KulturPur beginnt mit Kindertheater
„Sofort müssen wir nach Panama!“

„Ich bin stark wie ein Bär, und du bist stark wie ein Tiger. Das reicht.“ Foto: sabe

sabe Grund. Die Kiste, die der kleine Bär beim Angeln aus dem Wasserlauf zieht, riecht nach Bananen. „Panama“ steht in ausgebleichter Schrift auf den robusten Holzbrettern. Der kleine Bär erzählt seinem Freund, kleiner Tiger, daraufhin von Panama, wo alles besser, größer und schöner als zu Hause sein soll. Eigentlich leben die beiden Freunde glücklich und zufrieden in einem kleinen Häuschen in der Nähe des Flusses, wollen sich aber trotzdem auf die abenteuerliche Reise ins „Land ihrer Träume“ aufmachen. Mit einem Kochtopf, einer Angelrute, einem Hut und der Tigerente geht es also los, nach Mittelamerika. 
Janoschs Fabel „Oh, wie schön ist Panama“ ist bei Jung und Alt bekannt und berührt mit der Thematik, zusammen stark zu sein, gleichermaßen die Generationen. So auch die 560 kleinen Zuschauer, die sich am Donnerstagmorgen zum Auftakt der 29. Auflage von KulturPur auf der Ginsberger Heide einfanden, um zu erfahren, wie schön Panama ist. Das Abenteuer wird den Kindern in der Bearbeitung von Diana Leist-Keller, Basti Bund (Komposition und musikalische Leitung) sowie Michael Sommer (Libretto) präsentiert.

520 Grundschüler erleben Janosch im kleinen Zelttheater

Aufgeregtes Getappel vor dem Eingang, ein paar restliche Stühle werden noch gerückt im ausverkauften kleinen Zelttheater, dann folgt man in ordentlichen Zweierreihen den Ordnern auf die Plätze. Licht aus, Show an: „Sofort müssen wir nach Panama“, rufen der kleine Bär (Omar Garrido) und der kleine Tiger (Marc Schwämmlein) in Richtung der Grundschüler, die sich aus den verschiedensten Standorten des Kreises mit Bus und Bahn zum Gillerberg aufgemacht hatten. Auch in dieser Inszenierung des Kinderbuchklassikers ist der Freundschaftsaspekt fundamental. Dabei kommt die Geschichte ohne Schnörkel daher, überzeugt mit kindgerechter Einfachheit, in der dennoch viele herzerwärmende Lebensweisheiten Platz finden: „Wenn man einen Freund hat, dann braucht man sich vor nichts zu fürchten“, sagt der kleine Tiger zu dem kleinen Bären. „Deshalb geht es uns gut, so haben wir alles, was das Herz begehrt.“

Bär und Tiger lebten schon immer im Paradies

Es erweist sich Unscheinbares als tiefgreifend, wird durchbrochen und ergänzt durch humorvolle, lebhafte Momente: So fiebern die kleinen Fans mit, wenn Bär und Tiger mit der Hilfe von vielen Tieren versuchen, den Weg nach Panama zu finden, dabei allerdings auf die falsche Fährte gelangen, da manche Maus in Sachen Orientierung nicht den richtigen Riecher hat. Also laufen die zwei Weggefährten (ohne es zu merken) im Kreis und stehen bald wieder vor ihrem eigenen Haus. Eingewachsen durch Bäume und Büsche erkennen sie ihr trautes Heim nicht wieder, halten es sogar für ihren Sehnsuchtsort in Panama: „Ein Haus, Bär, ein wunderbar, wundervoll schönes Haus. Das schönste Haus der Welt, Bär. Da könnten wir doch wohnen.“ Ein Kichern breitet sich aus in dem weißen Zelt, gepaart mit schallendem Applaus von vielen kleinen Händen, als die Einsicht der beiden Figuren alle froh macht: „Jeder lebte schon immer im Paradies, hat es nur nicht gewusst.“

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