Brüder-Busch-Preis 2019 geht an Franzosen Joë Christophe
Der Klarinettist „stand über den Dingen“

Joë Christophe ist Träger des Brüder-Busch-Preises 2019. Das Bild zeigt den Franzosen am Mittwoch in München beim Klarinetten-Finale des ARD-Musikwettbewerbs, wo er mit einem 1. Preis ausgezeichnet wurde.
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  • Joë Christophe ist Träger des Brüder-Busch-Preises 2019. Das Bild zeigt den Franzosen am Mittwoch in München beim Klarinetten-Finale des ARD-Musikwettbewerbs, wo er mit einem 1. Preis ausgezeichnet wurde.
  • Foto: Daniel Delang
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

aww/sz Dahlbruch/München. Der Träger des 40. Brüder-Busch-Preises 2019 steht fest: Er heißt Joë Christophe. Der Franzose lieferte am Mittwoch im Münchner Prinzregententheater im Klarinetten-Finale des diesjährigen ARD-Musikwettbewerbs – mit dem der heimische Busch-Preis eng verknüpft ist – eine außergewöhnlich überzeugende Vorstellung ab. Für seine Interpretation von Elliott Carters Konzert für Klarinette und Orchester erhielt Christophe, der vom Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Valentin Uryupin begleitet wurde, von der Jury einen 1. Preis. Seine beiden Mitbewerber, der Portugiese Carlos Brito Ferreira und der Südkoreaner Han Kim, wurden in einem hochklassigen Finale jeweils mit einem 2. Preis ausgezeichnet. Eine „historische Entscheidung“ der Jury und „das beste Ergebnis für das Fach Klarinette in der 68-jährigen Geschichte des Wettbewerbs“, heißt es in diesem Zusammenhang auf br-klassik.de, einem Portal des Bayerischen Rundfunks (BR) als Ausrichter des renommierten ARD-Wettbewerbs. Insgesamt nahmen ca. 60 Bewerber im Fach Klarinette teil.

Nassauer: Christophe hat das Zeug zu großer Karriere

Michael Nassauer, Intendant der Philharmonie Südwestfalen als Mitglied des Kuratoriums Brüder-Busch-Preis, war vor Ort in München, begleitet von der ehemaligen Philharmonie-Klarinettistin Elke Aufschläger. Sie hätten sich, unabhängig von der dortigen Jury und bevor die Entscheidung des Gremiums bekannt gegeben worden sei, für Joë Christophe entschieden, berichtete Nassauer am Donnerstag im Gespräch mit der SZ-Kulturredaktion.

„Es war ein hochinteressanter und sehr spannender Wettbewerb“, so der Intendant des NRW-Landesorchesters. „Die Jury hat sehr lange gebraucht und eine Stunde lang getagt. Das Niveau dieses Jahr war sehr hoch.“ Christophe sei der erst dritte Klarinettist, der beim ARD-Musikwettbewerb mit einem 1. Preis ausgezeichnet worden sei, sagte Nassauer.
Das Klarinettenkonzert von Elliott Carter (1908–2012) sei sehr schwer, aber der 1994 geborene Christophe, dem Nassauer eine große Bühnenpräsenz bescheinigt, habe das Stück „nicht nur gespielt – er stand drüber über den Dingen“. Der heimische Orchester-Chef traut dem jungen Franzosen, den er als sympathisch beschreibt und dessen „leicht vibratoreichen Ton“ er lobt, eine große Karriere zu – ein Potenzial, das er durchaus nicht bei allen jungen Talenten sieht.

Sonderpreis für beste Interpretation des Auftragswerks

Neben dem mit 10 000 Euro dotierten 1. Preis erhielt Joë Christophe nach BR-Angaben in München auch den Sonderpreis für die beste Interpretation der Auftragskomposition „Three Pieces For Clarinet“ von Mark Simpson.
Christophe trat laut Presseinfo 2015 in das Pariser Konservatorium ein und studierte bei Philippe Berrod, dem Soloklarinettisten des Orchestre de Paris. Derzeit absolviert er unter der Leitung von Michel Moraguès sein Masterstudium in Kammermusik. Er ist Preisträger mehrerer Wettbewerbe und spielte mit Ensembles wie dem Orchestre de Paris, dem Orchestre National de France, dem Orchester der Opéra de Limoges oder dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg. In den vergangenen Jahren trat er in renommierten Konzertsälen wie der Philharmonie de Paris auf und hatte die Möglichkeit, mit Dirigenten wie David Zinman, Alain Altinoglu und Sir Simon Rattle zusammenzuarbeiten. Christophe genieße die Vielfalt der Musikgenres, wie es in seinen biografischen Angaben heißt. Neben Jazz, zeitgenössischer und orientalischer Musik spielt er Klezmer mit dem Sirba Octet, einem Ensemble traditionell jüdischer Musik.

Zur Saisoneröffnung stellt sich der Preisträger 2018 vor

Im nördlichen Siegerland steht jetzt übrigens erst einmal die Einführung des Brüder-Busch-Preis-Trägers des Jahres 2018 an: Zur Eröffnung der 59. Spielzeit des Gebrüder-Busch-Kreises wird der Bass-Bariton Milan Siljanov am Mittwoch, 2. Oktober, ab 20 Uhr im Dahlbrucher Busch-Theater gastieren, begleitet von der Philharmonie Südwestfalen unter Leitung von Gerard Oskamp. Das Konzert wird von der Siegener Zeitung präsentiert.
Weitere Informationen zum Brüder-Busch-Preis gibt es im Internet unter www.gebrueder-busch-kreis.de.
Infos und Impressionen zum ARD-Musikwettbewerb online unter www.br.de/ard-musikwettbewerb.

Autor:

Alexander W. Weiß (Redakteur) aus Siegen

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