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Gastronomen wollen in Krisenzeiten Kundschaft halten
Abholservice für Schnitzel und Salate

Einige Siegerländer Restaurants machen aus der Not eine Tugend und bieten kurzerhand einen Abholservice für hungrige Kunden an – wie hier das Gasthaus Pampeses auf dem Hilchenbacher Marktplatz. Foto: Christian Schwermer
  • Einige Siegerländer Restaurants machen aus der Not eine Tugend und bieten kurzerhand einen Abholservice für hungrige Kunden an – wie hier das Gasthaus Pampeses auf dem Hilchenbacher Marktplatz. Foto: Christian Schwermer
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cs Hilchenbach/Wilnsdorf. Die Republik und die Region ächzen unter den Folgen der zunehmenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Auch die heimische Gastronomie leidet unter den Maßnahmen, die zu einer möglichst langsamen Ausbreitung der Krankheit beitragen sollen. Nach dem jüngsten NRW-Erlass sollten Restaurants täglich um 15 Uhr schließen, in Siegen-Wittgenstein jetzt sogar grundsätzlich. Bekanntlich hat die Siegener Kreisverwaltung am Mittwochachmittag den entsprechenden Erlass mitgeteilt. Not macht jedoch bekanntlich erfinderisch.

Viele Betriebe bauen kurzerhand einen Abhol- oder Lieferservice auf – auch jene, die ein solches Angebot bislang noch nicht im Portfolio hatten.

cs Hilchenbach/Wilnsdorf. Die Republik und die Region ächzen unter den Folgen der zunehmenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Auch die heimische Gastronomie leidet unter den Maßnahmen, die zu einer möglichst langsamen Ausbreitung der Krankheit beitragen sollen. Nach dem jüngsten NRW-Erlass sollten Restaurants täglich um 15 Uhr schließen, in Siegen-Wittgenstein jetzt sogar grundsätzlich. Bekanntlich hat die Siegener Kreisverwaltung am Mittwochachmittag den entsprechenden Erlass mitgeteilt. Not macht jedoch bekanntlich erfinderisch.

Viele Betriebe bauen kurzerhand einen Abhol- oder Lieferservice auf – auch jene, die ein solches Angebot bislang noch nicht im Portfolio hatten. Die Gastronomen platzieren ihre Meldungen in den sozialen Netzwerken, bekommen dort von den Nutzern viel Zuspruch. Das Ziel: Die zu erwartenden Umsatzeinbrüche wollen sie zumindest etwas abgefedern.

„Besser 20 Essen am Tag als gar keines“, lächelt etwa Sascha Rudan, Betreiber von „Saschas Kochschmiede“ in Wilnsdorf. Der 70-Jährige erklärt, dass es vor allem darum gehe, die Küche in Bewegung zu halten, um die frischen Waren nicht verkommen zu lassen.

Türklinken werden desinfiziert

Zu jeweils vorgegeben Zeiten können die Kunden ihr Gericht von einer Außer-Haus-Karte telefonisch bestellen und abholen, saftige Rabatte sollen das Angebot zusätzlich attraktivieren. Die Türklinken würden sorgfältig desinfiziert, berichtet der Gastronom weiter und zeigt sich mit der ersten Nachfrage zufrieden.

Viele Anrufe seien bereits eingegangen, „ich denke, das wird gut angenommen werden“, gibt sich Rudan zuversichtlich. Dennoch hoffe er inständig, dass das Prozedere nicht zum Dauerzustand werde. Gerade jetzt im März und April hätten viele Konfirmations- und Kommunionsfeiern angestanden, „das bricht uns wohl alles weg“, sagt Rudan: „Aber Jammern hilft nichts!“

Ähnlich verfährt das im Herzen von Hilchenbach gelegene Gasthaus Pampeses. Dort wurde kurzerhand eine Außer-Haus-Karte kreiert und via Facebook publik gemacht. „Wir regeln die Abholzeiten so, dass jeder Abholer allein und auf Klingeln sein Essen an der Tür abholen kann. Wir desinfizieren die Türklinken und die Klingel nach jedem Gast.“

Viele treue Gäste wollen helfen

Für die Gäste heißt es also pünktlich sein, denn gerade zu den Stoßzeiten wird der Zeitplan wohl recht eng getaktet werden. Stefan Dörrenberg ist zufrieden mit der Nachfrage, „viele treue Gäste haben bereits zugesichert, uns auf diesem Wege unterstützen zu wollen“, meint der Gastronom, der den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Nina führt. Dennoch sei das Angebot grundsätzlich nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“, aber immerhin besser als nichts.

Zum Wochenende hin rechnet Stefan Dörrenberg mit einer Zunahme der Nachfrage, und es sei gut, dass auch in dieser schweren Zeit weiterhin Leben im Betrieb herrsche. „Wir wissen nicht, wo die Reise hingeht“, sagt der Chef und hofft, dass bald wieder bessere Zeiten anbrechen – schließlich möchte das Haus auch seiner Verantwortung als Ausbildungsbetrieb in Zukunft gerecht werden können. Die Zeit ohne Gäste möchte das Team des Gasthauses sinnvoll nutzen, in den kommenden Wochen stehen etwa diverse Säuberungs- und Renovierungsarbeiten an.

Viel Zeit haben Stefan Dörrenberg und Auszubildende Angelique Klein nicht. Am Abend gilt es, ein Essen an unter Quarantäne stehende Kunden auszuliefern. Wenn alle Stricke reißen, liefert das Pampeses-Team in Ausnahmefällen die Gerichte bis vor die Haustür – ohne Kontakt zu den Abnehmern zu haben, versteht sich.

„Klassische“ Lieferservices verzeichnen bislang übrigens keinen signifikanten Anstieg der Bestellungen. „Bei uns ist es in etwa gleichbleibend“, sagt Christian Dietzel, Mitarbeiter beim Pizzaservice Don Camillo aus Siegen. Deutlich auffällig sei jedoch, dass bei Bestellungen, die über Onlineportale wie „Lieferando“ eingingen, immer öfter der Wunsch nach einer kontaktlosen Lieferung hinterlegt werde.

Die Kunden gäben dann etwa an, dass die Lieferung im Carport oder vor der Haustür abgelegt werden solle, das Geld werde entsprechend zuvor bereitgelegt.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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