KulturPur-Publikum feiert Party mit Querbeat
Zusammen eskalieren mit "Jeföhl"

„Das Leben gibt heut einen aus“: Querbeat, die Brasspop-Band aus Köln/Bonn, machte Mega-Stimmung am späten Freitagabend im kleinen Zelttheater.
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  • „Das Leben gibt heut einen aus“: Querbeat, die Brasspop-Band aus Köln/Bonn, machte Mega-Stimmung am späten Freitagabend im kleinen Zelttheater.
  • Foto: René Achenbach
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

zel Grund. „Wir wollen es heute ein bisschen übertreiben“: Jojo Berger meint damit die Menge und die Band. Die Menge hat schon übermütige Laune, aber warum die nicht noch ein bisschen weiter pushen, singen, springen, feiern? Denn: „Das Leben gibt heut einen aus“, und da sagt man doch nicht Nein, sondern trinkt noch einen mit! Querbeat und das Publikum am späten Freitagabend im ausverkauften kleinen Zelttheater – dazwischen passt kein Blatt.
Die Brasspop-Band aus Köln/Bonn ist bei KulturPur eine große Nummer. Immerhin ist sie mit zwölf Mann und einer Frau angereist, die einen fetten Sound erzeugen, der irgendwo zwischen Kölscher Stimmungsmusik, Dancehall und Balkan Beat zu Hause ist. Querbeat war mal die Schulband des Kardinal-Frings-Gymnasiums in Bonn-Beuel, heute ist Querbeat ein megaerfolgreiches Phänomen der jungen Kölner Karnevalsszene – aber nicht nur. Jojo Berger singt auch mal Hochdeutsch, und Querbeat tourt quer durchs Land und macht Musik für Leute, die genauso gerne Party machen wie die Band selbst. Die kommt auch mal runter von der Bühne, spielt Trompeten, Tuba und Posaunen vom Zeltboden aus – so geht „zusammen feiern“.

So sexy am Barbarossaplatz

„Nie mehr Fastelovend“, den Hit von 2014, haben die dreizehn schon als zweites Lied im Angebot – was soll da noch kommen anderthalb Stunden lang? Keine Pause kommt da, es ist Zeit zu eskalieren. Die Konfettikanone wird nachgeladen, die schnellen Beats gehen in den Magen, die flackernden Lichter gehen nicht aus. Fast jedes Lied können die Leute mitsingen, und zum Mitsingen sind die Songs von Querbeat auch gedacht, denn fast immer findet sich ein „Ohhh“ oder ein „Sooo“ im Text, in das sich der große Chor wunderbar fallen lassen kann, lädt eine catchy Melodie Männer und Frauen zum Döp-döp-Singen ein. Die Texte machen Spaß, denn sie transportieren dieses altbekannte Köln-„Jeföhl“, aber beschreiben es aus einer neuen, jungen Perspektive: „Guten Morgen, Barbarossaplatz. Bist du auch noch wach? Hast du auch die letzte Nacht wieder durchgemacht? (…) Und alle machen Stippefott. So sexy …“

Vor "Bengala" Greta Thunberg, mit dabei Gentleman

Dazwischen Pop, der überall funktioniert: „Laberländ“, „Freaks“ und das funky „Ciao Loser“ (super Choreo!) sind von der neuen CD „Randale & Hurra“. Von der gefällt besonders „Bengala“, ein treibendes Stück Weltmusik mit fetter Posaune und Text in vier Sprachen, um die Welt ein bisschen besser zu machen – und Gentleman, der ja auch schon bei KulturPur war, ist auf der Videoleinwand wieder mit dabei. Vorher erklingt die Stimme von Greta Thunberg – passt.
Für Sarah aus dem Publikum kann an diesem Abend ihre eigene Welt kaum besser sein. Sie gewinnt das Flamingo-Race gegen Trompeter Daniel, getragen von den Händen der Zuschauer, die vom Mitklatschen kurz Pause machen müssen, um die Aufblas-Vögel samt Lenker/-in durchs Zelt zu tragen. Die Begeisterung ist riesig, nicht nur als Jojo Berger bei „Romeo“ die Menge von links nach rechts und zurück tanzen lässt. Geniales Konzert, super Stimmung, denkwürdiger Abend – und das ist nicht übertrieben.

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