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Fa. Peter Bohl wächst trotz allgemeiner Krisenstimmung
Unternehmerischer Mut belohnt

Peter und Johanna Bohl im angemieteten Zusatzlager. Die Photovoltaikmodule sorgen für Gesprächsstoff.
  • Peter und Johanna Bohl im angemieteten Zusatzlager. Die Photovoltaikmodule sorgen für Gesprächsstoff.
  • Foto: Achim Dörner
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

dach Herdorf/Deuz. Negative Nachrichten? Gibt es im Moment wirklich en masse. Grund genug, den Blick auch auf die Erfolgsstorys dieser Tage zu werfen. Eine davon schreibt gerade die Fa. Peter Bohl aus Herdorf. Der Handwerksbetrieb – in den Segmenten Heizung, Sanitär, Photovoltaik etc. zu Hause – wächst derzeit wie nie zuvor. Und das hat auch mit mutigen Entscheidungen zu Beginn einer der tiefsten Krisen in der Geschichte dieser Republik zu tun.
Im Februar, eigentlich war Peter Bohl gerade damit beschäftigt, bei der hiesigen Karnevalsgesellschaft den Prinzen zu geben, gab es erste Hinweise. Aus den Reihen der Hersteller von Wärmepumpen und Photovoltaikmodulen kamen Signale, dass es Probleme mit den Lieferketten geben könnte.

dach Herdorf/Deuz. Negative Nachrichten? Gibt es im Moment wirklich en masse. Grund genug, den Blick auch auf die Erfolgsstorys dieser Tage zu werfen. Eine davon schreibt gerade die Fa. Peter Bohl aus Herdorf. Der Handwerksbetrieb – in den Segmenten Heizung, Sanitär, Photovoltaik etc. zu Hause – wächst derzeit wie nie zuvor. Und das hat auch mit mutigen Entscheidungen zu Beginn einer der tiefsten Krisen in der Geschichte dieser Republik zu tun.
Im Februar, eigentlich war Peter Bohl gerade damit beschäftigt, bei der hiesigen Karnevalsgesellschaft den Prinzen zu geben, gab es erste Hinweise. Aus den Reihen der Hersteller von Wärmepumpen und Photovoltaikmodulen kamen Signale, dass es Probleme mit den Lieferketten geben könnte. Denn unter anderem Italien ist auf diesem Sektor stark, China – wie fast überall – sowieso. Beide Staaten spielten zu Beginn die wichtigsten Rollen in der Corona-Pandemie.

Lager bis unters Dach gefüllt

Also ging Peter Bohl in die Offensive. Eigentlich aus einem (finanziell) eher überschaubaren Geschäftsjahr kommend, wurde er bei seinen Banken vorstellig. Die Firma nahm einen hohen Betrag auf und füllte das Lager bis unters Dach. Mehr noch: Weitere Flächen wurden eigens angemietet, um die bestellte Ware unterzubekommen.
Denn es hatte sich – nach einem erfolgreichen „Tag der offenen Tür“ kurz zuvor – bereits abgezeichnet, dass die vom Staat für 2020 in Aussicht gestellten Fördersummen für alternative Heizsysteme beim Verbraucher durchaus die Investitionslust wecken würden. Und so kam es auch, trotz Corona. Im ersten Halbjahr 2020 lag das Herdorfer Handwerksunternehmen bei einem Umsatzplus von 40 Prozent gegenüber 2019.

„Ein bisschen mit dem Feuer gespielt“

„Das war ein bisschen mit dem Feuer gespielt“, gibt Peter Bohl zu. Schließlich war im Februar schon abzusehen, dass das Virus auch unsere Gefilde erreichen würde – und eben nicht wirklich, welche Entwicklungen daraus resultieren würden. Gelohnt hat es sich dennoch. Schließlich sei es dann in der Tat zu Engpässen gekommen. Und als im Frühjahr – mitten im Lockdown – die ersten Förderzusagen bei den Kunden eingingen, konnte man sofort loslegen.

Unternehmen – nicht unterlassen

Der Begriff Unternehmer kommt schließlich von unternehmen und nicht von unterlassen, könnte man meinen. Und so ärgert sich Peter Bohl durchaus über manche Industriekapitäne. Den Kopf in den Sand zu stecken und auf möglichst viel Geld aus der Scholz’schen Bazooka zu hoffen, sei doch wirklich keine Option. Wobei Peter Bohl dabei zu differenzieren weiß: Die Gastronomie beispielsweise tue ihm leid: „Weil die ja jetzt wirklich gar nichts machen können.“

Bonuszahlung für die Belegschaft 

Zwar hatte auch seine Firma zunächst Kurzarbeit angemeldet, eher pro forma. Dazu gekommen ist es indes nicht. Im Gegenteil: Bereits im Juni konnte sich die Belegschaft über eine Bonuszahlung freuen. Mehr noch: Im Laufe des Corona-Jahres wurde die Mannschaft deutlich aufgestockt. Von August bis September ist der Personalstamm um gut 20 Prozent gestiegen, nun auf über 50 Köpfe gewachsen.
Ein Grund: Im vergangenen Jahr hatte man in Netphen-Deuz einen Standort übernommen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ist seit diesem Monat hier nun eine achtköpfige Mannschaft am Start. „Da wurde quasi eine kleine Firma implementiert“, sagt der Chef.

Am Stammsitz steht Erweiterung an

Und auch am Stammsitz in Herdorf, wo der Handwerksbetrieb vor elf Jahren mit fünf Mann eingezogen war, steht eine Erweiterung an. In unmittelbarer Nähe zur Zentrale am Buchenhang hat man eine Industriehalle gekauft. Die soll nun ertüchtigt werden und als Lager dienen. Außerdem ziehen mittelfristig komplette Abteilungen hierher um.
Klar, auch wenn Industrie und Kommunen als Auftraggeber derzeit eher keine Rolle spielen: „Das Handwerk läuft gut“, weiß auch Johanna Bohl, obwohl gerade die temporäre Mehrwertsteuersenkung viele Probleme bereitet habe. Die 22-Jährige Tochter des Chefs ist mittlerweile in die Geschäftsführung aufgerückt. Und auch das unterstreicht: Es läuft, es geht weiter. Trotzdem zeigt sich hier, dass sich unternehmerischer Mut auch in diesen Zeiten auszahlen kann. Bei allem Spiel mit dem Feuer.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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