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Hammerwerk Allenbach
Bauunternehmer möchte Brache beleben

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js Allenbach. Knapp viereinhalb Jahre sind ins Land gegangen, seitdem die Lichter beim Hammerwerk Vorlaender in Allenbach endgültig ausgingen. Nach mehreren Jahrhunderten emsiger Betriebsamkeit verabschiedete sich auch die letzte Eigentümerin, die italienische Firma Metalcom, von ihrem 1997 aus der Insolvenzmasse herausgekauften deutschen Ableger und beendete damit ein prägendes Kapitel der Siegerländer Firmengeschichte. Seither herrscht Stillstand in den 8000 Quadratmeter großen Industriehallen an der B 508, Wiederbelebungsversuche blieben bislang ohne Erfolg.

Einer, der das ändern möchte, ist der Hilchenbacher Bauunternehmer Heinrich Brian Born. In der kommenden Woche möchte er gern nach Italien fahren, um seinen nie gekappten Gesprächsfaden mit den Eigentümern wieder aufzunehmen.

js Allenbach. Knapp viereinhalb Jahre sind ins Land gegangen, seitdem die Lichter beim Hammerwerk Vorlaender in Allenbach endgültig ausgingen. Nach mehreren Jahrhunderten emsiger Betriebsamkeit verabschiedete sich auch die letzte Eigentümerin, die italienische Firma Metalcom, von ihrem 1997 aus der Insolvenzmasse herausgekauften deutschen Ableger und beendete damit ein prägendes Kapitel der Siegerländer Firmengeschichte. Seither herrscht Stillstand in den 8000 Quadratmeter großen Industriehallen an der B 508, Wiederbelebungsversuche blieben bislang ohne Erfolg.

Einer, der das ändern möchte, ist der Hilchenbacher Bauunternehmer Heinrich Brian Born. In der kommenden Woche möchte er gern nach Italien fahren, um seinen nie gekappten Gesprächsfaden mit den Eigentümern wieder aufzunehmen. Seit mehreren Jahren schon sei er daran interessiert, das alte Hammerwerk zu kaufen und in einen Industrie- und Gewerbepark zu verwandeln. Das berichtete der Geschäftsmann am Freitag in einem Pressegespräch, zu dem er gemeinsam mit Grünen-Sprecher Dr. Peter Neuhaus geladen hatte. Der „schwarze Unternehmer“ – u. a. trat er bei der jüngsten Kommunalwahl für die CDU an – und „der Grünling“ hätten ein gemeinsames Interesse, sagte Neuhaus: die Entwicklung des Industriestandorts Hilchenbach mit Rücksicht auf ökologische Belange. Gewerbestandorte würden dringend benötigt, so Neuhaus. Die Entwicklung eines erweiterten Industriegebiets im Insbachtal, wie es im Landesentwicklungsplan priorisiert wird, sei aus „grüner“ Sicht keine gute Idee.

Die Reaktivierung der Hammerwerk-Brache treibe ihn daher besonders um, berichtete der Stadtverordnete, der kürzlich im Stadtentwicklungsausschuss die Verwaltung nach dem aktuellen Sachstand gefragt hatte. Zur Erinnerung: Wirtschaftsförderer Kyrillos Kaioglidis hatte daraufhin erklärt, dass die Entwicklung über das Programm Bau.Land.Partner (ehemals Flächenpool NRW) langsamer als erhofft vonstatten gehe. Noch gebe es keine Vereinbarung mit der Eigentümerfirma Metalcom, mit der die Kommunikation sich nach wie vor als „schwierig“ erweise.

Heinrich Born hat da ganz andere Erfahrungen gemacht. Er selbst sei sich mit den Eigentümern in Brescia, einen Steinwurf vom Gardasee entfernt gelegen, bereits handelseinig gewesen. Seine Baufirma (inklusive Subunternehmen beschäftigt Born nach eigenen Angaben rund 150 Mitarbeiter) platze aus allen Nähen. Gemeinsam mit Partnern wolle er die Hammerwerkhallen erwerben und die nicht von ihm benötigten Flächen vermieten und vermarkten. Darüber sei die Stadt informiert gewesen.

