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Philharmonie Südwestfalen beteiligt sich an Protestaktion
#SangUndKlanglos“ durch Corona

Das Coronavirus fordert den Musikern der Philharmonie einiges ab. Maske tragen ist das eine, ein „Berufsverbot“, wie Intendant Michael Nassauer sagt, das andere. Dagegen protestierten die Musiker mit anderen Kollegen unter dem Hashtag SangUndKlanglos.
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  • Das Coronavirus fordert den Musikern der Philharmonie einiges ab. Maske tragen ist das eine, ein „Berufsverbot“, wie Intendant Michael Nassauer sagt, das andere. Dagegen protestierten die Musiker mit anderen Kollegen unter dem Hashtag SangUndKlanglos.
  • Foto: Philharmonie Südwestfalen
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

zel Hilchenbach. Die Kultur ist im Lockdown. Geigen schweigen, und die Saiten bleiben unberührt - wie auch das Publikum, das bis Ende November wegen der Corona-Pandemie auf Live-Musik in Theatern und Konzertsälen verzichten muss. Musiker, Orchester und Bands protestieren mit der Aktion #SangUndKlanglos gegen die Vorgaben der Bundesregierung. Sie stellten am Montagabend Videos online oder gingen live im Internet auf Sendung, zeigten sich und ihre Instrumente - aber blieben für 20 Minuten unbewegt und stumm. Beteiligt hat sich auch die Philharmonie Südwestfalen.
Nassauer: "Berufsverbot erteilt"„Wir können nicht einfach mit der Schulter zucken“, sagt Michael Nassauer, Intendant der Philharmonie, auf Nachfrage. „Jetzt ist der Zeitpunkt, um uns zu wehren.

zel Hilchenbach. Die Kultur ist im Lockdown. Geigen schweigen, und die Saiten bleiben unberührt - wie auch das Publikum, das bis Ende November wegen der Corona-Pandemie auf Live-Musik in Theatern und Konzertsälen verzichten muss. Musiker, Orchester und Bands protestieren mit der Aktion #SangUndKlanglos gegen die Vorgaben der Bundesregierung. Sie stellten am Montagabend Videos online oder gingen live im Internet auf Sendung, zeigten sich und ihre Instrumente - aber blieben für 20 Minuten unbewegt und stumm. Beteiligt hat sich auch die Philharmonie Südwestfalen.

Nassauer: "Berufsverbot erteilt"

„Wir können nicht einfach mit der Schulter zucken“, sagt Michael Nassauer, Intendant der Philharmonie, auf Nachfrage. „Jetzt ist der Zeitpunkt, um uns zu wehren.  Wir sind keine Corona-Leugner, aber wir Künstler sind mit dieser Behandlung nicht einverstanden“, sagt der Musiker und Intendant. Seiner Ansicht nach hat man Künstlern ein Berufsverbot erteilt – proben dürften sie, aber nicht das Erarbeitete vor Publikum aufführen, das sei ja nun auch ein wichtiger Aspekt des Berufs. „Wenn wir jetzt nichts machen, müssen wir uns nicht wundern, wenn es ab 1. Dezember genauso weitergeht.“

Kein Ton kommt aus der Schützenhalle

Nassauer hatte am vergangenen Freitag von der Aktion erfahren – über sein Musiker-Netzwerk. Dann habe er sich mit den Gremien seines Orchesters besprochen, dem Orchestervorstand und dem Betriebsrat, und „wir fanden gemeinsam, dass es gut wäre, wenn wir was machen“.

Die Stille ist schwer auszuhalten. Die Philharmonie Südwestfalen beteiligt sich an der Protestaktion #SangUndKlanglos“ mit einem 20-minütigen Video, das sie – wie die anderen teilnehmenden Künstler – am Montagabend um 20 Uhr gepostet hat.
  • Die Stille ist schwer auszuhalten. Die Philharmonie Südwestfalen beteiligt sich an der Protestaktion #SangUndKlanglos“ mit einem 20-minütigen Video, das sie – wie die anderen teilnehmenden Künstler – am Montagabend um 20 Uhr gepostet hat.
  • Foto: Philharmonie Südwestfalen
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Die Philharmonie war am Montagabend bei Facebook nicht live, sondern hat ihr Video im Laufe des Montags aufgenommen und geschnitten, um es dann um 20 Uhr, zusammen mit den zahlreichen Musiker-Kollegen, zu posten. In dem Video sieht man ein rotes Sweatshirt mit #alarmstuferot bedruckt, dort, wo sonst der Dirigent steht. Ein Kollege misst den Abstand zwischen zwei Stühlen bei den Streichern. Die Kontrabässe ruhen abgelegt auf Stühlen – da streicht und zupft keiner. Eine Musikerin und vier Musiker des Landesorchesters sitzen mit Mundschutz in der Schützenhalle Hilchenbach, ihrem Probenort, auf ihren Plätzen, die Instrumente in der Hand, und sind einfach still. Wer diese Stille 20 Minuten lang nicht aushalten kann, für den gibt es auf der Facebook-Seite der PhilSW zusätzlich zum Original-Video eine rund einminütige Version.

"Faire, sachgerechte Beurteilung" gewünscht

Wenn er sich was wünschen dürfte, sagt Michael Nassauer auf Nachfrage, dann wäre das, dass die Kultur, wenn der Monat November herum sei, wieder fairer und sachgerechter beurteilt wird. Damit stößt Nassauer ins selbe Horn wie die Kollegen vom Gewandhausorchester aus Leipzig. In einem Statement von dort heißt es: „So sehr wir nachvollziehen können, dass den Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung hohe Priorität eingeräumt wird, so schwer fällt es zu verstehen, weshalb gerade Konzerthäuser und Theater als besonders risikoreich angesehen werden.“

Das Coronavirus fordert den Musikern der Philharmonie einiges ab. Maske tragen ist das eine, ein „Berufsverbot“, wie Intendant Michael Nassauer sagt, das andere. Dagegen protestierten die Musiker mit anderen Kollegen unter dem Hashtag SangUndKlanglos.
Die Stille ist schwer auszuhalten. Die Philharmonie Südwestfalen beteiligt sich an der Protestaktion #SangUndKlanglos“ mit einem 20-minütigen Video, das sie – wie die anderen teilnehmenden Künstler – am Montagabend um 20 Uhr gepostet hat.
Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

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