per Whatsapp-Gruppe selbst organisiert, berichtete Annas Mutter Birgitta Kirchhöfer.

rai Grünebach/Herdorf. „Es ist anders als sonst“, antwortete Anna Kirchhöfer, nachdem sie von der Terrasse am Elternhaus in Grünebach fünf Minuten geklappert hatte. Aber, so freute sich die 14-Jährige, „es ist schön, wenn man sieht, wer alles mitmacht“.

Das Rappeln, Kläppern und Rommeln, oder eben Klappern, wie es in Grünebach heißt, ist in Zeiten von Corona anders. Vor zehn Jahren war der österliche Brauch im Dorf wieder aufgelebt. Seither war Anna Kirchhöfer immer dabei, wenn Kinder und Jugendliche, von Erwachsenen begleitet, an Gründonnerstag und den Kartagen durch die Gassen zogen, um mit Klappern die schweigenden Glocken zu ersetzen.

Diesmal hatten die Kinder und Jugendlichen alles erstmals per Whatsapp-Gruppe selbst organisiert, berichtete Annas Mutter Birgitta Kirchhöfer. Nun müsse es leider ausfallen – zumindest im herkömmlichen Sinne.

Denn: In der aktuellen Situation stellen die Messdiener Heller-/Daadetal jeden Abend eine Kerze auf, berichtete Anna. So kam ihr der Gedanke, von zu Hause aus zu klappern. Ortsbürgermeister Mike Pfeifer habe diese Idee in die Whatsapp-Gruppe getragen, berichtete Vater Peter Kirchhöfer.

Am Haus der Familie Kirchhöfer klapperten am Donnerstag um 18 Uhr Anna, ihr Vater und, in entsprechendem Abstand, auch Nachbarin Sophia Lospalluto. Aus dem Dorf war noch mehr hölzerner Klang zu hören: Grünebacher, Jung und Alt, standen an ihren Türen und auf ihren Grundstücken und klapperten. 

Ein paar Kilometer helleraufwärts, in Herdorf, heißt der österliche Brauch Kläppern. Im Vorjahr hatte die SZ eine große Gruppe Messdiener begleitet. Gestern Morgen um 7 Uhr war es ein ganz anderes Bild: Obermessdienerin Lisa Schischkowski zog in ihrer Wohnstraße los, um zu kläppern. Allein. Auch für sie war das eine neue Erfahrung.

Aber so wirklich allein war sie dann doch nicht – die meisten im Städtchen kläpperten zu Hause. Aber: Ü-18-Jährige aus der Leitungsrunde konnten, wenn sie wollten, alleine zu den üblichen Uhrzeiten in ihren Wohnstraßen gehen und kläppern, berichtete Schischkowski. Es wollten auch ein paar ehemalige Messdiener freiwillig in ihren Straße kläppern, berichtete sie. Die Resonanz aus der Bevölkerung auf den vertrauten Klang war gestern bereits groß, so die Obermessdienerin.

Diesmal sei es ganz besinnlich, man sei mehr auf sich selbst konzentriert und trage trotzdem die Botschaft von Ostern in den Ort, so ihr Fazit. Gleichzeitig sei da die Gemeinschaft mit den zu Hause kläppernden Kindern.

Die Messdienerschar hat sich inzwischen zur Messdienerschar Hellertal/Daadetal zusammengeschlossen und dazu gehört auch Alsdorf. Dort wird gewöhnlich der österliche Brauch von der Dorfjugend organisiert, die, wie berichtet, diesmal aufgrund der aktuellen Lage pausierte. Hier hatten sich aber einige Messdiener der Bistumsaktion „Wir klappern zu Hause“ angeschlossen.

Die Kirchhöfers klapperten auf der Terrasse in Grünebach.
Solo-Kläppern in Herdorf: eine neue Erfahrung.
Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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