Garten in Kleinod verwandelt
Bäume sanft auf Rosen gebettet

Der Baumbestand auf dem ehemaligen Vormwalder Bauernhof wäre an sich schon einen Blick wert – die an den Stämmen emporwachsenden englischen Ramblerrosen aber sorgten dieser Tage für das gewisse Etwas.
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  • Der Baumbestand auf dem ehemaligen Vormwalder Bauernhof wäre an sich schon einen Blick wert – die an den Stämmen emporwachsenden englischen Ramblerrosen aber sorgten dieser Tage für das gewisse Etwas.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Jan Schäfer (Redakteur)

js Vormwald Während der heißeste Juni aller Zeiten ausgesprochen schweißtreibend, gar lähmend wirkte auf so manchen Siegerländer, hatte einer stets gut lachen: Friedhelm Weidt musste in der scheinbar endlosen Hitzewelle nie lange suchen, um in seinem Garten das eine oder andere Fleckchen zu finden, in dem es sich durch Baumschatten, verbunden mit einer leichten Brise bestens aushalten ließ.

Es ist kein Zufall, dass sich der 72-Jährige auf seinem Vormwalder Grundstück in genau solche Bereiche zurückziehen kann. Als Landschaftsarchitekt hat er seit Jahrzehnten unzählige Gärten gestaltet und „umgegraben“. Besonders rund um seine eigenen vier Wände hat sich Weidt nach und nach und ganz nebenbei ein Kleinod geschaffen, das er nach zwei Jahrzehnten so langsam als „ausgereift“ bezeichnen möchte.

Material aus der Region

Mut und Visionen waren schon nötig, als Weidt 1998 das alte Bauernanwesen „Möllersch“ mit rund 2000 Quadratmetern Grundstück kaufte und aus tiefem Dornröschenschlaf weckte. Das Fachwerkhaus, dessen schmucke Fassade seinerzeit im Verborgenen lag, wurde wieder zum Strahlen gebracht. Wichtig fürs Restaurieren war Eichenholz aus der Kredenbacher Silberhütte, die in Kredenbach Gewerbebetrieben weichen musste: „Das war mein Grundstock“, berichtet Weidt, der auch an vielen anderen Orten in Siegerland und Umgebung eifrig sammelte – an Holzbalken, die ihm an irgendwelchen Baustellen und Abbruchstätten ins Auge fielen, konnte er nicht einfach vorbeifahren. Immer fragte er nach und ergatterte nicht selten echtes, altes Material für die Sanierung des Hofes, der aus dem 16. Jahrhundert stammt und an dem einst die Hauptstraße über den Zollposten zur Ginsberger Heide vorbeiführte. Die Haustür etwa stammt aus Ernsdorf, das zugehörige Gebäude ist längst Geschichte. Auch in den Wegen, die Weidts Garten eine organische Struktur und den Sitzecken Anschluss geben, finden sich Materialien mit Regionalgeschichte: etwa Steine aus dem abgerissenen Viadukt von Würdinghausen oder Abbruchmaterial aus dem Bürogebäude der Lederwerke. Rhododendren vom früheren USH-Fabrikgelände – seit einigen Monaten Einkaufszentrum – gedeihen nun an der Vormwalder Straße.

Garten deutlich verändert

Insgesamt hat Weidt den Garten einem deutlichen Wandel unterzogen. Er modellierte das leicht abfallende Gelände neu, schuf Plateaus, verwunschene Nischen und Räume, legte einen Teich an, in dem sich die Rückfassade des Hauses spiegelt und Fische pudelwohl fühlen. Die meisten der stattlichen Bäume aus dem ursprünglichen Bestand ließ er stehen, andere fügte er nach und nach hinzu. Die Fichtenreihe, die der freien Sicht ins rückwärtige Tälchen im Weg standen, mussten weichen.

Viel lieber pflanzte Weidt hier und da nach, ließ die grünen Elemente wild ineinander wachsen. Die gewaltigen Buchsbäume wiederum brauchen hin und wieder einen ordentlichen Schnitt. Neben Weinranken in Lianenform wickelt sich Efeu an Baumstämmen empor, bildet inzwischen die typischen Blätter seiner Altersform. Als idyllisches Sahnehäubchen umgarnen englische Ramblerrosen die belaubten Riesen, brachten sie dieser Tage regelrecht zum „Blühen“.

Jetzt, nach zwei Jahrzehnten, empfindet Friedhelm Weidt seine Gartenlandschaft also als „fertig“. Zurücklehnen an einem schattigen Plätzchen ist nun angesagt – zumindest so lange, bis die nächsten Ideen sprießen.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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