Gebrüder-Busch-Kreis will Feedback und Vorschläge vom Publikum
„An die Menschen rankommen“

„American Woman“ ist Lesung, Musik und Comedy mit Gayle Tufts. Die Siegener Zeitung präsentiert den Solo-Abend am 13. Februar 2020 im Dahlbrucher Gebrüder-Busch-Theater.
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  • „American Woman“ ist Lesung, Musik und Comedy mit Gayle Tufts. Die Siegener Zeitung präsentiert den Solo-Abend am 13. Februar 2020 im Dahlbrucher Gebrüder-Busch-Theater.
  • Foto: Robert Recker
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

aww Dahlbruch/Hilchenbach. Olaf Kemper hat „ein Jahr Praktikum“ hinter sich – als Vorsitzender des Gebrüder-Busch-Kreises. Ein Jahr, so sagte er am Dienstag bei der Präsentation der kommenden Spielzeit 2019/2020, in dem er viel gelernt und viel Zeit gelassen habe. Sicher wird es für ihn auch ein Jahr gewesen sein, in dem er sich so manches Mal den Kopf über die Zukunft der Kulturgemeinde zerbrochen hat. Eines wird jedenfalls schnell deutlich, wenn Kemper über den Busch-Kreis spricht: Ein schlichtes „Weiter so“ kann es für ihn nicht geben. Der Vorsitzende hat auch keine Scheu, eigene Mankos zu benennen: „Unsere Schwäche ist, dass wir die Nähe, die wir zu unseren Künstlern haben, noch nicht zu unserem Publikum haben.“

Kooperationen und Rückmeldungen erwünscht

Schon im vergangenen Jahr habe er darauf hingewiesen, dass es – auch wenn der Fokus freilich nach wie vor auf hoher künstlerischer Qualität liegt – notwendig sei, das Angebot breiter aufzustellen. Dazu wünscht er sich nun auch Feedback vom Publikum, Vorschläge sogar – die neue Satzung macht das möglich. „So was muss sein“, sagte der Vereinschef. Leider seien derartige Rückmeldungen seitens der Besucher aber selten.
Weiter pflegen möchte Kemper die Kooperationen mit anderen Institutionen und Vereinen – so gibt es am 28. September ein Herbstkonzert der Hilchenbacher Chöre in der ev. Kirche. Auch das ist ein Versuch, „an die Menschen ranzukommen und für den Gebrüder-Busch-Kreis zu begeistern“.

Geringer werdendes Interesse an den Busch-Brüdern?!

Kemper bedauerte das seinem Empfinden nach geringer werdende Interesse an den Busch-Brüdern in deren Heimat, unserer Region, wie auch die Auflösung des Freundeskreises der Busch-Brüder vor wenigen Monaten. „Vielleicht ist das mal was für uns“, sinnierte er laut. „Wir wollen kein Erbe antreten, aber das ist eine Richtung, in die man mal denken muss.“

Kultureller Marktplatz Dahlbruch: "Noch nichts Spruchreifes"

Schließlich wies Kemper darauf hin, dass der Fortgang in Sachen Kultureller Marktplatz Dahlbruch gespannt verfolgt werde. Eine Angelegenheit, die auch für die Planungssicherheit des Busch-Kreises nicht unerheblich ist. Und: „Wir benötigen dringend den zweiten Saal.“ Bürgermeister Holger Menzel bat um Verständnis dafür, sich mit diesbezüglichen Auskünften zurückhalten zu wollen: „Es gibt noch nichts Spruchreifes. Wir sind ein Stückchen weitergekommen“, sagte er, ohne einen Zeitpunkt für den Startschuss zu dem Projekt nennen zu können.

