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Milan Siljanov stellte sich im Gebrüder-Busch-Theater vor
Ehrung für Brüder-Busch-Preis-Träger 2018

Der gebürtige Schweizer Bass-Bariton Milan Siljanov nahm am Mittwochabend im Busch-Theater in Dahlbruch die Urkunde zum 39. Brüder-Busch-Preis 2018 entgegen.
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  • Der gebürtige Schweizer Bass-Bariton Milan Siljanov nahm am Mittwochabend im Busch-Theater in Dahlbruch die Urkunde zum 39. Brüder-Busch-Preis 2018 entgegen.
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aww Dahlbruch. Mit einer überaus feinen Vorstellung des Brüder-Busch-Preis-Trägers 2018, Milan Siljanov, und der Philharmonie Südwestfalen unter Gerard Oskamp sowie einer emotionalen Ansprache des Gebrüder-Busch-Kreis-Vorsitzenden Olaf Kemper, die Appellcharakter in verschiedene Richtungen besaß, ist die 59. Spielzeit der Kulturgemeinde der Stadt Hilchenbach und der Gemeinde Erndtebrück nun auch offiziell eröffnet worden. Kemper freute sich am Mittwochabend im Dahlbrucher Busch-Theater über ein „fast volles Haus“ – zu Recht, gehören sehr gut besetzte Ränge beim Busch-Kreis doch nicht gerade zum Alltag.

aww Dahlbruch. Mit einer überaus feinen Vorstellung des Brüder-Busch-Preis-Trägers 2018, Milan Siljanov, und der Philharmonie Südwestfalen unter Gerard Oskamp sowie einer emotionalen Ansprache des Gebrüder-Busch-Kreis-Vorsitzenden Olaf Kemper, die Appellcharakter in verschiedene Richtungen besaß, ist die 59. Spielzeit der Kulturgemeinde der Stadt Hilchenbach und der Gemeinde Erndtebrück nun auch offiziell eröffnet worden. Kemper freute sich am Mittwochabend im Dahlbrucher Busch-Theater über ein „fast volles Haus“ – zu Recht, gehören sehr gut besetzte Ränge beim Busch-Kreis doch nicht gerade zum Alltag.

Olaf Kemper hielt zukunftsweisende Ansprache

Dass der immer noch recht neue Busch-Kreis-Vorsitzende nicht für ein schlichtes „Weiter so“ steht, hat er in der Vergangenheit hier und da zum Ausdruck gebracht. Nun machte er in seiner Begrüßungsrede deutlich, dass der Kulturverein „den nächsten Schritt“ gehen wolle (hier der SZ-Kommentar dazu). Das Publikum beschwor er: „Nur wenn Sie kommen, wird das hier weitergehen!“ Und gab damit seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Besucher des Abends auch in Zukunft mit Anwesenheit glänzen. Zustimmung aus dem Auditorium. Bezugnehmend auf Äußerungen aus Arnsberger Richtung, denen zufolge in Siegen-Wittgenstein zu viel Geld in die Kultur fließe, wie Kemper referierte, fragte er, indem er sich direkt an den im Publikum sitzenden Landrat Andreas Müller wendete, wo denn dieses Geld abbleibe. Beim Busch-Kreis vermisst Kemper es offenkundig: „Oder geht das alles nach Siegen?“, fragte er weiter, um gleich versöhnlich einzuschränken: „Das glaube ich nicht.“ Schließlich sprach er auch die Philharmonie Südwestfalen unmittelbar an. Das Orchester wolle aus seiner „Mutterstadt“ Hilchenbach hinaus in die „große, weite Welt“, soll heißen: nach Siegen (wir berichteten mehrfach ausführlich). „Ich bin stolz darauf“, sagte Kemper, mahnte aber zugleich: „Eine Mutter leidet am Empty-Nest-Syndrom!“ Er hoffe, dass das Orchester künftig nicht nur gelegentlicher Gast im kleinen Hilchenbach sei, sondern „uns“ die Stange halte.

