SZ

Abrechnungsprobleme sorgen für Ärger
Weihnachtsbaum mit Verspätung

Beim Vor-Ort-Besuch der SZ gestern Nachmittag war der Platz neben dem Brunnen noch Baum-los. Heinz Reifenrath zeigte deshalb das Foto eines früheren Exemplars. Zum 3. Advent gibt es aber ein Happy End mit Baum.
  • Beim Vor-Ort-Besuch der SZ gestern Nachmittag war der Platz neben dem Brunnen noch Baum-los. Heinz Reifenrath zeigte deshalb das Foto eines früheren Exemplars. Zum 3. Advent gibt es aber ein Happy End mit Baum.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

nb Dermbach. Er gehört für die Dermijer zur Weihnachtszeit wie Vanillekipferl und Geschenkekauf: der Weihnachtsbaum am Brunnen, knapp unterhalb der Kirche. Doch wer jetzt die Tage den Bereich Kirchstraße/Lambertstraße/Rolandstraße passierte, ja, der sah, dass er nichts sah, wie es so schön heißt. Kein Nadelbaum, kein Lichterglanz. Immerhin, zum dritten Advent gibt es ein Baum-Happy-End für Dermbach. Aber von vorne.Natascha Bohl hatte sich an die Redaktion gewandt – sie vermisse den Baum gleich vis-à-vis ihres Hauses, der gehöre doch einfach dorthin, in die Mitte des Dorfes. Und sie deutete auch schon an, wo der Hase wohl im Pfeffer lag.

Tradition seit über 50 JahrenHeinz Reifenrath, der noch ein wenig näher am Brunen wohnt, schilderte das Ganze zusammen mit seiner Nachbarin.

nb Dermbach. Er gehört für die Dermijer zur Weihnachtszeit wie Vanillekipferl und Geschenkekauf: der Weihnachtsbaum am Brunnen, knapp unterhalb der Kirche. Doch wer jetzt die Tage den Bereich Kirchstraße/Lambertstraße/Rolandstraße passierte, ja, der sah, dass er nichts sah, wie es so schön heißt. Kein Nadelbaum, kein Lichterglanz. Immerhin, zum dritten Advent gibt es ein Baum-Happy-End für Dermbach. Aber von vorne.Natascha Bohl hatte sich an die Redaktion gewandt – sie vermisse den Baum gleich vis-à-vis ihres Hauses, der gehöre doch einfach dorthin, in die Mitte des Dorfes. Und sie deutete auch schon an, wo der Hase wohl im Pfeffer lag.

Tradition seit über 50 Jahren

Heinz Reifenrath, der noch ein wenig näher am Brunen wohnt, schilderte das Ganze zusammen mit seiner Nachbarin.Clemens Lück, damals Ortsversteher von Dermbach, sei vor gut 50 Jahren auf die Idee mit dem Baum gekommen. Es waren noch die Eltern von Heinz Reifenrath, die anfangs für den nötigen „Saft“ sorgten, sprich: den Stromanschluss zur Verfügung stellten. Heinz Reifenrath, der nach wie vor im elterlichen Haus wohnt, übernahm die Tradition. Ein hübscher Baum wurde in der Vorweihnachtszeit aufgestellt und mit einer Lichterkette bestückt. Reifenrath wiederum stellte seinen Stromanschluss zur Verfügung, es wurde ein externer Stromzähler installiert und nach der Weihnachtszeit mit der Stadt Herdorf abgerechnet. Der Betrag, um den es dabei jährlich geht: etwa 30 Euro.

Stromlieferant bliebt auf Kosten sitzen

Seit der Fusion und seit die Kassengeschäfte (wohlgemerkt: nicht die eigentliche Bezahlung) über die Verbandsgemeinde liefen, sei das Ganze aber nicht mehr so reibungslos vonstatten gegangen.
Schon hinter dem Geld für 2018 habe Heinz Reifenrath länger herlaufen müssen, für 2019 sei die Erstattung der Stromkosten dann ganz ausgeblieben. Nachfragen bei einer Sachbearbeiterin hätten auch zu keinem Ergebnis geführt – und so beschloss der „Stromlieferant“ sozusagen die Zufuhr zu kappen. Dabei, so unterstreicht Reifenrath, würde es ihm keineswegs um den kleinen Betrag gehen, aber ums Prinzip.

Missverständnisse und Verzögerungen

Die SZ fragte bei der Stadt, als auch bei der Verbandsgemeinde nach, aber wo genau sozusagen der „Knick in der Lichterkette“ war, ließ sich nicht mehr genau eruieren. Herdorfs Stadtbürgermeister Uwe Erner verwies auf die Verbandsgemeinde, die die Zahlung eben anweisen müsse, da habe es gehakt. Die Stadt selbst wäre nach wie vor bereit, die Stromkosten zu übernehmen.Michael Runkel vom Fachbereich Finanzen wiederum verwies auf die sogenannte Barkasse der Stadt Herdorf und dass es da dieses Jahr zu Missverständnissen und Verzögerungen gekommen sei. Den Unmut von Reifenrath könne er verstehen und man entschuldige sich auch dafür, aber einen wirklich „Schuldigen“ gebe es dabei nicht. Es seien jedenfalls Regelungen getroffen worden, damit es zukünftig keine Missverständnisse mehr geben werde und die Sache mit dem Strom wieder laufe.

Der Baum kommt noch

Berthold Buchen, Ortsvorsteher von Dermbach, konnte den beiden Nachbarn aus der Lambertstraße auf jeden Fall verkünden: Das Geld von vergangenem Jahr kommt. Und der Baum für dieses Jahr auch. Ein Nadelgehölz der Haubergsgenossenschaft wird jetzt wieder Dermbach erfreuen und die Lichterkette mit dem Strom von gleich nebenan leuchten. Heinz Reifenrath freut sich schon darauf, ebenso wie Natascha Bohl, die Verständnis hat, dass Stadt und Verbandsgemeinde während der Corona-Pandemie durchaus mit weit größeren Problemen zu kämpfen haben.Aber: „So ein Anblick macht einen ja etwas froher“, meint sie zu dem Weihnachtsbaum. Und: „Der gehört da einfach weiter hin.“

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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