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Verwaltung: Weg ist Privatgrund
Zufahrt zur Hirtenwiese „unpassierbar gemacht“

Hier ist kein Durchkommen mehr: Die Waldgenossenschaft Neunkirchen hat ein kurzes Teilstück eines Waldwegs „unpassierbar“ machen lassen. Nicht nur Autofahrer müssen hier den Rückwärtsgang einlegen. Auch Fußgänger haben es hier nun schwer.
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  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

dach Herdorf/Struthütten. Es sind nur wenige Meter, doch sie machen es Wanderern und Mountain-Bikern nahezu unmöglich, diesen Abschnitt des Waldes nahe des Naturschutzgebiets Malscheid zu durchqueren. Bäume liegen quer, der Weg ist einem Graben gewichen. Dabei ist es eine Verbindung von der Herdorfer zur Struthüttener Seite des Waldes. Und: Es ist ein Teilstück der deutlich besseren Zufahrt zum ehemaligen Ausflugslokal Hirtenwiese (von Herdorfer Seite ist die Anreise per Auto nur bedingt möglich).

Ja, man habe den Weg „unpassierbar“ machen lassen, hieß es auf Nachfrage vonseiten der Waldgenossenschaft Neunkirchen. Die Genossen sind Eigentümer dieses Grund und Bodens. Auf die Frage nach dem Warum gab es eine kryptische Antwort.

dach Herdorf/Struthütten. Es sind nur wenige Meter, doch sie machen es Wanderern und Mountain-Bikern nahezu unmöglich, diesen Abschnitt des Waldes nahe des Naturschutzgebiets Malscheid zu durchqueren. Bäume liegen quer, der Weg ist einem Graben gewichen. Dabei ist es eine Verbindung von der Herdorfer zur Struthüttener Seite des Waldes. Und: Es ist ein Teilstück der deutlich besseren Zufahrt zum ehemaligen Ausflugslokal Hirtenwiese (von Herdorfer Seite ist die Anreise per Auto nur bedingt möglich).

Ja, man habe den Weg „unpassierbar“ machen lassen, hieß es auf Nachfrage vonseiten der Waldgenossenschaft Neunkirchen. Die Genossen sind Eigentümer dieses Grund und Bodens. Auf die Frage nach dem Warum gab es eine kryptische Antwort. Dessen Tenor: Es gebe Leute – wenn auch nur ganz wenige –, die von Recht und Ordnung nicht gerade viel hielten. In freundlichem Ton wurde für weitere Auskünfte auf das Neunkirchener Ordnungsamt verwiesen.

Doch die Verwaltung „hat im Grunde dazu nichts zu sagen“, so Marco Schwunk. Der Beigeordnete der Gemeinde Neunkirchen ging auf die Tatsache ein, dass es sich eben um ein Grundstück der Waldgenossenschaft handele – und dass das in Rede stehende Teilstück dem Erachten des Ordnungsamts nach kein offiziell gewidmeter Weg sei. Wenn die Genossenschaft dort wieder Bäume wachsen lassen wolle, dann sei das schlicht ihre Sache.

Allerdings gibt es hier ein gewisse Vorgeschichte, samt Anrufen der Gerichtsbarkeit. Mitte der 2000er Jahre hatte Christoph Düber über seine Firma „Okay Veranstaltungen“ auf der Hirtenwiese, die gleich hinter der Landesgrenze auf Herdorfer Gebiet liegt, eine Veranstaltungsreihe mit Live-Musik etablieren wollen. Und damals wurde die Zufahrt von Struthüttener Seite genutzt – bis die Waldgenossenschaft eine einstweilige Verfügung erwirkte: Über ihren Weg sollten die Besucher nicht fahren dürfen. Diese Verfügung war aber im November 2005 vom Amtsgericht Siegen aufgehoben worden. Richter Andreas Hork hatte zwar den Genossen eine gewisse „Eigentumsbeeinträchtigung“ zugebilligt, aber auch attestiert, das hier die Voraussetzungen für ein sogenanntes Notwegerecht gegeben seien.

Ob der Tiefbau im Bereich des „Abzweigs“ Hirtenwiese/Hohenseelbachskopf nun etwas mit der Zufahrt zu der ehemaligen Waldgaststätte zu tun hat, bleibt ungewiss.

Zuletzt war an der Hirtenwiese wieder „mehr Betrieb“. Und: Vor einigen Wochen waren auf besagtem Weg Erdhaufen so aufgetürmt worden, dass Fußgänger und Radfahrer hier noch längs kamen, Fahrzeuge aber nicht mehr. Nun gilt aber für wirklich jeden: umkehren.

So oder so: Eine Gastronomie werde es an der Hirtenwiese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr geben, sagte Patrick Weber vom Ordnungsamt Daaden-Herdorf. Das habe man dem Eigentümer auch so mitgeteilt. Die Hürden dafür seien viel zu hoch. Das Gebäude sei weder an das Trinkwassernetz noch an einen Abwasserkanal angeschlossen. Alleine eine Leitung zu legen, sei viel zu teuer.

Die Zufahrt zum Ausflugslokal Hohenseelbachskopf ist von der Angelegenheit im Übrigen nicht betroffen. Der "Köppel" ist nach wie vor sowohl von der Struthüttener als auch von der Daadener Seite gut mit dem Auto und dem Fahrrad zu erreichen - zu Fuß sowieso.

Hier ist kein Durchkommen mehr: Die Waldgenossenschaft Neunkirchen hat ein kurzes Teilstück eines Waldwegs „unpassierbar“ machen lassen. Nicht nur Autofahrer müssen hier den Rückwärtsgang einlegen. Auch Fußgänger haben es hier nun schwer.
Hier ist kein Durchkommen mehr: Die Waldgenossenschaft Neunkirchen hat ein kurzes Teilstück eines Waldwegs „unpassierbar“ machen lassen. Nicht nur Autofahrer müssen hier den Rückwärtsgang einlegen. Auch Fußgänger haben es hier nun schwer. Der Hohenseelbachskopf ist aber weiterhin ohne Einschränkung zu erreichen.
Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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