Ein elektrisierender Abend
Status Quo rocken bei KulturPur gewohnt energiegeladen

Status Quo haben den Stecker wieder eingestöpselt, zum Glück! Zum Abschluss von KulturPur griff die Band auf dem Giller in ihre unerschöpfliche Hitkiste und zeigte: Das Status-Quo-Prinzip der schlichten und eingängigen Gitarrenriffs funktioniert nach wie vor.
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  • Status Quo haben den Stecker wieder eingestöpselt, zum Glück! Zum Abschluss von KulturPur griff die Band auf dem Giller in ihre unerschöpfliche Hitkiste und zeigte: Das Status-Quo-Prinzip der schlichten und eingängigen Gitarrenriffs funktioniert nach wie vor.
  • Foto: Dirk Manderbach
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

ba Grund. Sie stehen wieder unter Strom! Und das gewaltig, denn die Rock-Veteranen von Status Quo haben den Stecker wieder eingestöpselt und mit der plakativen Aussage „Back! On Tour 2019“ klargestellt, dass dem angekündigten Rückzug vom elektrischen Sound ein Rückzug vom Rückzug gefolgt ist. Zum Glück, denn so konnte es Quo-Frontmann Francis Rossi gemeinsam mit seinen musikalischen Mitstreitern am Pfingstmontag bei KulturPur so richtig krachen lassen. Bereits die Ankündigung, dass die Alt-Rocker als Top-Act zum Abschluss des internationalen Musik- und Theaterfestivals auftreten würden, erhöhte bei manchen Fans den Puls, denn nach der „Last Night Of The Electric Tour“ und dem Tod von Rick Parfitt im Dezember 2016 glaubte kaum noch jemand an ein Revival des unverkennbaren E-Gitarren-Sounds, der sich seit jeher vor allem durch eines auszeichnet: schlichte und eingängige Gitarren-Riffs, die die Stimmung nach vorne und die Hände nach oben treiben. So auch im großen Zelt, als bereits bei den ersten Takten des Openers „Caroline“ Party-Stimmung aufkam, die mit „Something ’Bout You Baby I Like“ weiter angeheizt wurde.

Richie Malone spielt den Part des verstorbenen Rick Parfitt

Mit dem Iren Richie Malone hat Quo-Gründungsmitglied Rossi einen Gitarristen gefunden, der die schwere Aufgabe, den fehlenden Teil des Dream-Teams Rossi/Parfitt zu ersetzen, gekonnt bewältigt. Komplettiert wird die Band vom Bassisten John „Rhino“ Edwards, der nun auch vermehrt als Sänger in Erscheinung tritt, Leon Cave an den Drums sowie dem Band-Oldie Andy Bown, der trotz seiner 73 Jahre an Keyboard und Gitarre eine glänzende Figur abgibt. Denn die Spielfreude scheint bei Rossi & Co. keineswegs gelitten zu haben, auch wenn sich Altmeister Rossi bereits zu Beginn des Konzerts auf sein „Brötchen mit Butterkäse und Tomaten after the show“ freute. Es sei ihm gegönnt.

Eine Kiste voller Hits geöffnet

Doch erst wurde mit „Backwater“, „Softer Ride“, „Beginning Of The End“ und „Hold You Back“ gerockt, dass sich die Zeltmasten bogen. Nach der Präsentation zweier neuer Songs, „Cut Me Some Slack“ und „Liberty Lane“, ließen Quo nicht nur Wasserflaschen durchs Publikum kreisen – schließlich sind die Fans auch nicht mehr die jüngsten –, sondern griffen auch mit einem Medley aus „What You’re Proposing“, „Down The Dustpipe“, „Railroad“ und „Again And Again“ in die schier unerschöpfliche Hitkiste. Wie sollte es nach fünf Jahrzehnten erfolgreicher Rockgeschichte auch anders sein? Selbst wenn sich böse Zungen gelegentlich wundern, wie man mit drei Akkorden und einem stets gleich anmutenden Sound so lange erfolgreich sein kann: Das Status-Quo-Prinzip funktioniert nach wie vor. Braucht es doch keine spektakuläre Show, um bei dieser eingängigen Musik einfach ausgelassen mitzurocken.

"Rockin' All Over The World" - and the Ginsberger Heide

Mit „In The Army Now“ holte das Quintett im letzten Drittel des Konzerts zum ultimativen Hit-Powerplay aus. Nun ging es Schlag auf Schlag. „Roll Over Lay Down“, „Down Down“ und „Whatever You Want“ dröhnten durchs Zelt, bevor das Publikum kollektiv und hingebungsvoll zu John Fogertys „Rockin‘ All Over The World” „and I like it, I like it, I li-li-li-like it …” mitsang.
Auch wenn an diesem Abend nicht auf der ganzen Welt gerockt wurde, zumindest auf der Hochmoorwiese bei Lützel war es elektrisierend, bis „Don’t Waste My Time“ und der Chuck-Berry-Klassiker „Bye Bye Johnny“ das Ende des Konzerts einläuteten und somit das Käsebrötchen für einen bestgelaunten Francis Rossi in greifbare Nähe rückte. Musiker und Fans haben an diesem Abend sichtlich Spaß gehabt, was eines unmissverständlich zeigt: Der Stecker darf definitiv noch nicht gezogen werden!

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