Auf »üble Art und Weise« gegen das Freibad-Team vorgegangen

SPD-Fraktionschef Kaufmann nimmt Stellung zur Bäder-Affäre

mir Hilchenbach. Die Hallenbad-Affäre zieht Kreise, diesmal raucht es in der SPD. Fraktionssprecher Helmut Kaufmann hat in einer Wählerinformation in seinem Wahlkreis Hilchenbach-Ost in einer mehrseitigen Abhandlung deutlich Stellung bezogen gegen die Verfahrensweise der Stadtverwaltung. Besonders Amtsleiter Michael Kleber, aber auch Bürgermeister Günter Schlabach (SPD), stehen im Rampenlicht

»Die für diesen Skandal Verantwortlichen sind auf besonders üble Art und Weise gegenüber dem Freibad-Team des TuS Hilchenbach vorgegangen«, spart er nicht mit Kritik und lobt ausdrücklich Schlabachs Entschuldigung vor dem Rat. Kaufmann hätte »zumindest eine Entschuldigung« Klebers für das Verhalten seines Personals notwendig erachtet. Und weiter: »Über die Verantwortung bzw. das Mitwirken des Herrn Kleber dürfte daher noch nicht das letzte Wort gesprochen worden sein.« Womöglich wird das Thema in der nächsten Ratssitzung behandelt.

Kernstück in Kaufmanns Ausführungen sind sechs Punkte: In unverantwortlicher Weise sei Materialbeschaffung betrieben worden, die keine Grenzen kannte. Man habe mit städtischen Haushaltsmitteln Gerätschaften beschafft, die nie das Hallenbad gesehen hätten, sondern unmittelbar nach dem Erwerb in das Privateigentum übergegangen seien. Kaufmann: »Hier handelt es sich zweifelsohne um Diebstahl.«

Unregelmäßigkeiten seien festzustellen bei Abrechnungen von Überstunden und Fahrtkosten. Personalkosten seien bewusst durch Doppelbesetzung ausgeweitet worden. Durch eine »perfide Vorgehensweise« seien Mitarbeiter der Bäderabteilung gefügig gemacht worden, psychisch unter Druck gesetzt, Angstzustände provoziert und dadurch auch in das unredliche Handeln eingebunden worden.

Außerdem stellt Kaufmann fest: Die unfassbare Materialbeschaffung sei von der Verwaltung genehmigt worden. Kontrollmechanismen seien geschickt umgangen oder trickreich ausgeschaltet worden. Oder sie existierten gar nicht. Durch eine im vergangenen Jahr inszenierte Kampagne gegenüber dem TuS als Betreiber des Freibads sei dessen ehrenamtliche Arbeit auf »unglaubliche Art und Weise« diskreditiert worden, damit zielgerichtet eine Übernahme des Freibads durch die Stadt initiiert und somit großer materieller und immaterieller Schaden angerichtet worden.

Alle Punkte hat Kaufmann detailliert dargestellt. Auf Nachfrage präzisierte er gegenüber der SZ: »Herr Kleber hat eine große Chance vertan, dass er sich nicht gegenüber dem TuS entschuldigt hat. Das war für mich eine Enttäuschung.«

Auf Anordnung des Bürgermeisters sei eine Vorlage gefertigt worden, in welcher Weise die Stadt das Freibad wieder übernehmen könnte, falls der TuS die »Brocken hinwerfen sollte«. Kaufmann: »Schlabach musste so handeln, weil ihm suggeriert wurde, der TuS hat keine Lust mehr.« Auch hier sieht der SPD-Fraktionschef die Verantwortung bei Baudezernent Michael Kleber. Trotzdem, eine Kluft zwischen dem SPD-Bürgermeister und Fraktionschef Kaufmann ist unverkennbar. Ob die gesamte Fraktion hinter Kaufmanns Ausführungen steht, muss sich zeigen. Kaufmann: »In meinem Wahlkreis habe ich sehr große Unterstützung erfahren.«

Morgen geht es im Hauptausschuss weiter in Sachen Bäder-Affäre. Der Bürgermeister wird über Details zum Arbeitsgerichtsvergleich berichten. Dass Schlabach eine solche Lösung mit den beiden fristlos Gekündigten erreichen sollte, das haben die Fraktionen angeblich vorher nicht gewusst. So verlautete es jedenfalls. Man wird sehen müssen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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