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The Twiolins brillieren mit "Eight Seasons" in Dahlbruch
Vivaldi trifft Tango von Piazzolla

„Eight Seasons“ im Dahlbrucher Gebrüder-Busch-Theater: The Twiolins - Marie-Luise und Christoph Dingler - bezauberten mit Vivaldi und Piazzolla.
  • „Eight Seasons“ im Dahlbrucher Gebrüder-Busch-Theater: The Twiolins - Marie-Luise und Christoph Dingler - bezauberten mit Vivaldi und Piazzolla.
  • Foto: Isabel Lippitz
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

lip Dahlbruch. Antonio Vivaldis vier Violinkonzerte „Die vier Jahreszeiten“ haben schon so manche Bearbeitung erfahren. Zweifellos waren die ca. 80 Zuhörer (coronabedingt mussten alle die Masken während des Konzertes aufbehalten) des 167. Konzertes der „Meisterlichen Kammermusik“ des Gebrüder-Busch-Kreises am Donnerstagabend Zeugen einer ebenso einmaligen wie auch verblüffend virtuosen Darbietung durch das Geschwisterpaar Marie-Luise und Christoph Dingler. Schafften es die beiden in musikalischem Umfeld aufgewachsenen Geiger im Dahlbrucher Busch-Theater nicht nur, bei Vivaldi das komplette Orchester samt Solovioline hinreißend darzustellen, sie erweiterten die barocke Klangwelt noch durch die Gegenüberstellung und emotionale Kommentierung mit Werken Astor Piazzollas.

lip Dahlbruch. Antonio Vivaldis vier Violinkonzerte „Die vier Jahreszeiten“ haben schon so manche Bearbeitung erfahren. Zweifellos waren die ca. 80 Zuhörer (coronabedingt mussten alle die Masken während des Konzertes aufbehalten) des 167. Konzertes der „Meisterlichen Kammermusik“ des Gebrüder-Busch-Kreises am Donnerstagabend Zeugen einer ebenso einmaligen wie auch verblüffend virtuosen Darbietung durch das Geschwisterpaar Marie-Luise und Christoph Dingler. Schafften es die beiden in musikalischem Umfeld aufgewachsenen Geiger im Dahlbrucher Busch-Theater nicht nur, bei Vivaldi das komplette Orchester samt Solovioline hinreißend darzustellen, sie erweiterten die barocke Klangwelt noch durch die Gegenüberstellung und emotionale Kommentierung mit Werken Astor Piazzollas.

Angeregt von Gidon Kremer

Angeregt durch das Projekt „Eight Seasons“ des Geigers Gidon Kremer und geprägt von Begegnungen mit dessen Musik von Kindheit an, stellte sich Christoph Dingler der immensen Aufgabe, die Partitur Vivaldis ohne Abstriche für zwei Violinen spielbar zu machen. Passende Stücke Piazzollas zu finden, die der Gefühlswelt Vivaldis entsprachen, sie vertieften und kontrastierten, war die nächste Herausforderung. Für die erste Präsentation des Programmes vor einem Jahr in China war fast ein Jahr Vorbereitung und Probenzeit vergangen. Dass das gesamte Konzert auswendig gespielt wurde, überrascht somit kaum noch.

Marie-Luise Dingler trägt Sonette vor

Marie-Luise Dingler trug das von Vivaldi als Erklärung seiner Programmmusik verfasste Sonett zum „Frühling“ vor (im weiteren Konzert ebenso die Sonette zu den folgenden Jahreszeiten). Dann wurden die Zuhörer in die helle, durchsichtige und vielschichtige Klangwelt der Twiolins entführt. Kaum zu glauben, dass zwei Geigen diese komplexe Musik von Solovioline und Orchester Ton für Ton präsentierten. Blühende Melodiebögen, Arpeggienbegleitung, gemeinsames trillerndes Vogelgezwitscher, rasante Gewitter- und Blitz-Eskapaden, es erklang das vertraute Konzert, aber in einer fast fragilen Helligkeit und traumschönen Violinfarbigkeit.

Gefühl- und temperamentvoll

Piazzollas „Milonga del Ángel“ entführte in dunkel gefühlvolle, herrlich tiefsinnige, aufblitzend temperamentvolle Tangowelten, die durch den Wechsel Christoph Dinglers auf die Viola an Tiefendimension gewannen: ein wunderbarer Übergang in die Traumwelten des 2. Satzes (Largo) Vivaldis. „La Muerte del Ángel“ und „Resurreccion del Ángel“ (Tod und Auferstehung des Engels) umrahmten mit rauen und wilden Tänzen den oftmals sechsstimmig (!) daherkommenden dritten Satz des „Frühlings“.

Wunderschönes Klanggewand für "Oblivion"

Lastende Schwüle des Sommers – begleitet durch ungemein klangvolles Pizzikato –, Vogelstimmen, Windessausen, Donnergrollen, Hagelschauer, alles in fantastisch virtuoser Manier und feinsinnig leuchtender Tongebung! Welch atemberaubend schönes Klanggewand der bekannte Tango nuevo „Oblivion“ bekam, konnte man staunend verfolgen. Zur verführerischen Melodie der Geige erklang ein artistisch polyphones, mehrstimmig leuchtkräftiges Pizzikato der Viola. Auch die jazzige, fugenverschachtelt wilde Tangogewalt von „Fuga y Misterio“ beeindruckte sehr.

"Für Elise" in Crossover-Version

Nach der Pause, man blieb sitzen, erlebten die Zuhörer die dreisätzigen Vivaldi-Konzerte „L’Autunno“ und „L’Inverno“ mit den jeweiligen, Satz für Satz folgenden Piazzolla-Stücken. Besonders ergreifend (bei all den Preziosen!) die Folge des ersten Satzes vom „Winter“ mit seinen kratzenden Klängen der Erstarrung und dem folgenden ausdrucksstarken, energiegeladen vielstimmigen „Adiós Nonino“. Dem Riesenapplaus antworteten die beiden „Teufelsgeiger“ mit zwei Zugaben aus ihrem auf CD verewigten preisgekrönten Crossover-Projekt: Irisches Temperament mit Zuschauerklatschen gab es bei „Morrison´s Jig“ (Aleksey Igudesman) und witzig virtuose Beethoven-Anklänge bei „Für Elise“. Herrlich schräg!

Autor:

Redaktion Kultur

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