Dann aber sei die Sache mit den Altlasten laut geworden, die insbesondere von Klaus Stötzel – der stellv. Bürgermeister war früher selbst im Hammerwerk tätig – immer wieder ins Spiel gebracht wurde und das Kreis-Umweltamt auf den Plan gerufen hat. Die Stadt Hilchenbach wiederum setzte auf die Flächenpool-Karte. Bei diesem Programm geht es um die Reaktivierung eben solcher Problem-Areale. Seither sei Metalcom nicht mehr verkaufsbereit, berichtete Heinrich Born. „Die städtische Herangehensweise stellte sich als Bremsklotz heraus!“ Die Italiener hätten offenbar Sorge, dass ihnen die Altlastenproblematik auf die Füße fallen könnte.

Dabei sei er ja selbst bereit, eben dieses Risiko zu übernehmen. Dass der Untergrund der Industriehallen im Laufe der Jahrhunderte in Mitleidenschaft gezogen worden sei, müsse durchaus ernst genommen werden. „Solange die Hallen stehen, ist das aber kein Problem“, erklärte Born. Sobald sie abgerissen werden sollten, müsse „natürlich“ eine Bodensanierung stattfinden. Beispielhaft nannte er die intensiven Vorarbeiten, die auf dem Leimfabrik-Areal an der Hilchenbacher Herrenwiese den Bau eines Einkaufszentrums ermöglicht haben.

Born selbst plant jedoch etwas Anderes. Sollte er das Hammerwerk kaufen können, würde er die Hallen stehen lassen. Reparaturen, Sanierungen, Sicherungsmaßnahmen, Modernisierungen – ganz ohne Investitionen sei die Brache nicht zu reaktivieren. Aber grundsätzlich solle der Gebäudebestand erhalten bleiben. Der Tiefbauer selbst möchte gerne seinen Fuhrpark unterbringen, daneben bliebe viel Platz für weitere Ansiedlungen in diesem als reines Industriegebiet ausgewiesenen Areal mit guter Verkehrsanbindung. Speditionen und Kleinunternehmer könnten dort mit einziehen – konkrete Interessenten habe er bereits an der Hand, weitere Gewerbetreibende könnten aber auch noch Platz finden im alten Hammerwerk, gern auch von außerhalb. Er selbst denkt daran, für die Baubranche benötigte Angebote wie beispielsweise ein Betonmischwerk zu etablieren.

Im Hintergrund hat Born den persönlichen Kontakt zu den Italienern aufrecht erhalten. Kommunikationsprobleme habe er dabei nicht erlebt, die Chefsekretärin habe seine Anrufe stets zuvorkommend in deutscher Sprache entgegengenommen. Durch die Anfrage der Grünen und die daraufhin erfolgte Auskunft der Verwaltung suchte Born nun den Kontakt zu Peter Neuhaus und machte sein Anliegen gemeinsam öffentlich. In den kommenden Tagen plant er nach Brescia zu fahren, um mit Metalcom wieder in Verkaufverhandlungen einzutreten. Am Montag möchte er im Rathaus aber zunächst grünes Licht dafür einholen. „Wenn die Stadt dagegen ist, spare ich mir den Weg.“

Die Idealvorstellung von Bürgermeister Holger Menzel wäre es, das Areal für Neubauten herzurichten. Aber auch für Alternativen sei er offen, sagte er im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Bei der geplanten Anfrage im Rathaus werde Born nicht auf Ablehnung stoßen. Dennoch seien Bedenken angebracht, so Menzel weiter. Planungsrechtlich sei alles geregelt auf dem Areal. Bauordnungsrechtlich hingegen sei es schon schwieriger, der dafür zuständige Kreis Siegen-Wittgenstein fordere ein mit ihm abzustimmendes Sanierungskonzept. Die Belastungen mit Öleintrag in den Hallenböden seien nicht unproblematisch.

In einem sind sich der kaufbereite Unternehmer und der Verwaltungschef auf jeden Fall einig: „Auf Dauer bringt der jetzige Zustand niemandem etwas.“

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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