Wohnheim statt Kindergarten

St. Barbara Herdorf schließt 2007 / Gespräch mit Investor

goeb Herdorf. Viele haben es kommen sehen, nun ist es amtlich: Mit Ablauf des Kindergartenjahres 2006/2007, im Sommer nächsten Jahres also, schließt der zweigruppige Kindergarten St. Barbara seine Pforten. Das teilten gestern Pfarrer Gerhard Stenz und der 2. Vorsitzende des Verwaltungsrates der kath. Pfarrgemeinde Herdorf, Kunibert Becher, in einem Pressegespräch mit. Zurückgehende Geburten- und damit auch Anmeldezahlen zwingen die Gemeinde dazu, hieß es zur Erklärung. Die Gesetzeslage lasse keine andere Möglichkeit zu. Angesichts des Rückgangs und der geforderten Mindestgröße von Gruppen (15) sowie einer Verschiebung des Einschulalters ließen sich zwei Einrichtungen parallel nicht mehr halten.

Der Einschnitt nach mehr als 100-jähriger Kindererziehung unter dem Dach der Kirche soll aber sozialverträglich geschehen. Die Kindergartenarbeit wird ab Sommer 2007 im Kindergarten Nikolaus-Groß-Haus fortgeführt. Die Einrichtung wird dann vier Gruppen (82 Kinder) aufnehmen, hieß es weiter. Entlassungen gebe es wegen einer bevorstehenden Verrentung nicht. Die Kindergärten waren im Jahr 2000 in die »Gemeinnützige Trägergesellschaft katholischer Kindertageseinrichtungen im Raum Koblenz gGmbH« aufgenommen worden. Die dem Bistum Trier angeschlossene gGmbH hat auch die Personalverwaltung inne. Das Streben der Kirchengemeinde sei unverändert, wichtige Einrichtungen in der Nähe der Kirche zu erhalten bzw. anzusiedeln, so Becher. Das betreffe die Planungen zum Pfarrzentrum ebenso wie das Kindergartengebäude St. Barbara mit dem angebauten Schwesternwohnheim, das derzeit von vier Schwestern des Schönstatt-Ordens (Vallendar) bewohnt wird.

Kunibert Becher sprach über sehr konkrete Planungen, mittels eines Investors an dem zenral gelegenen Ort eine Wohnanlage für betreutes Wohnen im Alter zu errichten. Dafür soll das Grundstück verkauft werden. »Die Frage, ob man den Komplex umbauen wird oder ob es einen Neubau gibt, ist aber noch nicht geklärt.« Gedacht sei an die Errichtung kostengünstiger Wohneinheiten, nach Möglichkeit unter Einbeziehung der vorhandenen Bausubstanz. »Ziel ist ein für den Normalbürger finanzierbarer Alterswohnsitz.«

Eine Herzensangelegenheit der Verantwortlichen der kath. Gemeinde sei aber auch die Erhaltung des Standortes Herdorf für die Schwestern. Entweder man miete für die Schwestern in der Nähe der Kirche ein geeignetes Haus an, oder die Unterbringung werde in den neuen Komplex integriert, hieß es abschließend.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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