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Olaf Kemper sorgt sich im SZ-Gespräch um die Zukunft des Gebrüder-Busch-Kreises Dahlbruch
Sturmfest oder sturmreif?

Der Gebrüder-Busch-Kreis ist als traditionsreiche Kulturgemeinde aus dem Siegerland nicht wegzudenken. Aber es muss sich einiges tun, um den Verein zukunftsfest zu bekommen, wie Vorsitzender Olaf Kemper im SZ-Gespräch deutlich machte.
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  • Der Gebrüder-Busch-Kreis ist als traditionsreiche Kulturgemeinde aus dem Siegerland nicht wegzudenken. Aber es muss sich einiges tun, um den Verein zukunftsfest zu bekommen, wie Vorsitzender Olaf Kemper im SZ-Gespräch deutlich machte.
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  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

aww Dahlbruch/Hilchenbach. Olaf Kemper sitzt auf einer Mischung aus Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit. Seit zwei Jahren ist er Vorsitzender des Gebrüder-Busch-Kreises, und in diesen zwei Jahren hatte er bislang vor allem eines im Blick: den Kampf um die Zukunfts- und Überlebensfähigkeit des Vereins. Und im Gespräch mit der Kulturredaktion wird nur allzu deutlich: Er fühlt sich und seine Mitstreiter/-innen alleingelassen von der Stadt Hilchenbach, deren Kulturgemeinde der Busch-Kreis schließlich ist (wie im Übrigen auch die der Gemeinde Erndtebrück).
Der Verein erhalte „so viele Signale, dass die Leute sagen: Das ist ein Kleinod, das muss gepflegt werden“.

aww Dahlbruch/Hilchenbach. Olaf Kemper sitzt auf einer Mischung aus Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit. Seit zwei Jahren ist er Vorsitzender des Gebrüder-Busch-Kreises, und in diesen zwei Jahren hatte er bislang vor allem eines im Blick: den Kampf um die Zukunfts- und Überlebensfähigkeit des Vereins. Und im Gespräch mit der Kulturredaktion wird nur allzu deutlich: Er fühlt sich und seine Mitstreiter/-innen alleingelassen von der Stadt Hilchenbach, deren Kulturgemeinde der Busch-Kreis schließlich ist (wie im Übrigen auch die der Gemeinde Erndtebrück).
Der Verein erhalte „so viele Signale, dass die Leute sagen: Das ist ein Kleinod, das muss gepflegt werden“. Und mit einem durchaus gesunden (Selbst-)Bewusstsein dafür, welche Rolle die traditionsreiche Kulturgemeinde für das kulturelle Leben der Kommune spielt, fügt er hinzu: „Wir machen die Kultur für Hilchenbach. Aber wir sind uns nicht sicher, ob das überall so gesehen wird. Wir würden uns mehr Unterstützung wünschen.“

Hartmut Kriems übergangsweise reaktiviert

Konkret heißt das: Unterstützung bei der Überwindung der strukturellen Probleme des Vereins, nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern vor allem in personeller. Einen kleinen Teil (neben den Sponsorengeldern) in Höhe von rund 13 000 Euro trage die Stadt zum Busch-Kreis-Etat bei. Klar: Das ist nichts, womit sich große Sprünge machen lassen. Die Mitarbeiter – die hauptamtliche Geschäftsführerin Dörthe Müller und zwei stundenweise Kräfte im Buchhaltungs- und Presse-Bereich –, würden also von der Stadt „gesponsert“, so Kemper. Aber genau hier herrscht seiner Ansicht nach großer Mangel, denn nach dem Ausscheiden von Co-Geschäftsführerin Jutta Behren-Sarkodieh, die sich seit geraumer Zeit auf den Bereich der städtischen Kulturangebote in Hilchenbach konzentriert, hat Dörthe Müller die Geschäftsführung zur Gänze übernommen. Die fehlt nun wegen Krankheit an allen Ecken und Enden, so dass Olaf Kemper sogar den im Ruhestand befindlichen ehemaligen Geschäftsführer Hartmut Kriems reaktivieren musste.