Ute Debus und Andrea Müller hielten Laudatio

Ungeachtet aller nachdenklichen Worte gab es an diesem Abend noch eine Menge mehr zu tun: schöne Musik zu spielen, singen und hören, einen Preis zu verleihen, eine Laudatio zu halten. Letztere übernahmen Siegens Kantorei-Chefin Ute Debus, die im vergangenen Jahr als fachkompetente Gesangsexpertin das Busch-Preis-Kuratorium beim ARD-Musikwettbewerb vertrat, wo der Preisträger traditionell gefunden wird, sowie ihre damalige Begleiterin, die 2. Vorsitzende des Busch-Kreises, Andrea Müller (seinerzeit ebenfalls dabei: Philharmonie-Intendant Michael Nassauer).In ihrer Rede lobten sie unter anderem die sonore, in allen Lagen tragfähige Bass-Bariton-Stimme des Preisträgers Milan Siljanov, dessen durchweg hervorragende Interpretationen und „mehr als angemessene“ musikalische Gestaltung beim ARD-Wettbewerb. In München wurde er mit dem 2. Preis der Jury und dem Publikumspreis geehrt. Den 39. Brüder-Busch-Preis überreichte ihm nun in Dahlbruch Hilchenbachs Bürgermeister Holger Menzel, der Siljanov einlud, sich in der Pause ins Goldene Buch der Stadt einzutragen.

Philharmonie Südwestfalen agierte spielfreudig

Musikalisch eröffnete die Philharmonie Südwestfalen unter der Leitung des Niederländers Gerard Oskamp das Konzert mit Mendelssohn Bartholdys Ouvertüre „Heimkehr aus der Fremde“ op. 89, im besten Sinne gefällige Musik mit Schmiss, prächtig und glänzend, der sich das Orchester mit Verve widmete. Ausgesprochen spielfreudig, konzentriert und auf den Punkt gestalteten die Philharmoniker auch die den Abend beschließende 8. Sinfonie G-Dur op. 88 von Antonín Dvořák, ein vielfach bewegliches, heiteres, zuweilen strahlendes Werk, das der fordernden, straffen, kraftvollen und agilen Wirkung von Oskamps Dirigierstil entsprach. Der lang währende Schlussapplaus war merklich von der Begeisterung der Zuhörerschaft getragen.

Milan Siljanov überzeugte mit samtenem Bass

Die beiden Orchesterstücke bildeten den klangschönen Rahmen für den Auftritt des in der Schweiz geborenen Sängers Milan Siljanov, der mit wunderbar samtenem Bass die drei Stücke „Don Quichotte à Dulcinée“ („Chanson romanesque“, „Chanson épique“, „Chanson à boire“) von Maurice Ravel sowie fünf Gedichtvertonungen von Gustav Mahler nach „Des Knaben Wunderhorn“ („Rheinlegendchen“, „Des Antonius von Padua Fischpredigt“, „Der Tamboursg’sell“, „Urlicht“) und nach Friedrich Rückert („Um Mitternacht“) darbot. Insbesondere die getragenen, schwerblütigen Lieder interpretierte Siljanov mit bemerkenswerter Gestaltungskraft, glänzte etwa im „Chanson épique“ mit klaren Tiefen, raumfüllendem Volumen und ausgewogenem, fein schwingendem Vibrato, legte alle Mutlosigkeit und Traurigkeit des „Tambourgesellen“ in seinen Vortrag, ließ eine glockenklare Kopfstimme im „Urlicht“ hören oder wechselte zwischen nachdrücklicher Klage und leiser Verzagtheit in der „Mitternacht“. Dabei erwies sich seine warm timbrierte Stimme als stets durchsetzungsfähig gegenüber dem Orchester. Mit einem weiteren, heiteren Mahler-Lied, „Lob des hohen Verstandes“, bedankte sich Siljanov für rauschenden Applaus und Bravorufe.

Autor:

Alexander W. Weiß (Redakteur) aus Siegen

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