Musikalische Hommage an die Heimat
Sommerkonzerte der Philharmonie Südwestfalen

Der Hilchenbacher Marktplatz bot am Samstag das ideale Ambiente für das Konzert der Philharmonie Südwestfalen beim Musikfest. Das Programm unter dem Titel „Heimat“ war am Freitag in Wilnsdorf zu hören und am Sonntag im Kulturwerk Wissen.
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  • Der Hilchenbacher Marktplatz bot am Samstag das ideale Ambiente für das Konzert der Philharmonie Südwestfalen beim Musikfest. Das Programm unter dem Titel „Heimat“ war am Freitag in Wilnsdorf zu hören und am Sonntag im Kulturwerk Wissen.
  • Foto: Jörg Langendorf
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

la Hilchenbach/Wilnsdorf/Wissen. Was ist Heimat, wo ist Heimat, und wie empfindet man Heimat? Zentrale Fragen, die gerade in unserer Zeit die Menschen angesichts der weltweiten Flüchtlingsströme und der Zuwanderung bewegen. „Heimat“ war nun auch das Thema der drei Sommerkonzerte der Philharmonie Südwestfalen (zum Auftakt am Freitag im sehr gut besuchten Forum Wilnsdorf, am Samstag beim 17. Open-Air-Konzert im Rahmen des Musikfestes der Stadt Hilchenbach und des Gebrüder-Busch-Kreises auf dem Hilchenbacher Marktplatz vor einer beeindruckenden Zuhörer-Kulisse und am Sonntag im Kulturwerk Wissen). Wer hätte den Begriff Heimat musikalisch besser interpretieren können, als die Musikerinnen und Musiker, die aus 14 Nationen kommen und eine Heimat im Orchester gefunden haben und die sich an den drei Abenden „Klassiker“ ihrer Heimat ausgesucht hatten und vorstellten. Und am Pult der aus Ungarn stammende Huba Hollóköi, der in Finnland seine musikalische Ausbildung als Orchesterleiter absolvierte, internationale Verpflichtungen erfüllte und im Augenblick als Dirigent dem Netherlands Radio Philharmonic Orchestra assistiert. Und der, als privates i-Tüpfelchen, mit einer Japanerin verheiratet ist. Doch der Internationalität jener nicht genug, die ihre neue Heimat in Deutschland gefunden haben: Denn durch das Programm am Freitag und Samstag führte charmant und detailliert Werner Hahn. Der Leiter des Jungen Apollos Siegen (JAp) ist gebürtiger Salzburger. Die Moderation am Sonntag in Wissen übernahm Michael Nassauer (Intendant der Philharmonie Südwestfalen), musikalisch tief verwurzelt in seiner Heimat, dem Siegerland und seiner Geburtsstadt Betzdorf.

Musik von Jean Sibelius

Mit „Finlandia“ des finnischen Komponisten Jean Sibelius, der heimlichen finnischen Nationalhymne, einer sinfonischen Dichtung, die tief verwurzelt im Nationalbewusstsein der Finnen ist, eröffnete die Philharmonie Südwestfalen ihr facettenreiches Programm. Während „Finlandia“ ein Gast-„Geschenk“ des Dirigenten war, hatte sich 1. Konzertmeisterin Evgenia Gelen den Walzer „Scherzo“ ihres russischen Landsmannes Peter Tschaikowsky ausgesucht, in dem sie mit einem Violinen-Part brillierte. Sowohl bei der Hilchenbacher Freiluft-Geräuschkulisse als auch im ruhigeren Wilnsdorfer Forum was das ein Fest für die Ohren und natürlich für das Herz. Werner Hahn, ganz Österreicher, sprach aus, was das Publikum in Wilnsdorf empfand: „Kompliment, gnädige Frau!“ Zweiter musikalischer Wunsch von Evgenia Gelen: der russische Seemannstanz aus „Roter Mohn“ von Reinhold Gliere, der eigentlich als Ballettmusik komponiert und 1927 im Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführt wurde. Weiter ging es über Frankreich mit Hector Berlioz’ Ungarischem Marsch „Rákóczi indulo“ aus „Fausts Verdammnis“, bevor sich dann vor der Pause „Die Moldau“, eines der schönsten Musikstücke von Bedrich Smetana, mal langsam und mal wild durch ihr Flussbett „schlängelte“ und, begleitet von zarten Harfenklängen, kleine Wellen schlug. Eine spanische Rarität, das Preludio „La Revoltosa“, leitete dann über zum Wunsch der japanischen Orchester-Mitglieder, die sich „Bon-Odori“ von Akira Ikufube ausgesucht hatten, ein Komponist, der sich seinen Weltruhm durch über 250 Filmmusiken erworben hat.

Mitsummen bei der Ouvertüre zu "Nabucco"

Was natürlich in einem Programm mit dem Titel „Heimat“ nicht fehlen durfte, war Giuseppe Verdi mit der Ouvertüre zur Oper „Nabucco“, bei der das Hilchenbacher Publikum mitsummte, Johannes Brahms’ „Ungarischer Tanz Nr. 1“ und als furioser Abschluss und als Reverenz an Mexiko „Danzon No. 2“ von Arturo Marquez, der seinen Ruhm in der Musikwelt erlangte, als Gustavo Dudamel mit seinem Jugendorchester auf seinen Welttourneen genau diese Komposition immer zum Abschluss der Konzertabende spielte. Standing Ovations in Wilnsdorf und Hilchenbach, und da blieb das Orchester auch zwei Zugaben –„Lezginka“ von Aram Khachaturian und der Ausflug nach Amerika mit „Hoe-Down“ aus „Rodeo“ von Aaron Copland – nicht schuldig.

Nachmittags Konzert der Chöre

Eine Reise durch die Musik, die verbindet über alle Grenzen, zu der hatte in Hilchenbach zu Beginn Bürgermeister Holger Menzel begrüßt und den Sponsoren gedankt. Werner Hahn wünschte in der Anmoderation einen wunderschönen Abend mit „Ihrem Orchester“. Und alles ging in Erfüllung, wie schon am Nachmittag, als zum Hilchenbacher Musikfest zum Konzert der Chöre auf den Marktplatz eingeladen wurde. Das Fest endete am Sonntag mit dem ökumenischen Open-Air-Gottesdienst, begleitet von der Chorgemeinschaft Con Brio (Leitung: Stephan Kreuz) und dem regionalen Posaunenchor (Leitung: Martin Schmidt).

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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