Blick geht in Richtung Kultureller Marktplatz

Wenn es ums Thema Personal geht, hat der Vorsitzende auch und vor allem den Blick in die Zukunft gerichtet, in Richtung des künftigen Kulturellen Marktplatzes Dahlbruch (wir berichteten fortlaufend im Lokalteil), in dem die Spielstätte der Kulturgemeinde, das Gebrüder-Busch-Theater, beheimatet ist. „Ich bin angetreten wegen des Kulturellen Marktplatzes“, macht Kemper deutlich, warum er vor zwei Jahren den Vorsitz des Busch-Kreises übernommen hat. „Der ist für uns lebensnotwendig.“ Aber es brauche strukturelle Veränderungen eben auch im Bereich der Personalausstattung, „um das bespielen zu können“. Kemper: „Ich habe den Gebrüder-Busch-Kreis und den Kulturellen Markplatz immer zusammen gesehen.“ Und: „Ich wäre nie Vorsitzender geworden, wenn der Kulturelle Marktplatz nicht kommen würde.“
Was Olaf Kemper – der eben jenen Kulturellen Marktplatz „am liebsten beim Bürgerverein Hilchenbach ansiedeln“ würde und darin auch eine Chance für ein Projekt, „das den Bürgerverein und die Stadt zusammenbringen könnte“, sieht – auch klar fordert: die Installation eines Kulturmanagers (wir berichteten kurz). Eine geeignete Person dafür (deren Name wegen des offenen Verfahrens noch nicht genannt werden kann) sei gefunden; sie berate den Verein auch heute schon. Mit seinen Anliegen sei er „mehrmals an die Politik und den Bürgermeister“ (Holger Menzel) herangetreten. Eigene „Versuche“ der Verwaltung sehe er aber nicht.

„Wir fordern eine gute personelle Ausstattung!“

Kemper, der „hoffnungslos zornig“ ist, sucht nach Lösungen, wie das „Konstrukt des Vereins beibehalten“ werden kann (die Zeiten mit Mitgliederzahlen wie in der Ära Wolfgang Burbach seien vorbei), wie der Busch-Kreis für die Zukunft auf sichere Beine gestellt werden kann. Und dabei ist er durchaus selbstkritisch: Im Internet sei der Verein noch nicht gut aufgestellt, bei den Ticketbuchungen gebe es Verbesserungspotenzial … „Da sind wir dran, aber das dauert seine Zeit.“ Und auch inhaltlich gebe es Modernisierungsbedarf, ohne dabei aber die grundsätzliche Ausrichtung des Busch-Kreises infrage stellen zu wollen. Exemplarisch kann das heißen: „Die ,Meisterliche Kammermusik‘ – da müssen wir einen anderen Namen für finden.“ Eine andere Bezeichnung finden würde Kemper gerne auch für das große (Bau-)Projekt, dessen Beginn noch immer nicht terminiert ist: „Der Name Kultureller Marktplatz ist verbrannt.“
Unterm Strich sind die Forderungen Kempers und der ihm zur Seite stehenden 2. Vorsitzenden Andrea Müller nur allzu deutlich: „Wir machen keine Kompromisse! Wir fordern eine gute personelle Ausstattung!“ Was auch in einer klaren Ansage mündet: Wenn die notwendigen Voraussetzungen nicht geschaffen würden, „bin ich nicht weiter bereit, Verantwortung zu übernehmen“. Seine Ambition allerdings ist eine andere: „Ich mache den Verein sturmfest, damit er nicht sturmreif geschossen wird.“

Der Gebrüder-Busch-Kreis ist als traditionsreiche Kulturgemeinde aus dem Siegerland nicht wegzudenken. Aber es muss sich einiges tun, um den Verein zukunftsfest zu bekommen, wie Vorsitzender Olaf Kemper im SZ-Gespräch deutlich machte.
Olaf Kemper ist seit zwei Jahren Vorsitzender des Gebrüder-Busch-Kreises – eine Zeit des Kampfes um Zukunfts- und Überlebensfähigkeit.
Autor:

Alexander W. Weiß (Redakteur) aus Siegen

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