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Piano Windtet: Ensemble 4.1 ganz stark mit Mozart, Beethoven und Co. in Dahlbruch
Ungewöhnliche Klangfarbenmixtur

Seltene Besetzung aus Oboe, Fagott, Klavier, Horn und Klarinette: Das Ensemble 4.1 hat sich den Beinamen Piano Windtet gegeben. Das 164. Konzert der Reihe „Meisterliche Kammermusik“ im Dahlbrucher Gebrüder-Busch-Theater war ein musikalischer Abend der ungewöhnlichen Klangfarbenmixtur.
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  • Seltene Besetzung aus Oboe, Fagott, Klavier, Horn und Klarinette: Das Ensemble 4.1 hat sich den Beinamen Piano Windtet gegeben. Das 164. Konzert der Reihe „Meisterliche Kammermusik“ im Dahlbrucher Gebrüder-Busch-Theater war ein musikalischer Abend der ungewöhnlichen Klangfarbenmixtur.
  • Foto: Alexander W. Weiß
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

aww Dahlbruch. Selten und sehr gut: Dieses Fazit gilt es nach dem 164. Konzert der Reihe „Meisterliche Kammermusik“ des Gebrüder-Busch-Kreises am Donnerstagabend in Dahlbruch zu ziehen. Vier Bläser – drei Viertel davon aus der Holzfraktion – und ein Pianist sind das 2013 gegründete Ensemble 4.1 (Berlin), das sich in Ermangelung einer treffenden Fachvokabel für ihr außergewöhnlich zusammengestelltes Quintett den Beinamen „Piano Windtet“ gegeben hat. Es bereitete eine eher ungewöhnliche Klangfarbenmixtur zu, in die sich das erlesene Publikum im Gebrüder-Busch-Theater hineinzuhören hatte. Eine Aufgabe, der es sich – gemessen an dem herzlichen, ausgiebigen Applaus – begeisterungsfähig stellte.

aww Dahlbruch. Selten und sehr gut: Dieses Fazit gilt es nach dem 164. Konzert der Reihe „Meisterliche Kammermusik“ des Gebrüder-Busch-Kreises am Donnerstagabend in Dahlbruch zu ziehen. Vier Bläser – drei Viertel davon aus der Holzfraktion – und ein Pianist sind das 2013 gegründete Ensemble 4.1 (Berlin), das sich in Ermangelung einer treffenden Fachvokabel für ihr außergewöhnlich zusammengestelltes Quintett den Beinamen „Piano Windtet“ gegeben hat. Es bereitete eine eher ungewöhnliche Klangfarbenmixtur zu, in die sich das erlesene Publikum im Gebrüder-Busch-Theater hineinzuhören hatte. Eine Aufgabe, der es sich – gemessen an dem herzlichen, ausgiebigen Applaus – begeisterungsfähig stellte.

Entdeckungsreise in Sachen Ensemble-Sound

Nur zwei Kompositionen für die Besetzung Klavier, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn haben laut Programmheft eine gewisse Berühmtheit erlangt, ein Quintett von Beethoven und eines von Mozart. Letzteres, das in Es-Dur KV 452, war an diesem Abend zu hören und bildete den Auftakt. In kammermusikalisches Schwarz gekleidet, die Anzug-Strenge jedoch mittels T-Shirts und strahlend weißer Wohlfühlschuhe auflockernd, schickten die Musiker, die sich auch in ihren Ansagen ungezwungen gaben, ihre Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine lustvolle Entdeckungsreise in Sachen Ensemble-Sound. Den gefälligen, heiteren, gleichwohl komplexen Mozart gaben Jörg Schneider (Oboe), Alexander Glücksmann (Klarinette), Áron Könczei (anstelle des Original-Hornisten Fritz Pahlmann), Christoph Knitt (Fagott) und der arrivierte Pianist Thomas Hoppe (Atos Trio) in Timing und Intonation ganz exakt wieder, sie ließen die Melodie wunderbar durch die Stimmen wandern und ihre Blasinstrumente mit dem agilen Klavier interagieren bzw. dialogisieren.

„Bestklingendes Theater-Kino“

Nach diesem „Urstück für diese Besetzung“ und nachdem er das Busch-Theater als „bestklingendes Theater-Kino“, in dem das Ensemble je gespielt habe, gelobt hatte, kündigte Alexander Glücksmann „etwas leichtere Beethoven-Momente“ als gewohnt an: das „Gassenhauer-Trio“ B-Dur op. 11, hier von Klavier, Klarinette und Fagott (anstelle des üblichen Cellos) ausgeführt. Ein akustisches Erlebnis, namentlich im Adagio, in dem die Klarinette die wunderschöne Fagott-Kantilene zu Beginn „echot“, oder in den abschließenden Variationen mit mal wirbelndem Klavier, dann wieder einem sanften Duett der Blasinstrumente.
Wiederum zu dritt, nun aber mit den beiden Bläsern, die bei Beethoven pausiert hatten, kam die „Romance“ für Oboe, Horn und Klavier op. 43b von Adolphe Blanc zur Aufführung, von Jörg Schneider als „gute Salonmusik“ angekündigt. Träumerisch, sehnsuchtsvoll, hier und da herrlich schwülstig erklang Musik zum Zurücklehnen und Genießen, mit butterweicher Tongebung im Horn. Spannend und spannungsreich: das Gespann von Oboe und Horn, die im Klangfarbenspektrum wohl kaum weiter auseinanderliegen könnten.

Packend, wirkungsvoll, stark!

Das komplette Piano Windtet bescherte seinem Programm mit Walter Wilhelm Giesekings B-Dur-Quintett ein harmonisch farbiges, impressionistisch angehauchtes Finale. Weitläufige Klanglandschaften im ersten Satz, schöne dynamische Schattierungen im langsamen, zuweilen fast statischen Andante, schließlich robuste, dann wieder komplex synkopierte Rhythmen und augenzwinkerndes Spiel mit musikalischen Klischees im Schlusssatz – das war packend, wirkungsvoll und stark! Eine Zugabe musste her, die das Ensemble 4.1 mit einer kurzen, tänzerischen Bagatelle von Hans Stähli sichtlich gerne gewährte.

Autor:

Alexander W. Weiß (Redakteur) aus Siegen

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