SZ

Stellenabbau bei SMS
Auch die Freiwillige Feuerwehr Hilchenbach zittert mit

Die Löschzüge äußern Verlustangst: Die Hilchenbacher Feuerwehr weist mit Sorge auf mögliche Folgen des angekündigten Stellenabbaus bei SMS hin.
2Bilder
  • Die Löschzüge äußern Verlustangst: Die Hilchenbacher Feuerwehr weist mit Sorge auf mögliche Folgen des angekündigten Stellenabbaus bei SMS hin.
  • Foto: SZ
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

nja Hilchenbach/Dahlbruch. Wenn Jobs auf der Kippe stehen, Unternehmen Stellenabbau ankündigen oder vollziehen, trifft dies natürlich in erster Linie die direkt Betroffenen und deren Familien ins Mark. (Drohende) Arbeitslosigkeit und die damit einhergehende finanzielle Unsicherheit, Zukunftsängste, die Suche nach einem neuen beruflichen Standbein …: ein Desaster. Doch kann diese persönliche Katastrophe auch weitere Kreise ziehen. Könnte der von der SMS-group avisierte Stellenabbau am Dahlbrucher Firmenstandort – die Rede ist inoffiziell von rund 230 Jobs – sich auf die Einsatzkraft der freiwilligen Feuerwehr auswirken? Fehlen dann vielleicht im Notfall einmal zumindest tagsüber Einsatzkräfte vor Ort?

nja Hilchenbach/Dahlbruch. Wenn Jobs auf der Kippe stehen, Unternehmen Stellenabbau ankündigen oder vollziehen, trifft dies natürlich in erster Linie die direkt Betroffenen und deren Familien ins Mark. (Drohende) Arbeitslosigkeit und die damit einhergehende finanzielle Unsicherheit, Zukunftsängste, die Suche nach einem neuen beruflichen Standbein …: ein Desaster. Doch kann diese persönliche Katastrophe auch weitere Kreise ziehen. Könnte der von der SMS-group avisierte Stellenabbau am Dahlbrucher Firmenstandort – die Rede ist inoffiziell von rund 230 Jobs – sich auf die Einsatzkraft der freiwilligen Feuerwehr auswirken? Fehlen dann vielleicht im Notfall einmal zumindest tagsüber Einsatzkräfte vor Ort? Die SZ fragte bei der Wehrführung nach – und erfuhr, dass sich Harald Stecher sowie sein Stellvertreter Jürgen Saßmannshausen durchaus Sorgen machen.

Weiterer Stellenabbau bei SMS

32 Feuerwehrleute arbeiten bei der SMS

„Wir wollen das Thema nicht hochpushen“, sagt Stecher. „Aber wir wollen uns irgendwann auch nicht vorwerfen lassen: Hättet ihr mal was gesagt.“ Aus diesem Grund habe man der Stadt Hilchenbach nun u. a. aktuelle Zahlen vorgelegt, wonach 32 der insgesamt rund 230 Aktiven der freiwilligen Feuerwehr bei SMS beschäftigt seien. Das sind knapp 14 Prozent.

Harald Stecher und Jürgen Saßmannshausen leiten die Hilchenbacher Feuerwehr.

Besonders hoch ist der Anteil in den Löschzügen Hilchenbach (elf ) sowie Dahlbruch und Müsen (jeweils fünf). Sechs Angehörige Hilchenbacher Löschzüge sind wegen ihres SMS-Jobs während der Arbeitszeit zudem Gastlöscher in Dahlbruch. Hinzu kommen zwei weitere Gäste, die auswärtigen Feuerwehren angehören. Welche Stellen werden bei SMS wann gestrichen? Wen wird es treffen? Und somit: Welche Auswirkungen hat dies für die Feuerwehr? Auf all diese Fragen gibt es noch keine Antwort. Die Ungewissheit fährt daher auch bei der Feuerwehr derzeit mit. „Wenn Einsatzkräfte ihren Job verlieren, besteht die Gefahr, dass sie tagsüber in Dahlbruch nicht mehr ausrücken können“, sagt Stecher.

Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Hilchenbach muss gewährleistet werden

Die sogenannte Tagesverfügbarkeit der Löschkräfte stellt Feuerwehren landauf, landab vor Herausforderungen: Die Einsatzbereitschaft muss rund um die Uhr gewährleistet werden – also auch während der „normalen“ Arbeitszeit. Sollten nun aktive Löschkräfte mangels Alternative vor Ort künftig einen Job fern der Heimat annehmen, würde dies die Reihen natürlich lichten. Der neue Brandschutzbedarfsplan wird die Hilchenbacher Politik nach der Sommerpause beschäftigen. Darin spielt besagte Tagesverfügbarkeit wieder eine Rolle, verrät Harald Stecher. Eine 200-prozentige Personal-Reserve wird gefordert, um z. B. auch Urlaubszeiten oder Krankheitsfälle allzeit gut kompensieren zu können. „Um dies zu erreichen, fehlen uns derzeit rund 70 Leute“, so Stecher. „Zurzeit kriegen wir die Wagen voll – aber wir fahren auf Kante.“

„Wir brauchen mehr Arbeitsplätze vor Ort“, wünschen sich Stecher und Saßmannshausen – und wissen zugleich, dass Hilchenbach sich auch verstärkt um Nachwuchs kümmern muss: „Wir werden wieder die Werbetrommel rühren!“ Dies sei während des Corona-Lockdowns ja nicht sinnvoll möglich gewesen. „Wir bilden pro Jahr 20 bis 25 Aktive aus.“ Junge Leute ab 18 Jahren aber gingen immer wieder verloren. Weil sie z. B. wegen des Jobs oder Studiums wegzögen – oder privat neue Schwerpunkte in ihrem Leben setzten.

Die Löschzüge äußern Verlustangst: Die Hilchenbacher Feuerwehr weist mit Sorge auf mögliche Folgen des angekündigten Stellenabbaus bei SMS hin.
Harald Stecher und Jürgen Saßmannshausen leiten die Hilchenbacher Feuerwehr.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen