Von Mancini bis Rossini

suk Herdorf. Einen bunten Melodienstrauß präsentierte der Bollnbacher Musikverein am Samstag im Rahmen seines Frühjahrskonzertes im Herdorfer Hüttenhaus. Auf unterhaltsame Art führte Peter Beel durch den Abend. Unter der Leitung von Andreas Glöckner hatte sich das Orchester intensiv auf dieses Ereignis vorbereitet. Die Probenarbeit hat sich wahrlich gelohnt, denn die rund 50 Musikerinnen und Musiker des großen Orchesters zeigten sich in glänzender Form. Das galt auch für das Jugendorchester, das erstmals bei einem großen Konzert vom neuen Leiter, Markus Rink, dirigiert wurde.

Das Ergebnis begeisterte die Zuhörer im Hüttenhaus. Neben modernen Marschklängen gefiel vor allem der beschwingte „Baby Elefant Walk“ von Henry Mancini, zu dem sogar kleine zweibeinige „Elefanten“ über die Bühne trotteten. Der Whitney-Houston-Song „One Moment In Time“ gelang ebenfalls mit Bravour. Sarah Kaiser spielte hier souverän ihr Solo auf dem Saxophon. Das bekannte Stück „Nessaja“ aus dem Musical „Tabaluga“ von Peter Maffay bildete den gelungenen Abschluss. Den begeisterten Applaus hat sich der Nachwuchs redlich verdient, und er bedankte sich dafür mit einer Zugabe.

Das große Orchester beeindruckte im ersten Konzertteil vor allem mit zwei Bearbeitungen klassischer Kompositionen, die an alle Register höchste Anforderungen stellten. Zunächst erklang die Ouvertüre „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppé. Strahlende Trompetenklänge, sonores, tiefes Blech und rasante Läufe im Holzregister prägen dieses ergreifende Werk. Konzentriert waren die Musiker bei der Sache und meisterten das Stück mit Bravour. Gleiches galt für die sinfonische Dichtung „Auf dem kahlen Berge“ von Modest Mussorgski. Der Komponist beschreibt in feurigen Orchesterfarben den grauenerregenden Tanz der Hexen beim Hexen-Sabbat und den orgiastischen Ritualen in der Johannisnacht auf dem Berg Triglaw in Slowenien. Auch der Blocksberg in Deutschland diente ihm als Vorlage. Wie im Rausch schrieb er 1867 dieses Stück das er selbst als russisch, ursprünglich, heiß und chaotisch beschrieb. Die Bollnbacher setzten das Stück hervorragend um.

Im zweiten Konzertteil standen moderne Orchesterwerke im Mittelpunkt. Pompös und feierlich eröffnete die Kapelle nach der Pause mit „Olympic Fanfare And Theme“ von John Williams, die dieser für die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles komponiert hat. Das Trompetenregister leistete ganze Arbeit und erntete verdienten Applaus. Die ergreifende Filmmusik aus der Robin-Hood-Verfilmung mit Kevin Kostner erklang ebenso wie die Musik aus der Trilogie „Der Herr der Ringe“. Letztere stammt jedoch nicht aus den Filmen, sondern aus der Feder von Johan de Meij, der in Anlehnung an die Buch-Trilogie eine ganze Sinfonie komponiert hat. Paul Lavender hat einen Auszug aus der Symphonie zusammengestellt, den die Bollnbacher gekonnt vortrugen. Eine ausgefeilte Dynamik sorgte dafür, dass die Spannungsbögen der Komposition hervorragend zur Geltung kamen und für Gänsehaut-Gefühl bei den Zuhörern sorgten.

Ein weiteres Glanzlicht des Konzertes war das Medley „Xylo Classics“. Arrangeur Gerhard Bogner hat unter diesem Titel Melodien aus Bizets „Carmen“, aus dem populären „Rondo alla Turca“ aus Mozarts Klaviersonate KV 331 („Türkischer Marsch“), aus dem unverwüstlichen „Csardas“ von Vittorio Monti und dem „Allegro“ aus der Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“ von Rossini zusammengestellt. Als Solist brillierte Robin Moll, der auch bei schwierigsten Passagen mit unglaublich schnellen Läufen die Schlegel sauber über das Instrument fliegen ließ. Vom Orchester wurde er gefühlvoll begleitet.Mit zünftigen Klängen endete das überaus gelungene Konzert. Beim Marsch „Kameraden auf See“ wurde das Orchester gesanglich von einer Abordnung des MGV aus Grünebach unterstützt. Und nachdem der letzte Ton des traditionellen Glück-Auf-Marsches verklungen war, waren Musiker und Publikum gleichermaßen angetan von den hier gezeigten Leistungen aller Beteiligten.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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