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Sechs Kammermusiker und eine Pianistin erfreuen mit romantischer französischer Musik
Charmant-virtuose Matinée

Mit „Une Matinée Française“ begeisterten Mitglieder der Südwestfälischen Philharmonie am Sonntagmorgen im Gebrüder-Busch-Theater in Dahlbruch.
  • Mit „Une Matinée Française“ begeisterten Mitglieder der Südwestfälischen Philharmonie am Sonntagmorgen im Gebrüder-Busch-Theater in Dahlbruch.
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lip.Dahlbruch. Der Nieselregen und Corona waren wohl schuld, dass sich am Sonntagmorgen nicht so viele Zuhörer ins Gebrüder-Busch-Theater aufmachten, um „Une Matinee Française“ zu erleben. Sehr schade angesichts der vielen Proben der sechs Musiker der Philharmonie Südwestfalen und der Pianistin Anastasija Avdejeva, des herrlichen spätromantischen Programms sowie der intensiven Vorbereitung durch den Gebrüder-Busch-Kreis, deren Vorsitzender Olaf Kemper die Musikliebhaber mit einem auf schöne Musikerlebnisse einstimmenden Novembergedicht begrüßte.
Träume und spielerische RaffinesseTräumerische Seligkeit breitete sich aus beim Eintauchen in die romantischen Klangwelten der „Méditation“ aus der Oper „Thais“ von Jules Massenet (1842–1912)!

lip.Dahlbruch. Der Nieselregen und Corona waren wohl schuld, dass sich am Sonntagmorgen nicht so viele Zuhörer ins Gebrüder-Busch-Theater aufmachten, um „Une Matinee Française“ zu erleben. Sehr schade angesichts der vielen Proben der sechs Musiker der Philharmonie Südwestfalen und der Pianistin Anastasija Avdejeva, des herrlichen spätromantischen Programms sowie der intensiven Vorbereitung durch den Gebrüder-Busch-Kreis, deren Vorsitzender Olaf Kemper die Musikliebhaber mit einem auf schöne Musikerlebnisse einstimmenden Novembergedicht begrüßte.

Träume und spielerische Raffinesse

Träumerische Seligkeit breitete sich aus beim Eintauchen in die romantischen Klangwelten der „Méditation“ aus der Oper „Thais“ von Jules Massenet (1842–1912)! Werner Stephan (stellvertretender Solocellist der Philharmonie Südwestfalen) und Anastasija Avdejeva (litauische Pianistin, Dozentin und Kammermusikerin) bezauberten mit samten blühendem Celloton und softer Klavierbegleitung.
Darius Milhaud (1892–1974) hat seine Sonate op.226 für Violine und Bratsche (als einziger Nicht-Romantiker des Programms) in den drei Sätzen mit spielerischer Raffinesse, eigenwilliger und tänzerischer Rhythmik sowie leicht dissonanzgeschärfter Harmonik versehen. Hyuk-Chun Gwon (Violine), in Seoul geboren und mehrfacher Preisträger, und der aus Spanien gebürtige Daniel Ibanez-Garcia (er begeisterte schon im Museumskonzert mit seinem Bratschenspiel) lieferten sich einen virtuosen und witzigen Wettstreit.

Singendes Cello

Tieftönend und gefühlvoll, in den höheren Lagen celloähnlich singend, erklang Gabriel Faurés (1845–1924) vielbearbeitetes Lied „Après un rêve“ und danach das abwechslungsreiche „Allegro Appassionato“ op.43, h-Moll für Kontrabass und Klavier von Camille Saint-Saëns (1835–1921). Eric Steffens (seit 2012 Solokontrabassist der Philharmonie Südwestfalen) ist schon öfter glänzend solistisch hervorgetreten. Ein hübscher Kontrast ergab sich durch „Andante und Allegro für Trompete und Klavier“ von Guillaume Balay (1871–1943), der selber Trompeter war.
Schwermütig wiegend, dann elegant und flott mit rasanten Rouladen endend, so präsentierte Thomas Kiess (Solotrompeter der Philharmonie seit 2004) mit klarem Ton die Stücke. Er wurde aufmerksam und klangfüllend von der Pianistin begleitet. Eine sehr dankbare, virtuose Aufgabe hatte sie in der Sonate A-Dur für Violine und Klavier von César Franck (1822–1890).

Geigenglanz

Anar Bramo, seit 2010 Geiger in der Philharmonie Südwestfalen, hat u. a. bei dem legendären Professor Boris Kuschnir in Graz studiert und ist solistisch und kammermusikalisch tätig. Sein von feiner Durchsichtigkeit bis zu dramatischer Wucht reichender Ton gab dem großartigen Werk Glanz. Beide Musiker beendeten mit großer Geste den ersten Konzertteil.
Alle sieben begeisterten abschließend mit dem Septett op.65, Es-Dur von Camille Saint Saëns. In „Préambule“ gab es prächtige Trompetenfanfaren und fugierte Streicherepisoden zu hören. Das „Menuet“ wechselte zwischen altertümlicher Manier und spätromantischer Melodienpracht. Polyphon ging es im „Intermède“ zu. „Gavotte et Final“ war ein von rauschenden und trillernden Klavier-Eskapaden durchwobenes, mit Trompetenfanfaren und Streichermelodien getöntes Schlussstück.
Für den langen Applaus gab es eine skurrile, lustige Bearbeitung des „Toreador-Marsches“ von Georges Bizet: Die Pianistin sorgte als Beckenspielerin für Drive und Tsching, kräftig von der Trompete und den Streichern unterstützt.
Isabell Lippitz

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Redaktion Kultur

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