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Prof. Hempfling an der Hilchenbacher Orgel
Mit Flöten und Zungen

Prof. Volker Hempfling spielte ein eindrucksvolles Orgelkonzert.
  • Prof. Volker Hempfling spielte ein eindrucksvolles Orgelkonzert.
  • Foto: Isabell Lippitz
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lip Hilchenbach. Orgelmusik ist in Corona-Zeiten angesagt: Wie ersehnt Live-Musik ist, zeigte sich auch am Sonntagabend in der ev. Kirche Hilchenbach. Trotz Maskenpflicht während des Konzertes waren fast alle vorgesehenen Plätze besetzt. Pastor Herbert Scheckel hatte zur Begrüßung der Besucher eine alte Orgelpfeife mitgebracht, um auf das „Wunderwerk Orgel“ einzustimmen, das gleichzeitig ein Tasten- und Blasinstrument ist. Er verwies darauf, dass im Hebräischen das Wort für „Wind“ und „Atem“ auch „Geist“ bedeutet.
Ein erfahrener Domorganist: Volker HempflingDer als Gründer der Kölner Kantorei (die er 46 Jahre lang leitete) und als Kirchenmusikdirektor am Altenberger Dom bekannte Musiker Volker Hempfling hat sich als Professor für Chorleitung (u. a.

lip Hilchenbach. Orgelmusik ist in Corona-Zeiten angesagt: Wie ersehnt Live-Musik ist, zeigte sich auch am Sonntagabend in der ev. Kirche Hilchenbach. Trotz Maskenpflicht während des Konzertes waren fast alle vorgesehenen Plätze besetzt. Pastor Herbert Scheckel hatte zur Begrüßung der Besucher eine alte Orgelpfeife mitgebracht, um auf das „Wunderwerk Orgel“ einzustimmen, das gleichzeitig ein Tasten- und Blasinstrument ist. Er verwies darauf, dass im Hebräischen das Wort für „Wind“ und „Atem“ auch „Geist“ bedeutet.

Ein erfahrener Domorganist: Volker Hempfling

Der als Gründer der Kölner Kantorei (die er 46 Jahre lang leitete) und als Kirchenmusikdirektor am Altenberger Dom bekannte Musiker Volker Hempfling hat sich als Professor für Chorleitung (u. a. in Düsseldorf), als Juror internationaler Chorwettbewerbe und als Leiter weiterer Chöre auch im Ausland einen Namen gemacht. Das Programm des Orgelkonzertes, das Hempfling erklärend vorstellte, spiegelte seinen großen Erfahrungsschatz als Domorganist wider.
So erklangen zu Beginn, eingerahmt von dem im vollen Werk rauschend und strahlend vorgetragenen Präludium C-Dur und der (verkürzten) berühmten Toccata d-Moll von Johann Sebastian Bach, drei seiner Choralbearbeitungen aus dem 90-seitigen „Orgelbüchlein“ aus der Weimarer Zeit. Zum besseren Verständnis spielte Hempfling vorweg die Choräle, denen die polyphon und harmonisch kunstvollen Bearbeitungen Bachs folgten. Die letzte – „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ BWV 642 – präsentierte die vier sehr unterschiedlichen Strophen in variationsreicher Registrierung.

Spannende Variationen zu Bach

Seit der Überarbeitung der Ott-Orgel durch die Siegener Firma Hans-Peter Mebold bietet sie mit ihren zehn Zungenregistern abwechslungsreiche Klangmöglichkeiten.
Die barocken Choralvariationen Johann Gottfried Walthers über „Jesu, meine Freude“ gefielen durch ruhige, helle Flötenmelodien, herbe, chromatisch-schmerzliche Zungenregisterpassagen und Variationen in vollen Prinzipalchören. Nach der schwungvollen, spätromantischen „Toccata G-Dur“ des Pariser Organisten Théodore Dubois (Organist am Invalidendom) erklangen als hübscher Kontrast Joseph Haydns „Stücke für die Flötenuhr“. Mit dem Einsatz der ganz kleinen, hohen Flötenregister, mit Echos im Schwellwerk und einem Mini-Blasorchester aus Zungenregistern waren die vier Sätze ein Ohrenschmaus.

Kontrastreiche Registrierungen

Ruhig erklang die Bearbeitung (Hempfling) von Robert Schumanns „Freu dich sehr, o meine Seele“ (aus dem „Jugendalbum“). Auch die „Klösterliche Melodie“ von Sigfrid Karg-Elert hatte ein langsames, dunkel-meditatives, von Dissonanzen durchgeistertes Klangbild. „Der musizierende Engel“ aus der geistlichen Oper „François d´Assise“ von Olivier Messiaen war ein lichtdurchflutetes Vogelgezwitscher auf liegenden Akkorden.
Eindrucksvoll virtuos beschloss Hempfling das Konzert mit dem „Choral a-Moll“ von César Franck. Dieses für die hallige Akustik der gotischen Pariser Kirche St. Sulpice und für die dortige riesige Cavaillé-Coll-Orgel komponierte Stück wechselte zwischen melodiösen, im Schwellwerk dynamisch an- und abschwellenden Chorälen (Zungenregister mit Tremulant) und arpeggienreichen, sich auftürmenden, metallisch glänzenden Klangmassen. Ein wenig fehlte in der trockenen Akustik der Hilchenbacher Kirche der Nachhall.
Langer großer Applaus: Als Zugabe spielte Volker Hempfling ein weiteres französisches, spätromantisches Stück (Léon Boëllmann), das melodiös ruhige „Prière à Notre Dame“. Ein tröstlicher Abschluss! 
Isabell Lippitz

Autor:

Redaktion Kultur

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