SZ

"Der Messias" von Händel war in Hilchenbach zu hören
Carpe Sonum, Camerata Instrumentale und Solisten

Viele Musikakteure, viel Publikum: Carpe Sonum, die Camerata Instrumentale, die Solisten Thomas Bonni, Dirk Schmitz, Theresa Nelles und Christine Wehler (v. l.) schufen unter der Gesamtleitung von Jens Schreiber eine eindringliche Interpretation von Händels Oratorium „Der Messias“ in deutscher Übersetzung.
  • Viele Musikakteure, viel Publikum: Carpe Sonum, die Camerata Instrumentale, die Solisten Thomas Bonni, Dirk Schmitz, Theresa Nelles und Christine Wehler (v. l.) schufen unter der Gesamtleitung von Jens Schreiber eine eindringliche Interpretation von Händels Oratorium „Der Messias“ in deutscher Übersetzung.
  • Foto: Olaf neopan Schwanke
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

ne Hilchenbach. Die Zeit der frühen Dunkelheiten ist so recht der Moment für wunderschön helle, ja leuchtende Oratorien, die eigentlich geistliche Opern sind, Singstücke voller Virtuosität mit heiligen Texten. Georg Friedrich Händels 1742 in Dublin uraufgeführtes dreiteiliges Werk gehört seit seiner Entstehungszeit zu den regelmäßig wiederaufgeführten Stücken, die das ganze Kirchenjahr über passen, denn in ihm wird über Jesu Leben, Sterben und Auferstehung philosophiert – und über die Wiederauferstehung der Gläubigen am Jüngsten Tage. Viel Publikum fand sich deshalb in der ev. Kirche Hilchenbach am schön weihnachtlich illuminierten Marktplatz zu einem Höhepunkt regionaler Chorkonzertaufführungen ein.

ne Hilchenbach. Die Zeit der frühen Dunkelheiten ist so recht der Moment für wunderschön helle, ja leuchtende Oratorien, die eigentlich geistliche Opern sind, Singstücke voller Virtuosität mit heiligen Texten. Georg Friedrich Händels 1742 in Dublin uraufgeführtes dreiteiliges Werk gehört seit seiner Entstehungszeit zu den regelmäßig wiederaufgeführten Stücken, die das ganze Kirchenjahr über passen, denn in ihm wird über Jesu Leben, Sterben und Auferstehung philosophiert – und über die Wiederauferstehung der Gläubigen am Jüngsten Tage. Viel Publikum fand sich deshalb in der ev. Kirche Hilchenbach am schön weihnachtlich illuminierten Marktplatz zu einem Höhepunkt regionaler Chorkonzertaufführungen ein.

Camerata Instrumentale als Orchester dabei

Das von Musikdirektor FDB Jens Schreiber geleitete und dieses Jahr zu Meisterchorehren geführte Ensemble Carpe Sonum interpretierte das bekannteste Oratorium des anglophilen Sachsen Händel betont festlich – bestens unterstützt durch renommierte Solostimmen und die Zusammenarbeit mit der auch durch überregionale Auftritte und Projekte bekannten Camerata Instrumentale, die seit ihrer Gründung von Konzertmeisterin Annette Pankratz geleitet wird. Schreiber führte souverän und leidenschaftlich durch das gut zweieinhalbstündige Oratorium in deutscher Übersetzung, einer im Gegensatz zur Oper konzertant und eben nicht szenisch aufgeführten erzählerisch-dramatischen Komposition.

Christine Wehler übernahm für Damaris Unverzagt

Die Musikerzählung versammelt in einer heute sehr modernen Pasticcio-Technik (copy and paste) Texte der Propheten des Alten Testaments, der Psalmen und der Apostel zu einem euphorischen Zeugnis christlicher Heilsgewissheit, gegliedert in drei Teile, die Verheißung und Geburt, Leiden und Sterben und Auferstehung und Wiederkehr Jesu Christi thematisieren. Die Gesangspartie Soprano füllte Theresa Nelles fulminant aus, Altistin Christine Wehler übernahm spontan für die gesundheitlich verhinderte Damaris Unverzagt.Wehler, bundesweit geschätzte Stimme für Alte Musik und romantische Partituren, konnte sich bewundernswert harmonisch in die Zusammenarbeit der Ensembles einfügen, trotz fehlender Probenzeit, interpretierte zum Beispiel eindrucksvolle Duette mit Nelles oder dem lyrischen Tenor Dirk Schmitz. Besonders muss die Gesangspartie des Basses gelobt werden, denn Thomas Bonni sang einen einfach imposanten Bass, der die Verve der Händel‘schen Komposition unterstrich. Insgesamt gefielen die vier Solisten durch barock-typisch klare Intonation ohne die Koloraturen störendes Vibrato und erfreuten durch gute Artikulation und Textverständlichkeit. Gerade in Letzterem standen die rund 25 Sängerinnen und Sänger von Carpe Sonum den solistischen Profis kaum nach: Schreiber hat im Ensemble brillante Soprane, agile Altstimmen und tapfere Tenöre nebst bemühten Bässen, die sich mit viel Freude am Gesang in die oft recht schwierigen Chorfugen und Koloraturen werfen, zu Recht dem Dirigat vertrauen.

„Ich weiß, dass mein Erlöser lebet“

Getragen wurden sämtliche Gesangspartien, ob Chor oder solistisch, vom ausgezeichnet agierenden Instrumentalensemble von Annette Pankratz, die als Basso-continuo-Spieler den jungen Kölner Organisten Christian Tölle zur Seite hatte. Tölle hat schon mit Jens Schreiber zusammengearbeitet und stellte mit feinsinnigem Spiel am Orgelpositiv das musikalische Fundament dar.Höhepunkt für viele war natürlich neben den berühmten Chorfugen des „Halleluja“ und des „Amen“ die Eröffnungsarie des dritten Teils „Ich weiß, dass mein Erlöser lebet“, von Theresa Nelles ergreifend schön gestaltet. Bekannt und beliebt aber bleibt das Oratorium wegen seiner hervorragender Chorpartien. Das am englischen Anthem orientierte große „Halleluja“ als fulminanter Schlusschor des zweiten Teils zum Beispiel provozierte das Hilchenbacher Publikum zu spontanem Szenenapplaus, so hingerissen wurde es interpretiert. Und die unerreichte Chorfuge des abschließenden „Amen“ setzte einen gekonnten Schlusspunkt unter eine insgesamt gelungene Aufführung, die zur Zugabe nach frenetischem Applaus noch einmal ein großes „Halleluja“ anstimmte.

Autor:

Olaf Neopan Schwanke (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen