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Mitglieder der Philharmonie Südwestfalen überzeugen mit Schuberts Oktett F-Dur
Ein Wendepunkt in der Musik

Acht Musiker der Philharmonie Südwestfalen haben Schuberts Oktett, ein kammermusikalisches Highlight, in Hilchenbach aufgeführt, gestreamt vom Virtuellen Hut.
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  • Acht Musiker der Philharmonie Südwestfalen haben Schuberts Oktett, ein kammermusikalisches Highlight, in Hilchenbach aufgeführt, gestreamt vom Virtuellen Hut.
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bst - Nach der Uraufführung von Schuberts Oktett  war die Kritik geteilt. Nach der Darbietung  durch  Musiker der Philharmonie in Hilchenbach steht das einhellige Lob fest!
bst Hilchenbach.  Endlich durften sich auch Kammermusik-Liebhaber über einen konzertanten Stream des Virtuellen Huts freuen, der am Mittwochabend aus der ev. Kirche Hilchenbach kam. Johanna Radoy und Laura Galíndez (Violinen), Elisabeth Lappe (Viola), I Chien (Cello), Christian Todorov (Bass), Julia Graebe (Klarinette), Grigory Yakubovich (Horn) sowie Susumu Takahashi (Fagott) von der Philharmonie Südwestfalen hatten schon länger nach einer Möglichkeit gesucht, ein kammermusikalisches Juwel des 19. Jahrhunderts zu präsentieren: Franz Schuberts Oktett F-Dur (D. 803, Opus posthum 166, öffentlich uraufgeführt 1827).

bst - Nach der Uraufführung von Schuberts Oktett  war die Kritik geteilt. Nach der Darbietung  durch  Musiker der Philharmonie in Hilchenbach steht das einhellige Lob fest!
bst Hilchenbach.  Endlich durften sich auch Kammermusik-Liebhaber über einen konzertanten Stream des Virtuellen Huts freuen, der am Mittwochabend aus der ev. Kirche Hilchenbach kam. Johanna Radoy und Laura Galíndez (Violinen), Elisabeth Lappe (Viola), I Chien (Cello), Christian Todorov (Bass), Julia Graebe (Klarinette), Grigory Yakubovich (Horn) sowie Susumu Takahashi (Fagott) von der Philharmonie Südwestfalen hatten schon länger nach einer Möglichkeit gesucht, ein kammermusikalisches Juwel des 19. Jahrhunderts zu präsentieren: Franz Schuberts Oktett F-Dur (D. 803, Opus posthum 166, öffentlich uraufgeführt 1827).

Musik wie Schuberts Leben

Schuberts „bohèmehaft ungebundenes Künstlertum, sein Geselligkeitsbedürfnis, seine Überschwänglichkeit, seine behäbige Gutmütigkeit; ein Schimmer von den Straßen und Jahrmärkten, eine Anspielung auf das Theater, einen erhaschten Fetzen aus dem Lied irgendeines Kaffeehauses oder Biergartens“ – all das spiegele sich in diesem Oktett wider, vermerkte der englische Schubert-Forscher Maurice J. E. Brown.
Dabei hatte der Auftraggeber dieser Komposition – Erzherzog Rudolfs Obersthofmeister und Klarinettist im herzoglichen Musikensemble, Graf Ferdinand von Troyer – Schubert insofern eingeschränkt, als er für den Kompositionsauftrag Ludwig van Beethovens äußerst beliebtes Sextett Opus 20, uraufgeführt im April 1800, als Leitlinie vorgegeben hatte. Formal hielt sich Schubert bezüglich Satz-Anzahl, Satzart und Tonartendisposition zwar daran. Doch er nahm eine zweite Violine hinzu, so dass bei ihm ein Streichquintett und ein Bläsertrio (Klarinette, Horn, Fagott) musizieren, die doch recht andere Wege beschreiten als Beethoven.

Orientiert an Beethoven, umgesetzt von Schubert

Den punktierten Rhythmus ausprägend, der sich in allen Sätzen wiederfinden lässt, eröffneten die acht Musiker das Konzert, gaben dem sich aus ihm entwickelnden ersten Thema gehörigen dynamischen Schwung und ließen ihn bei der absteigenden Linie des Nachsatzes erlahmen. Immer wieder aufscheinende Bemühungen des Anfangsthemas, sich gegen das d-Moll-Überleitungsthema zu behaupten, bleiben erfolglos.
Julia Grabes tragender Gesang auf der Klarinette eröffnete virtuos das Adagio. Nach weiterer polyphoner Entwicklung dieses Satzes erleidet diese Melodie einen jähen Abbruch, das ruhige Ende des Satzes mutet resignierend an. Das nachfolgende Allegro-vivace-Trio evozierte voller Spielfreude der Musiker Assoziationen an ländliche Idylle, gefolgt von einem Variationensatz, basierend auf einem Thema aus Schuberts Singspiel „Die Freunde von Salamanca“. Auch hier bestach wiederum die Virtuosität der Ausführenden.
Das nachfolgende Menuett ist durch starke Modulationen im Mittelteil geprägt und wurde von den Musikern relativ verhalten entfaltet – umso belebender trat dann das Trio hervor. Das dumpfe Tremolo der Bässe leitete das Finale ein und ließ Schuberts Depressionen anklingen, ehe sich die Stretta hastig dagegen auflehnte, schließlich alles Bedrohliche überwand und mit orchestral wirkender Klangfülle zu „himmlischer Seligkeit“ vordrang, wie Hugo Wolf das in seiner Rezension dieses Werks nannte.

Lob für die Darbietung

Nach der öffentlichen Uraufführung 1827 war die Kritik uneinheitlich. Die Aufführung am Mittwochabend in Hilchenbach durch die acht Mitglieder der Philharmonie Südwestfalen verdient indes ein Lob: Hochmotivierte Musiker boten bei technischer Perfektion auf ihren Instrumenten voller Spielfreude und bei exzellentem Zusammenspiel eine Interpretation von Schuberts Oktett, welche die Vielschichtigkeit dieses hochkarätigen Kammermusikwerks eindringlich deutlich machen konnte. Optimierbar gewesen wäre nur die Bildregie, die teilweise überfordert wirkte, was bei den Bläsersoli besonders auffiel.

Acht Musiker der Philharmonie Südwestfalen haben Schuberts Oktett, ein kammermusikalisches Highlight, in Hilchenbach aufgeführt, gestreamt vom Virtuellen Hut.
Mitglieder der Philharmonie Südwestfalen erfüllen sich einen langgehegten Trau: Sie führen schuberts Oktett“ in der ev. Kirche Hilchenbach auf.
Autor:

Bernd Sensenschmidt

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