50 Jahre im Dienst des Orchesters

Seinen 50. Geburtstag beging gestern der Förderverein der Philharmonie Südwestfalen. Im Vordergrund: Barbara Lambrecht-Schadeberg, seit 1988 Vorsitzende, ihr Stellvertreter Dr. Henrich Schleifenbaum (l.) und Geschäftsführer Hermann Achenbach.  Foto: aww
  • Seinen 50. Geburtstag beging gestern der Förderverein der Philharmonie Südwestfalen. Im Vordergrund: Barbara Lambrecht-Schadeberg, seit 1988 Vorsitzende, ihr Stellvertreter Dr. Henrich Schleifenbaum (l.) und Geschäftsführer Hermann Achenbach. Foto: aww
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aww Hilchenbach. Barbara Lambrecht-Schadebergs „erster Gruß“ galt gestern Vormittag dem Orchester. Irgendwie logisch für eine Fördervereins-Vorsitzende. Nichtsdestotrotz war das mehr als nur symbolisch zu verstehen, ist es ihr doch deutlich anzumerken, dass die Philharmonie Südwestfalen für sie eine echte Herzensangelegenheit ist. „Sie sind die Basis unseres Erfolges“, richtete sich Barbara Lambrecht-Schadeberg anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Philharmonie-Fördervereins an die Musikerinnen und Musiker und versicherte: „Wir werden uns bemühen, auch die weiteren Jahre so gut wie möglich zu helfen.“

Anlass der kurzen Begrüßungsansprache im Hilchenbacher Refugium des Orchesters war ein Geburtstagsfrühstück zum Jubiläum des Fördervereins. Der wurde am 6. April 1959, also exakt gestern vor 50 Jahren, auf Initiative von Dr. Otto Schwarz, Syndikus der Siegerländer Wirtschaft, im Siegener Löhrtor-Gymnasium gegründet – damals unter dem Namen „Verein zur Förderung des Siegerlandorchesters“.

Barbara Lambrecht-Schadeberg, seit 1988 Vorsitzende, hob im Pressegespräch die Bedeutung des Vereins nicht nur hinsichtlich der finanziellen Hilfen für das Orchester, sondern auch bezüglich zwischenmenschlicher Aspekte hervor. „Bei uns kommen Materielles und Menschliches zusammen.“ Ziel des Vereins sei es, „möglichst viele Menschen einzubinden“. Ein Aspekt sei etwa, das Orchester abseits des reinen Konzerts erleben zu können, den Kontakt zwischen Musikern und Fördervereinsmitgliedern zu ermöglichen.

Aber die materielle Seite, wie könnte es anders sein, spielt eben auch eine entscheidende Rolle. „Die Mitglieder erwarten, dass wir sorgsam mit dem Geld umgehen“, ist sich Barbara Lambrecht-Schadeberg der Verantwortung bewusst. Die direkte Förderung, ergänzte Geschäftsführer Hermann Achenbach, werde am liebsten gesehen, also etwa die Investition der durch Mitgliedsbeiträge und Spenden zusammengetragenen Mittel in Instrumente oder Workshops für das Orchester.

(Nicht nur) in dieser Hinsicht kann der Förderverein einiges vorweisen: So hat er in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Instrumenten vom Cembalo über einen Kontrabass bis zum Glockenspiel und mehr finanziert. Im Übrigen wird die Wunschliste des Orchesters laut Intendant Gernot Wojnarowicz nicht kürzer. Für dieses Jahr hat der Förderverein noch die Anschaffung eines Vibraphons fest ins Auge gefasst, auch drei Barocktrompeten würde man der Philharmonie gerne noch 2009 zur Verfügung stellen, wobei die Finanzierung aber noch nicht gesichert ist.Ein wichtiger Bereich ist die erhebliche Mitfinanzierung der Praktikantenstellen im Orchester. 18 000 Euro jährlich stellt der Förderverein dafür zur Verfügung. Im kommenden Jahr, so Achenbach, werde eine Summe von 400 000 Euro erreicht, die dann, zum großen Teil mit Hilfe der Krombacher Brauerei, in diesen Bereich geflossen sei. Durchschnittlich vier bis fünf Praktikantenstellen gebe es pro Jahr. Der Vorteil fürs Orchester ist eine personelle Aufstockung, derjenige für die jungen Musiker, die sich in der Regel kurz vor bzw. nach dem Staatsexamen befinden, dass sie Berufserfahrung sammeln können.Mit der Finanzierung von Workshops – 2006 je einen für Holzbläser und Blechbläser, 2008 einen für das gesamte Orchester – hilft der Förderverein der Philharmonie bei der Weiterqualifizierung. In diesem Jahr sollen noch die Streicher in den Genuss einer solchen Maßnahme kommen. Daneben vergibt der Verein Kompositionsaufträge und ermöglicht damit Uraufführungen wie etwa eines Herchenröder-Konzerts 2004 oder eines Stäbler-Orchesterwerks 2007.Auch diverse CD-Produktionen wurden in der Vergangenheit unterstützt. Philharmonie-Fans dürfen sich schon jetzt auf die Jubiläums-CD des Fördervereins unter Leitung von Chefdirigent Russell N. Harris sowie einen weiteren Silberling mit Werken von Otto Nicolai (Leitung: David Stern) freuen, die bald veröffentlicht werden sollen. Auch die von der Sparkasse Siegen getragene Galakonzert-Reihe „S-Klassik“ mit bedeutenden Solisten gehe auf einen Anstoß des Vereins zurück, so Barbara Lambrecht-Schadeberg.Als eine „Gabe des Vereins an die Mitglieder“ bezeichnete die Vorsitzende die kostenlosen Einführungsvorträge in die Sinfoniekonzerte in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Siegen. Etwa acht bis zehn Soireen sind es pro Saison, zu denen jeweils zwischen 50 und 150 Interessierte kommen. Weit mehr als 200 Veranstaltungen sind es inzwischen insgesamt.Zu seinem Fünfzigsten hat der Förderverein mit derzeit rund 300 Mitgliedern (die Zahl ist im vergangenen knappen Jahrzehnt ums nahezu Dreifache gestiegen) ein Jubiläumskonzert am 28. Oktober im Apollo-Theater geplant, zu dem auch erwähnte CD erscheinen soll.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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