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Session in Herdorf abgesagt
Trübe Aussichten für Karneval

Karneval wird es diesmal auch in Herdorf nicht geben.

dach Herdorf. Die Themen liegen diesmal nicht bloß auf der Straße, jeder trägt sie im Gesicht. Für einen eingefleischten Karnevalisten muss das vergangene halbe Jahr wie ein gefundenes Fressen auf dem Rednerpult der Bütt liegen. „Es gibt so viel Aktuelles, was man bringen müsste“, sagt Maria Gerhardus von der Herdorfer KFD. Doch das Virus macht auch den Narren einen Strich die Rechnung. Maskenball im Knappensaal? Fehlanzeige!
Das, was sich mit der Jahreshauptversammlung des Knappenvereins vor zehn Tagen angedeutet hatte, wurde am Dienstag traurige Gewissheit. Die federführenden Herdorfer Vereine – KG, KFD, DJK – sagen die Session ab.

Karneval in Herdorf abgesagt

„Eine Sitzung wird es nicht geben“, so Klaus-Peter Beel bei einem gemeinsamen Pressegespräch. Und auf konkrete Nachfrage sagt der Kassierer der Karnevalsgesellschaft: „Der Zug am Rosenmontag über Haupt- und Schneiderstraße findet nicht statt.“ Kurz und knapp zusammengefasst: Der Karneval im Hellertal fällt ins Wasser. Es gibt auch keine Altweiberparty im Rathaus, keine Zeltveranstaltung, nix.
Klar, die Corona-Pandemie ist der Grund. „Wir haben die Verpflichtung, uns an die Auflagen zu halten“, so KG-Vorsitzender Thomas Otterbach. Und die könnten eben von Mal zu Mal unterschiedlich sein, siehe Fußball-Bundesliga. Planungssicherheit gibt es nicht.

Corona macht Karneval in Herdorf unmöglich

Nach der aktuellen Verordnung würden ca. 50 Leute in den Knappensaal passen. „Aber es macht keine Lust, mit 1,50 Meter Abstand zu schunkeln“, unterstreicht Beel. Zumal sich auch mit so wenig Gästen die Kosten einer Sitzung nicht decken ließen.
Insgesamt sind es acht Sitzungen, die nun über die närrische Wupper gehen: je zwei von KG, DJK und kfd, außerdem die Kindersitzung und der Ü-50-Karneval. Zu viele Menschen in einem Raum: Das ist das Hauptproblem, wie auch Uwe Geisinger meint. Er steht nicht nur jedes Jahr als Moderator auf der DJK-Bühne, er stellt auch das Programm der Sitzungen des Sportvereins zusammen. Und er weiß: „Wir haben alleine 200 Aktive. Wie soll das gehen?“ Und: „Karneval lebt letztlich von der Nähe.“
Finanziell werden die drei Vereine einen Februar ohne Karneval überleben. Die Verantwortlichen hoffen allerdings, dass der Nachwuchs den Karneval in der Zeit ohne Narretei trotzdem im Herzen behält. „Du musst sehen, dass du alle bei der Stange hälst“, so Klaus-Peter Beel.
Es gibt aber einen Konfettistreif am närrischen Horizont. Einerseits kämen im Dezember 15 befreundete Karnevalsvereine zusammen um zu beratschlagen, wie man dieser traurigen Session einen digitalen Farbtupfer verpassen kann, verrät KG-Kassierer Beel. Etwa mit einer Video-Aktion, zu der jeder Verein einen Beitrag beisteuert. Die KFD hat ihrerseits einen Plan geschmiedet. Man werde „eine Tüte voller Frauensitzung“ anbieten, verkündet Sabine Hennig. „Und es wird auf jeden Fall eine Karnevalszeitung geben“, will KG-„Vize“ Ulrich Berens festgehalten wissen. Die Corona-Ausgabe soll etwas umfangreicher ausfallen als sonst. „Das wird die einzige Möglichkeit sein, den Karneval nach außen zu tragen“, so KG-Vorsitzender Thomas Otterbach. Wirklich die einzige? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Das gilt eben auch für Karnevalisten. Und so klingt beim Pressegespräch an, dass man ganz, ganz, ganz vielleicht, sollte es die Lage im Februar zulassen, „irgendetwas Kleines“ machen könnte. Themen gäbe es jedenfalls genug.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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