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Chefdirigent Nabil Shehata stellte sich im Gebrüder-Busch-Theater in Dahlbruch vor
Philharmonie Südwestfalen voller Kraft und Lebensfreude

Nabil Shehata, Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen, stellte sich dem Dahlbrucher Publikum im Gebrüder-Busch-Theater mit einem Programm weltbekannter Melodien vor.
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  • Nabil Shehata, Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen, stellte sich dem Dahlbrucher Publikum im Gebrüder-Busch-Theater mit einem Programm weltbekannter Melodien vor.
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aww Dahlbruch. „Nabil Shehata ist angekommen!“ überschrieb der Autor im zurückliegenden September seinen Bericht (siehe unten) über das berauschende Antrittskonzert des neuen Chefdirigenten der Philharmonie Südwestfalen im Siegener Apollo-Theater. Nun, knappe fünf Monate später, war es auch in Hilchenbach so weit, der Noch-Heimat des NRW-Landesorchesters, das bekanntermaßen in nicht allzu ferner Zukunft das noch in die Höhe zu ziehende „Haus der Musik“ in der Siegener Innenstadt zu seinem Probenrefugium machen wird. Im Dahlbrucher...

aww Dahlbruch. „Nabil Shehata ist angekommen!“ überschrieb der Autor im zurückliegenden September seinen Bericht (siehe unten) über das berauschende Antrittskonzert des neuen Chefdirigenten der Philharmonie Südwestfalen im Siegener Apollo-Theater. Nun, knappe fünf Monate später, war es auch in Hilchenbach so weit, der Noch-Heimat des NRW-Landesorchesters, das bekanntermaßen in nicht allzu ferner Zukunft das noch in die Höhe zu ziehende „Haus der Musik“ in der Siegener Innenstadt zu seinem Probenrefugium machen wird. Im Dahlbrucher Gebrüder-Busch-Theater konnten Dirigent, Musikerinnen und Musiker am Donnerstagabend indes erst einmal die großen Sympathien des enthusiastischen Hilchenbacher Publikums genießen, das einen klassischen Sinfonieabend, gespickt mit weltberühmten Melodien, mit herzlichem, langem Beifall bedachte. Nicht erst am Ende stand fest: Auch im nördlichen Siegerland ist Nabil Shehata definitiv angekommen!

Olaf Kemper: „Bald werden die Bagger anrollen“

Olaf Kemper, Vorsitzender des einladenden Gebrüder-Busch-Kreises, freute sich in seiner Begrüßung nicht nur auf den neuen Chef am Pult, sondern auch über ein nahezu voll besetztes Haus. Einmal mehr warb er, gewohnt kämpferisch, um des Publikums Treue, diesmal auch angesichts der bevorstehenden großen Dinge, die in Dahlbruch geschehen sollen: „Bald werden die Bagger anrollen“, sagte Kemper. „Der Kulturelle Marktplatz beginnt bald (geplant ist Ende März, d. Red.)! Kommen Sie zu uns, auch in der Umbauphase!“

Philharmonie dumpfer Routine abhold

„Populär im besten Sinne“ hätte als Überschrift über dem musikalischen Programm des Abends stehen können, das in einem insgesamt freudvoll aufspielenden, agilen Orchester, das sich trotz gängigen Repertoires aller dumpfen Routine abhold gab, insbesondere den Holzbläsern zahlreiche wunderbar anzuhörende Momente gönnte. So in der einleitenden „Carmen“-Suite No.1 von Georges Bizet mit ihren verspielten Melodien, tänzerischen Dreiertakten, schmissigen Marschrhythmen oder etwa der seelenerwärmenden, lyrischen Flötenkantilene zur Harfenbegleitung im Intermezzo, alles stets eingängig, stets gefällig.

Shehata strahlt positive Energie ins Orchester

Nicht anders freilich Tschaikowskys „Schwanensee“-Ballettsuite op. 20a mit mal sehnsuchtsvoller Oboe, mal schmachtender Solovioline, teils im wunderbaren Duett mit dem Cello, mit mal ergreifend sanften, dann wieder strahlend festlichen oder erschütternd dramatischen Klängen. Auch das war eine große Leistung der Philharmoniker unter einem unaufdringlichen Nabil Shehata, der für seine Instrumentalisten immer eine freundliche Miene oder ein Lächeln übrig hatte, der vom Pult aus deutlich sichtbar positive Energie ins Orchester hineinstrahlte. Bemerkenswert ist seine Experimentierfreude in Sachen Instrumentenaufstellung: Celli und Bratschen waren diesmal vertauscht. Der Chefdirigent beabsichtige, je nach Programm die Konstellation ein wenig „umzubauen“, wie Philharmonie-Intendant Michael Nassauer im Pausengespräch mit der SZ-Kulturredaktion erläuterte. In diesem Fall: „Wenn die Celli in der Mitte sind, strahlen sie mehr ins Publikum, das gibt mehr Tiefe“, so Nassauer.

Präzise und exakt bei aller Rasanz

Einen feinen Kontrast setzten Shehata und sein Orchester mit Samuel Barbers verzweifelt traurigem „Adagio For Strings“ mit zum Teil fast ätherischen Wellenbewegungen und wirkungsstarken dynamischen Abstufungen. Das erzeugte den einen oder anderen Schauer, die dieser Musik immanente Tragik machte sich beim Zuhören förmlich körperlich bemerkbar. Vor Kraft, Spiel- und Lebensfreude berstend, durchstürmte die Philharmonie Südwestfalen schließlich zwei Meisterwerke Mozarts: die „Jupiter“-Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 und als Zugabe die „Figaro“-Ouvertüre. Was war das ein Rasen, Wirbeln und Tosen – und bei aller Virtuosität, aller Rasanz so präzise, so exakt und „übereinander“ gespielt. Bravo!

Nabil Shehata ist angekommen!
Autor:

Alexander W. Weiß (Redakteur) aus Siegen

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