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Kammermusik-Festival in Hilchenbach
Andrei Ioniță und die Liebe zum Cello

Der Cellist Andrei Ioniță hat bereits im Sommer in Hilchenbach ein Konzert gegeben, damals mit der Pianistin Naoko Sonoda. Ende September bringt er zwei weitere hochkarätige junge Musiker aus Berlin mit – zu einem kleinen Festival.
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  • Der Cellist Andrei Ioniță hat bereits im Sommer in Hilchenbach ein Konzert gegeben, damals mit der Pianistin Naoko Sonoda. Ende September bringt er zwei weitere hochkarätige junge Musiker aus Berlin mit – zu einem kleinen Festival.
  • Foto: Nikolaj Lund
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

ciu Hilchenbach/Berlin. Wie aus einer Begegnung etwas entstehen kann, Besonderes, Bedeutendes, das zeigt sich in diesem Sommer in Hilchenbach. Der Kantor der Ev. Kirchengemeinde, Jens Schreiber, kam 2019 über das Kammermusikfestival am Rolandseck (hier ist sein Bruder Torsten maßgeblich an der Organisation beteiligt) und Anfang 2020 erneut in Hamburg in Kontakt mit dem Cellisten Andrei  Ioniță und gewann diesen zunächst für ein Gastspiel im Juli. Das Konzert in der ev. Kirche Hilchenbach mit Ioniță und dessen Klavierbegleiterin Naoko Sonoda fand ein überwältigendes Echo – und findet Ende September eine Fortsetzung mit einem kleinen Kammermusikfestival rund um (aber nicht nur) Beethoven und Brahms.

ciu Hilchenbach/Berlin. Wie aus einer Begegnung etwas entstehen kann, Besonderes, Bedeutendes, das zeigt sich in diesem Sommer in Hilchenbach. Der Kantor der Ev. Kirchengemeinde, Jens Schreiber, kam 2019 über das Kammermusikfestival am Rolandseck (hier ist sein Bruder Torsten maßgeblich an der Organisation beteiligt) und Anfang 2020 erneut in Hamburg in Kontakt mit dem Cellisten Andrei  Ioniță und gewann diesen zunächst für ein Gastspiel im Juli. Das Konzert in der ev. Kirche Hilchenbach mit Ioniță und dessen Klavierbegleiterin Naoko Sonoda fand ein überwältigendes Echo – und findet Ende September eine Fortsetzung mit einem kleinen Kammermusikfestival rund um (aber nicht nur) Beethoven und Brahms.

"Ich bin schon ein Berliner"

Für seine dreiteilige Konzertreihe hat der 1994 in Bukarest geborene Andrei Ioniță zwei weitere Musikerkollegen gewonnen: den Geiger Tobias Feldmann und den Klarinettisten Pablo Barragán. Zu Gast, wiederum in der ev. Kirche, ist damit ein Quartett aus jungen, aufstrebenden, preisgekrönten Künstlern, die gut miteinander können – und das sowohl auf musikalischer als auch auf zwischenmenschlicher Ebene. Zu Hause sind alle vier, die Japanerin, der Deutsche, der Spanier und der Rumäne, in Berlin. Die Stadt, sagt Andrei Ioniță im Interview, sei „ein internationaler Hotspot für klassische Musik“ und damit auch ein Ort, an dem die Herkunft eines Menschen, zumindest im Bereich des Kunstschaffens, von nachgeordneter Relevanz ist. „Ich denke“, so Ioniță, „ich bin schon ein Berliner.“
Die musikalische Laufbahn des Cellisten bekam 2015 ihren entscheidenden Schub mit dem Gewinn des Internationalen Tschaikowski-Wettbewerbs in Moskau. „Das war der Beginn meiner Karriere.“ Der Cellist feierte daraufhin etliche große Debüts in der daran anschließenden Saison – und ist bis heute gut unterwegs damit, seinen Traum zu verwirklichen, „in großen Sälen mit den allergrößten Orchestern zu spielen“.

Ioniță begann Weg am Klavier

Aber dann kam Corona, ein harter Schnitt. Ja, auch er habe am Anfang der Krise an Motivation verloren. „Man hat sich so unnützlich gefühlt“, versucht er seine Stimmungslage im Lockdown zu beschreiben. Im Rückblick lehrten ihn die Wochen ohne Bühne („da fühle ich mich einfach zu Hause“), geduldiger zu werden. Er habe die Zeit genutzt, einige Stücke von seiner Repertoire-Wunschliste einzuüben: wie Dmitri Schostakowitschs Cello-Konzert Nr. 2 oder das Cello-Konzert von Witold Lutosławski. Dazu habe er wieder mit dem Klavierspielen begonnen, das Klavier-Konzert von Mozart erarbeitet und die Klavier-Etüden von Chopin – spätere Aufführung nicht ausgeschlossen.Mit Klavier hat Andrei Ioniță als Kind begonnen. Auf den Wunsch der Mutter hin, einer leidenschaftlichen Chorsängerin, die seine Begabung früh wahrgenommen hat. Die Klavierlehrerin brachte ihn dann zum Streichinstrument, auch wegen seines so guten musikalischen Gehörs. Mit acht Jahren sei er schon zu alt für die Geige gewesen, und so kam er zum Cello. Mit einer Leidenschaft von Anfang an: „Vom allerersten Unterricht an ist es mein Instrument geworden. Ich kann mir ein Leben ohne Cello nicht vorstellen.“

Flugticket für ein Cello

Freilich sei es mit diesem Instrument nicht eben leicht, eine Solokarriere aufzubauen, berichtet der Musiker. Eher selten hätten die großen Orchester Cello-Konzerte im Saisonprogramm. Und auch das Unterwegssein mit einem doch eher sperrigen „Partner“ habe seine Tücken. Bei einem Flug, zum Beispiel, brauche das Cello immer einen eigenen Sitzplatz, mache durchaus Umstände bei der Sicherheitskontrolle und das Reisen, weil mit gleich zwei Tickets, etwas kostspieliger. Doch all das wiege die „Riesenfreude“ auf, sagt Ioniță, dieses Instrument zu spielen. Zumal seines seine eigene Geschichte hat: Weil der Mittzwanziger Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben ist, steht ihm ein Violoncello von Giovanni Battista Rogeri (Brescia 1671) zur Verfügung. Wie es klingt? Kann man hören: am 26./27. September in Hilchenbach.

Drei Konzerte hat Andrei Ioniță für das Hilchenbacher Kammermusik-Festival geplant:
Samstag, 26. September, 20 Uhr:
Ludwig van Beethoven, Tiberiu Olah, Béla Bartók, Maurice Ravel

Sonntag, 27. September, 11.15 Uhr:
Kinderkonzert. Die Künstler spielen, die Kinder fragen.

Sonntag, 27. September, 17 Uhr:
Musik von Darius Milhaud, Svante Henryson, Francis Poulenc und Johannes Brahms.

Tickets im Vorverkauf bei „Bücher by Eva“ am Hilchenbacher Markt oder über Tel. (01 71) 3 74 15 93.

Autor:

Claudia Irle-Utsch (Redakteurin) aus Siegen

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