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Streicherglanz und Hörnerpracht: Philharmonie-Ensembles spielen
Uraufführung von "Ginsburg"

Das Streichtrio der Philharmonie überraschte mit einer Uraufführung "Ginsburg": Ursprünglich hätte das Werk erstmals  auf der Ginsburg  erklingen sollen.
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  • Das Streichtrio der Philharmonie überraschte mit einer Uraufführung "Ginsburg": Ursprünglich hätte das Werk erstmals auf der Ginsburg erklingen sollen.
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lip Hilchenbach. Statt wie geplant in der Ginsburg ließen sich acht Musiker der Philharmonie Südwestfalen am Sonntagnachmittag per Stream durch den Virtuellen Hut aus der ev. Kirche Hilchenbach mit ihrem Muttertags-Programm hören. Optisch und akustisch bestens in Szene gesetzt, war eine sehr abwechslungsreiche Folge von Musikstücken aus Klassik und Jazz zu erleben.
Zart, getragen und ausdrucksstark begannen die drei Streicher Hyeokchun Gwon, Daniel Ibánez Garcia und Germán Prentki das Konzert mit Wolfgang Amadeus Mozarts Bearbeitung von Johann Sebastian Bachs „Präludium und Fuge g-Moll“. Energisch, klar strukturiert und fein artikuliert erklang das von Stimme zu Stimme weitergereichte Fugengeflecht. Franz Schuberts Trio B-Dur D 471 tauchte die Zuhörer in ein Wechselbad der Gefühle.

lip Hilchenbach. Statt wie geplant in der Ginsburg ließen sich acht Musiker der Philharmonie Südwestfalen am Sonntagnachmittag per Stream durch den Virtuellen Hut aus der ev. Kirche Hilchenbach mit ihrem Muttertags-Programm hören. Optisch und akustisch bestens in Szene gesetzt, war eine sehr abwechslungsreiche Folge von Musikstücken aus Klassik und Jazz zu erleben.
Zart, getragen und ausdrucksstark begannen die drei Streicher Hyeokchun Gwon, Daniel Ibánez Garcia und Germán Prentki das Konzert mit Wolfgang Amadeus Mozarts Bearbeitung von Johann Sebastian Bachs „Präludium und Fuge g-Moll“. Energisch, klar strukturiert und fein artikuliert erklang das von Stimme zu Stimme weitergereichte Fugengeflecht. Franz Schuberts Trio B-Dur D 471 tauchte die Zuhörer in ein Wechselbad der Gefühle. Leichtfüßige Melodien, tieftraurige Stimmungen, energische Aufschwünge, Frage- und Antwortpassagen zwischen Geige, Bratsche und Cello: Das alles ließen die drei Musiker zu einem großen Hörvergnügen werden.

Uraufführung des Trios „Ginsburg“ von  Muneta

Die als Überraschung angekündigte Uraufführung des Trios „Ginsburg“ (2019) von Jesus Maria Muneta fand Corona-bedingt nicht am Wunschort statt, entfaltete aber in der Kirchenakustik mit ihrer leicht gegen den Strich gebürsteten, zumeist aber gefälligen Tonsprache schöne Wirkung. Der Onkel des Bratschers Garcia hatte schon zur Rubens-Preisverleihung an Niele Toroni ein Quartett komponiert, war also zumindest in Siegen kein Unbekannter mehr. Die vier Sätze des Werkes zeichneten sich durch lebhaften Wechsel kurzer Episoden aus. Melodiebögen im Legato und Pizzikato, mal an barocke, klassische oder romantische Vorbilder erinnernd, gefühlvolles Innehalten, tänzerische Motive, virtuoses polyphones Schweifen: Gerne hätte man den großartigen Musikern für die drei Streichtrios gedankt.

Hornquintett mit strahlendem Klang

Was gibt es Schöneres als ein Hornquartett? Ein Hornquintett. Ohrenschmaus pur war angesagt im zweiten Teil des Konzertes. Lisa Erdinger, Joseph Rauch, Grigory Yakubovich, Katja Schubert und Florent Lepetit ließen in der „Intrada“ von Alexander Reuber satte, sanfte Gesamtklänge und rhythmische Staccati hören. Darauf verströmte ein herrlicher Choral von Anton Bruckner (arrangiert von Michael Höltzel) getragene Weiheklänge in feiner dynamischer Abstufung. Kontrastprogramm: Fetzig, witzig, swingend und hochvirtuos ergoss sich „Quippery“ (Lowell E. Shaw, 1930) mit jazzigen Rhythmen und „close harmonies“ in den Kirchenraum.

Eindrucksvoll: „The Casbah Of Tetouan“

Das Beste kommt zum Schluss! Kerry Turner hat mit „The Casbah Of Tetouan“ (A Tone Poem) 1988 ein faszinierendes Tongemälde von einem Besuch in Marokko geschaffen. In einer Anekdote beschreibt er, wie er, von Gibraltar übersetzend, von der verwirrend orientalischen Atmosphäre Tetouans und seiner Kasbah überwältigt wird. Das Labyrinth mit seinen kleinen Läden, intensiven Gerüchen und Stimmen, seine Erkrankung, sein Erwachen in einem kühlen Raum, in den ihn ein kleiner Junge gerettet hat, all das kann man hören. Man kann sich aber auch der Klangpracht und Farbenvielfalt ohne Programm erfreuen. Arabische Rufe, geheimnisvolle, dunkle Tiefen, gestopfte Hornklänge, fremdes Gezwitscher, wilde Verfolgungsjagde, edle, gefühlvolle Quintettklänge, irre Trillerketten und fremdartige Gesänge. Grandios.
Mit argentinisch temperamentvollen Tänzen von José Carli ließen die fünf Hornisten das kurze, wunderbare Konzert effektvoll ausklingen. Isabell Lippitz

Das Streichtrio der Philharmonie überraschte mit einer Uraufführung "Ginsburg": Ursprünglich hätte das Werk erstmals  auf der Ginsburg  erklingen sollen.
Die PhilSWHorns verzauberten beim Muttertagskonzert des Virtuellen Huts mit ungewöhnlichen Klängen.
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