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Gayle Tufts mit "American Woman" in Dahlbruch
Eine Nacht mit Florian Silbereisen...

hre Heimat sind die USA, ihr Zuhause ist sei 27 Jahren Berlin. Gayle Tufts.
  • hre Heimat sind die USA, ihr Zuhause ist sei 27 Jahren Berlin. Gayle Tufts.
  • Foto: Robert Recker
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

zel Dahlbruch/Berlin. Verschoben, verschoben und verschoben …  Unglaublich, aber wahr: Wenn jetzt auf den letzten Metern nichts dazwischenkommt, kommt Gayle Tufts jetzt sehr bald ins Gebrüder-Busch-Theater nach Dahlbruch. Die Siegener Zeitung präsentiert das Gastspiel in Zusammenarbeit mit dem Gebrüder-Busch-Kreis. Es gibt noch Karten. Bevor es am Samstag, 20 Uhr, losgeht, konnten wir der „American Woman“ in Berlin ein paar Fragen stellen. Die deutsche (!) Entertainerin hat sie schriftlich beantwortet.

„How I lost my Heimat and found my Zuhause“ heißt Ihr Buch „American Woman“ im Untertitel. Was genau bedeuten die beiden deutschen Wörter für Sie? Offenbar verbinden Sie unterschiedliche Gefühle mit „Heimat“ und „Zuhause“.

zel Dahlbruch/Berlin. Verschoben, verschoben und verschoben …  Unglaublich, aber wahr: Wenn jetzt auf den letzten Metern nichts dazwischenkommt, kommt Gayle Tufts jetzt sehr bald ins Gebrüder-Busch-Theater nach Dahlbruch. Die Siegener Zeitung präsentiert das Gastspiel in Zusammenarbeit mit dem Gebrüder-Busch-Kreis. Es gibt noch Karten. Bevor es am Samstag, 20 Uhr, losgeht, konnten wir der „American Woman“ in Berlin ein paar Fragen stellen. Die deutsche (!) Entertainerin hat sie schriftlich beantwortet.

„How I lost my Heimat and found my Zuhause“ heißt Ihr Buch „American Woman“ im Untertitel. Was genau bedeuten die beiden deutschen Wörter für Sie? Offenbar verbinden Sie unterschiedliche Gefühle mit „Heimat“ und „Zuhause“.

Heimat ist der Ort, der mich geprägt hat, meine Vergangenheit – wo ich groß geworden bin, die Lieder, die wir als Kinder gesungen haben die TV-Shows meiner Jugend, der Irish Stew von meiner Mutter, die Lichter in Cape Cod.
Mein Zuhause ist die Gegenwart – das täglich Neue. Dort, wo ich meine Karriere erarbeitet und meine Family of Friends gebaut habe.

Was haben Sie zum Beispiel verloren und was gefunden?

Verloren habe ich ein bisschen von meiner Ungeduld und dem New Yorker Tempo. Unglaublich, aber wahr – ich habe in den USA noch viel schneller gesprochen.
Gefunden habe ich hier Nachdenklichkeit, Bodenständigkeit, etwas mehr Geduld.

Etwas gegen den Populismus unternehmen


Das Buch ist ja schon 2017 erschienen, in dem Jahr, in dem Sie die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben – nach einem Vierteljahrhundert als Amerikanerin in Berlin. Eine spontane Entscheidung oder von langer Hand geplant? Ein großer Schritt oder ein kleiner?

Beides. Ich wohne seit 1991 fest in Berlin. (Mein erster Besuch in West Berlin war sogar schon 1984.) Ich wusste nach 27 Jahren, dass Deutschland mein Zuhause ist und bleiben wird. Ich habe immer in zwei Welten und zwei Sprachen gelebt – eine sehr emotionale Angelegenheit. Nach dem Tod meiner Mutter 2010 – sie hatte mir am Krankenbett, kurz vor ihrem Tod, gesagt: „Geh dahin zurück, wo du glücklich bist“ – und der unbegreiflichen Wahl des Orangen Monsters hatte ich die Kraft und den Mut, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Ich wollte auch etwas gegen den Populismus unternehmen und endlich wählen können.

Warum war 2017 der richtige Zeitpunkt dafür? Jetzt sagen Sie nicht, ein gewisser Herr Trump hätte was damit zu tun...

Doch. Und die Erfahrung: Jede Stimme zählt! Und Wahlen können wirklich etwas verändern – die USA-Wahl, der Brexit – oder die jetzigen Entscheidungen des amerikanischen Supreme Court.

Und – je bereut?

Never ever.

Rasend schnelles Denglisch

Ich meine mich zu erinnern, dass Emmanuel Peterfalvi in einem Interview mit weniger französischem Akzent mit mir sprach, als es seine Bühnenfigur Alfons tut. Ihr Markenzeichen auf der Bühne und im Fernsehen ist rasend schnelles „Denglisch“, ein Mix aus Deutsch und Englisch. Sie kultivieren das schon auch ein bisschen, oder?

Ich benutze es, um mehr Möglichkeiten zu haben. Es gibt mehr Reime und vielfältigere Pointen. Der Unterschied zu Alfons ist: Ich bin kein Bühnencharakter – my name is really my name. Ich feiere den Alltag, meine Shows sind Tagebücher – immer basierend auf dem realen Leben. Natürlich verdichtet.

Apropos Sprache: „Habseligkeiten“ wurde in einem Wettbewerb 2004 zum schönsten deutschen Wort gekürt. Welches ist Ihr liebstes und warum?

Ich war auch Teil des Wettbewerbs, und mein Vorschlag war: LIEBE.
Heute würde ich „Quereinsteigerstellenangebote“ vorschlagen. Sehr realitätsbezogen – es klingt aber auch wie eine komplizierte Kamasutra-Stellung für sehr gelenkige Menschen.

Gibt’s auch ein englisches Lieblingswort?

Brilliant. Starstruck. Incomparable.

"Liebesbrief an Deutschland - und die andere USA"

Wenn Sie jetzt mit Ihrem Solo-Abend „American Woman“ zu uns kommen, ist das ja mehr als eine Lesung. Wird es auch politisch? Was darf das Publikum erwarten, wenn es sich für einen Abend mit Gayle Tufts verabredet – und vielleicht nach langer Corona-bedingter Abstinenz mal wieder in ein Theater geht?

Es ist mein Liebesbrief an Deutschland – und an die andere USA. Und ich gehe dahin, wo es richtig deutsch wird. Zum Beispiel erzähle ich auch von meiner Nacht mit Florian Silbereisen. Lesung ist mittlerweile die falsche Bezeichnung – ich kann einfach nicht lange still sitzen. Ich springe auf und feiere eine Mischung aus Stand Up, Gesang, Lesung und viel Spontaneität.
Es wird politisch. Es wird sehr komisch. Es wird berührend. Ich möchte, dass alle besser gelaunt nach Hause gehen, als sie gekommen sind. Das ist meine Aufgabe als Entertainerin – und ich gebe nicht auf, bevor ich das geschafft habe.

Frau Tufts, thank you vielmals and auf Wiedersehen!

Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

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