60 oder zehn?

gmz Dahlbruch. Barbara Christin, die sich als Künstlerin und als Professorin für Audio-Visuelle Produktion an der Fachhochschule Kaiserslautern mit der Erstellung von Videofilmen auskennt, ein Faible für die kurzen Varianten der Kurzfilme hat und auch die entsprechenden Festivals im In- und Ausland besucht, stellte eines Tages fest, dass es für die Sonderform der „one minutes“ und der Kurzdokumentationen (rund 10 Minuten) kein Festival in Deutschland gibt. Das sei ein Zustand, fand sie, der dringend geändert werden müsse.

Und überzeugte Jochen Manderbach, den Betreiber des oft prämierten Viktoria-Programmkinos in Dahlbruch, bei der Ausrichtung des ersten 6010-Festivals („60“ steht für die 60 Sekunden langen Kurzfilme, „10“ für die zehnminütigen Dokumentationsfilme) in Deutschland mitzumachen. Schließlich, so Jochen Manderbach bei der Vorstellung des Projektes, sei dieses Festival etwas völlig Neues und außerdem auch das erste Festival, das im Viktoria stattfindet. An eine Fortsetzung ist also gedacht!

Auch Sponsoren wurden gesucht und gefunden – mit den heimischen Partnern Kunst-Sommer und dem Kreis Siegen-Wittgenstein, den überregionalen Partnern, der Filmstiftung NRW und dem NRW Landesbüro Freie Kultur, das dem Ministerpräsidenten des Landes zugeordnet ist. Eine Jury wurde gefunden, die die eingereichten Filme auswählte, die in der international sehr aktiven Szene ausgetauscht werden und auf den Festivals in der Schweiz, in Russland, in Armenien, Italien oder Chile (nur im Netz) etc. gezeigt werden: Christiane Büchner, Barbara Christin, Judith Samen und Karsten Wiesel. Ein attraktiver Katalog informiert über die einzelnen Filme und befreundete Festivals, die sich auch in Dahlbruch präsentieren werden.

Am morgigen Samstag, 18 Uhr, geht es im Viktoria Dahlbruch los, mit Kurzdokumentationen und „one minutes“. Am Sonntag folgt der zweite Teil, ab 11 Uhr. Das Festival zeigt zum Abschluss, zur besten Krimizeit, 20 Uhr, einen Langfilm: „Perestroika – Umbau einer Wohnung“ von Christiane Büchner, einem Jurymitglied.

Worauf lässt man sich ein, wenn man „one minutes“ oder Kurzdokus anschaut? „One minutes“, erläutert Barbara Christin, sind zwar länger als ein Werbeclip, aber ihre zeitliche Beschränkung fordert zu präziser Gestaltung auf. Single Shots fokussieren den Blick, sind hier verdichtendes Stilmittel. Auf diese Weise kann man Geschichten erzählen, Beobachtungen wiedergeben, Animationen, sogar Liebes- oder Actionfilme zeigen. Die Wechselwirkung von Bild und Ton im Alltag spielt eine große gestalterische Rolle. Ähnlich ist es mit den Kurzdokus, die sehr konzentriert einen Komponisten beim Arbeiten beobachten, einen Straßenkünstler beim Tangotanz mit einer Puppe oder ... Reinschauen, ob 60 oder zehn oder länger!

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.