Aus dem Kopf an die Wand

Christa Meesmann, Grunder Galeristin, stellt Fotografien aus, die Ruhe atmen, Stille, Nachdenklichkeit. Foto: ne
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ne Grund. Das Ausstellungsjahr 2010 der Galerie im Garten in Grund eröffnete die Galeristin Christa Meesmann am Sonntag mit einer kleinen, aber sehenswerten Schau eigener fotografischer Arbeiten, die sie unter dem Titel „Die Bilder in meinem Kopf“ zusammengestellt hat. „Früher war ich ein Wandererin, heute bin ich Spaziergänger“, formuliert Meesmann die Anlässe ihrer konzeptuellen Fotografie, betont damit das Tempo der Bildfindungen, des Nachdenkens über Konzepte des Sehens. Es geht somit auch um Entschleunigung der Rezeption, um Geduld, gerade, wenn man Bildserien der Künstlerin in Beziehung zueinander sieht, die gleiche Landschaftsteile nebeneinander stellen, die in unterschiedlichen Jahreszeiten aufgenommen wurden. „Meine Wahrnehmung hat sich verändert, ist entspannter, nachdenklicher: beobachtet“, beschreibt Meesmann die Herangehensweise an ihre Bildideen, die nicht bloß heimische und heimatliche Landschaft abbilden, sondern – in Serie gesetzt – Landschaftsbestandteile neu arrangieren, collagieren zu individuellen Topografien, zu neuen, ganz eigenen Horizonten komponieren.

Robert Walser, Schweizer Dichter und begeisterter Spaziergänger, Landschaftsflaneur wie Meesmann selbst, sowie der Soziologe Lucius Burckhard sind Paten der konzeptuellen Fotografie Christa Meesmanns, die die Rhythmisierung von Landschaftsausschnitten besonders interessiert. Und die kleinformatigen Abzüge, oft gelbstichig, in unaufgeregter Farbigkeit, beschreiben in ihrer Zusammenstellung, meist Reihung, nur auf den ersten Blick Siegerländer Landschaftstristesse, unspektakuläre Alltäglichkeit von dürren Haubergsbäumen, aufgeweichten Waldwegen, Unterholzhektik.

Auf den zweiten und dritten Blick offenbart die Künstlerin uns die filigrane Schönheit frühlingshaft zögerlichen Blattgrüns, junger Schüchternheit schmalbrüstiger Buchen und der trüben Drohung ständig anwesender und übermächtiger Fichtenmonokulturen – die gerade besonders zerfetzt worden sind durch Kyrill und Co., wie viele der ausgestellten Bilder dokumentieren. Heimische Landschaft konstruiert Meesmann nach den Bildern, die „in meinem Kopf“ schon enthalten sind, während der Spaziergängen in der Region sich angesammelt haben zu einem geistigen Archiv, zu Bildern neu gedachter Heimat, die Metaphern werden können: Weggabelungen, Holzwege, schneebedecktes, lauerndes Grün. Das weckt Assoziationen und regt zur Selbstreflektion ein.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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