Wer will ans Baskerville-Erbe?

Kriminalkomödie mit Holmes und Watson füllte Hüttenhaus

La Herdorf. »Auch angesichts der größten Gefahr sollte man als Brite nie den Humor verlieren!« Solche Erkenntnisse kann nur ein Mann von der Insel von sich geben: Sherlock Holmes, seines Zeichens Detektiv und mit seinem Partner und Freund Doctor Watson ein unschlagbares Gespann, jedenfalls, wenn es um die Aufklärung von Mordfällen geht. Aber das bitte immer mit einer Prise Humor und dem viel gerühmten Understatement der Briten.

Florian Battermann dramatisierte den Buch-Klassiker von Sir Arthur Conan Doyle »Der Hund von Baskerville« zu einer Bühnenversion um und bescherte damit dem Theater einen neuen Klassiker (?). Und sich selbst schrieb er eine Rolle in der Inszenierung der »Komödie am Altstadtmarkt« auf den Leib: Die des Sir Henry, dem letzten Spross derer von Baskerville, dem jemand ans Leder will, um an sein Erbe zu kommen. Doch da seien Sherlock Holmes und Doctor Watson vor.

Im sehr gut besuchten Herdorfer Hüttenhaus sahen am Montagabend die Besucher eine Uraufführung der Braunschweiger »Komödie am Altstadtmarkt«, die zwar einige komödiantische Züge hatte, aber ansonsten, wie es sich für einen Krimi gehört, recht spannend war. Und da mag man den Mörder auch nicht verraten, es könnte ja sein, ein Theaterbesucher »begegnet« dem »Hund von Baskerville« eines Tages wieder. Und sei es auf der Bühne. Schließlich wird die Legende von Sir Hugo Baskerville, der angeblich von einem Geisterhund vor Jahrhunderten zerrissen wurde, weiterleben. Denn der Fluch lastet auf dem Schloss auch für die nächste Generation: Bei Nacht ist das Moor für die Baskervilles lebensgefährlich. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Christian Preuss spielte Sherlock Holmes, typisch britisch, ein wenig abgeklärt und immer mit kriminalistischem Spürsinn gesegnet. Ihm zur Seite Hans von Borsody als Doctor Watson und als unbekümmerter Erbe Florian Battermann als Sir Henry Baskerville. Auch zum Krimi gehört die Liebe, und die zündelte zwischen Sir Henry und Miss Beryl Stapleton. Und wenn man sich Jennifer Maria Preuss ansah, die bis September noch als Nscho-tschi bei den Karl-May-Festspielen in Elspe auf der Freilichtbühne stand, kann man das verstehen. Hannes Ducke war der kautzige Doctor Mortimer, Christian Vitu der Ornithologe Mr. Stapleton und als Diener-Ehepaar mit unverwechselbaren Stimmen: Gunhilt Eichhorn (Mrs. Barrymore) und Egon Brennecke (Mr. Barrymore).

»Ein großer Detektiv braucht Geduld«, sprach einer, der es wissen musste: Sherlock Holmes. Die Zuschauer brauchten zwei Stunden, dann wussten sie um das Geheimnis von Baskerville. Für das Ensemble im englischen Ambiente des Bühnenbildes von Horst Neumann gab es viel Beifall. Und dann ging es hinaus in die Nacht. Doch zum Glück heult in Herdorf kein Hund auf der Straße, sondern nur auf der Bühne...

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.