Busch-Preis-Träger Milan Siljanov eröffnet die 59. Spielzeit

Ko-Geschäftsführerin Dörthe Müller, der stellv. Vorsitzenden Andrea Müller und Heinz Seelbach von der Erndtebrücker Kulturinitiative (der Busch-Kreis als Kulturgemeinde in der Stadt Hilchenbach und der Gemeinde Erndtebrück kooperiert bekanntlich traditionell mit der Initiative in der Edergemeinde) oblag es, die wesentlichen inhaltlichen Eckpunkte der 59. Spielzeit vorzustellen. Obgleich am 2. September schon die erste Veranstaltung angeboten wird, findet die eigentliche Saisoneröffnung am 2. Oktober mit dem Vorstellungskonzert des Brüder-Busch-Preis-Trägers 2018, des Bass-Baritons Milan Siljanov, im Gebrüder-Busch-Theater (GBT) statt – wie immer mit der Philharmonie Südwestfalen im Rücken. Letztmals, so Dörthe Müller, werde die inzwischen 75-jährige Schauspielerin Heidi Mahler in Dahlbruch gastieren: am 19. November mit dem Ohnsorg-Theater und dem Lustspiel „Ein Mann mit Charakter“. Die Geschäftsführerin versprach für die anstehende Saison „unterhaltsame und auch ernste Stücke“. In letztere Kategorie fällt das Ein-Mann-Schauspiel „Die Judenbank“ (Theater Poetenpack, 26. März 2020, GBT), das von der NS-Zeit handelt; vor der Vorstellung wird eine Einführung angeboten. Gilla Cremer wird wieder einmal zu Gast sein („Meeresrand“, 23. April 2020, GBT), und das Euro-Studio Landgraf bringt den Politthriller „Aus dem Nichts“ (31. Oktober, GBT) sowie die Komödie „Eine Stunde Ruhe“ mit Timothy Peach (16. Januar 2020, GBT) auf die Bühne.

"Meisterliche Kammermusik" mit dem American String Quartet 

Was wäre der Busch-Kreis ohne klassische Musik? Selbstverständlich bietet die Reihe „Meisterliche Kammermusik“ (GBT) wieder das, was ihr Titel verspricht: Los geht’s am 2. September mit Passo Avanti unter dem Motto „Klassische Tongebung – Freiheit des Jazz“. Das Ensemble schreibe „die klassischen Stücke fort in unsere Zeit“, sagte Andrea Müller. Ein weiterer Höhepunkt: Zum zweiten Mal kommt das American String Quartet – diesmal im Beethoven-Jahr mit einem entsprechenden Programm (11. März 2020). Die Reihe vervollständigen Konzerte des Salaputia Brass Quintetts (5. November), des Ensembles 4.1 (23. Januar 2020) und ein Liederabend mit Franziska Heinzen und dem aus Hilchenbach stammenden Pianisten Benjamin Mead (23. Februar 2020).
Daneben gibt es ein sinfonisches Konzert mit der Philharmonie Südwestfalen unter dem neuen Chefdirigenten Nabil Shehata (6. Februar 2020, GBT), zwei Konzerte geistlicher Musik mit der Kantorei Siegen bzw. deren Capella Cantabilis (einmal in der ev. Kirche Hilchenbach, einmal in der ev. Kirche Müsen als neuem Veranstaltungsort) sowie drei Kammerkonzerte mit Musikern der Philharmonie in der Reihe „Sonntags um fünf“.

Gernot Hassknecht, "Postillon", Guildo Horn und Gayle Tufts

Im gemischten Programmblock von Kabarett über Comedy bis Musik sind im Busch-Theater Hans-Joachim Heist alias Gernot Hassknecht (27. September), „Der Postillon – live“ (16. November), „American Woman“ Gayle Tufts (13. Februar 2020) und Guildo Horn mitsamt seinen Orthopädischen Strümpfen und einem Mitsingkonzert am Start (24. April 2020). Und beim Hilchenbacher Musikfest am 20. Juni 2020 ist auf dem Marktplatz die Philharmonie open air zu hören.
Vier Angebote richten sich an Kinder/Familien, und eine gute Handvoll Kooperationsveranstaltungen werden gemeinsam mit Erndtebrück gestemmt (die Kulturinitiative stellt ihr Programm noch gesondert vor). Eine Neuigkeit hatte Heinz Seelbach zu verkünden: Erstmals in diesem Jahr wird es nach Siegener Vorbild ein „Wittgensteiner Open-Air-Kino“ geben. Sieben Filme können Freiluft-Cineasten zwischen dem 6. und 15. September an der Haflinger Hütte in Erndtebrück genießen.
Infos zu allen Veranstaltungen gibt es im soeben erschienenen, bei Vorländer gedruckten Programmheft. Tickets sind u. a. bei der SZ-Konzertkasse erhältlich. Internet: www.gebrueder-busch-kreis.de.

Autor:

Alexander W. Weiß (Redakteur) aus Siegen

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