Mittelalter-Rock, Feuertanz und Funkenflug
In Extremo mit Chartbreakern auf dem Giller

In Extremo auf dem Giller bei KulturPur: Sänger und Gründungsmitglied „Das letzte Einhorn“ alias Michael Robert Rhein heizte den Fans ordentlich ein.
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  • In Extremo auf dem Giller bei KulturPur: Sänger und Gründungsmitglied „Das letzte Einhorn“ alias Michael Robert Rhein heizte den Fans ordentlich ein.
  • Foto: René Achenbach
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

sib Grund. Hereinspaziert und aufgemerkt, die Könige von Feuertanz und Funkenflug sind wieder im Dorf! Fast auf den Tag genau zehn Jahre sind vergangen, seit die Mittelalter-Rocker von In Extremo zum ersten Mal die Ginsberger Heide rockten, und dieses Jahr waren die Spielleute als Top-Act zurück auf dem Giller. Ausverkauftes Haus konnte die Festivalleitung am Samstagabend vermelden, als sich In Extremo auf ihrer aktuellen Tournee zum zwölften Studio-Album „Quid Pro Quo“ anschickten, das große Zelttheater in einen schwülwarmen Hexenkessel mit jeder Menge Pyrotechnik und (schweiß-)treibenden Liedern zu verwandeln, die Fans der ersten Stunde wie Neuzugänge gleichermaßen begeisterten.

In Extremo sind dem eigenen Stil treu geblieben

Mit ihrem 2016er Tonträger erreichte die Band Platz eins der deutschen Album-Charts, und schon als sie 1998 ihr erstes Album, „Weckt die Toten“, ablieferte, gelang ihr damit weit mehr als nur ein Achtungserfolg in der Gothic-Szene. Was in kleinerer Besetzung mit rein mittelalterlicher Ausrichtung auf einschlägigen Märkten und Festen vor übersichtlichem Publikum begann und sich bis heute zum frenetisch gefeierten Headliner-Septett auf arrivierten Festivals entwickelt hat, kommt nicht von ungefähr: Von Anfang an gelang es der Combo, ihren eigenen Stil zu kreieren - und dem ist sie bis heute treu geblieben.

Klassiker der Mittelalter-Rocker von Fans begeistert gefeiert

Treibende Trommelsätze, markante Melodien, ebenso exotisch wie eingängig klingend, und der kratzig-kraftvolle Gesang von Sänger und Gründungsmitglied „Das letzte Einhorn“ alias Michael Robert Rhein sowie Anleihen aus dem Industrial- und Metal-Genre machen den Markenkern der erfolgsverwöhnten Folk-Rocker aus, und für die Fans vor der Bühne war es auf dem Giller schier unmöglich stillzuhalten, wenn die extravaganten Spielleute die Wangen aufplusterten und in ihre Schalmeien und Dudelsäcke stießen. "Pommesgabeln" flogen in die Luft bei jedem Instrumentalsolo, und die Texte wurden so lautstark mitgesungen, dass man draußen manchmal die Fans lauter hörte als die Band.
Handelten frühere Texte der Band noch eher von Mythen, Legenden, fahrenden Spielleuten und der niederen Minne, so zeigen einige Titel des aktuellen Albums, dass man inhaltlich durchaus im Hier und Jetzt angekommen ist. Etwas Kapitalismus-Kritik hier, wie im Titeltrack "Quid Pro Quo", und etwas Pazifismus dort, wie bei „Lieb Vaterland, magst ruhig sein“, kehren die nachdenkliche Seite der Mittelalter-Rocker heraus. Doch auch die neuen Songs weisen den unverwechselbaren In-Extremo-Sound auf und forderten genau so zum Tanzen und Headbangen heraus wie Klassiker der Bands à la „Herr Mannelig“ oder „Liam“, die von den Konzertbesuchern begeistert gefeiert wurden.

Wermutstropfen: In Extremo legten mit Verspätung los

Keine Frage, Mittelalter-Party war angezeigt, doch leider hatten die Fans einen Wermutstropfen zu verschmerzen: Die Band legte erst mit satten 20 Minuten Verspätung los, und bei einem derartig eng getakteten Zeitplan wie bei KulturPur konnte man die verlorene Zeit nicht mehr hinten dranhängen. Einige Konzertbesucher beschwerten sich auch darüber, dass sie nach dem Toiletten-Gang während des Konzerts nicht mehr zu ihren Freunden vor der Bühne vorgelassen wurden. Aus Sicherheitsgründen, weil es so voll war, wurden sie nicht mehr durchgelassen.

Autor:

Simone Jurisch (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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