Biergarten ja, aber bitte noch schöner

Stadtentwicklungsausschuss meldete gestern etliche »Ideen« zur Gerichtswiese an

mir Hilchenbach. Erst fordern alle ein Konzept, einen Plan zum Beschauen: Liegt der vor, beginnt das muntere Suchen, wie man es besser oder schöner für diese oder jene Klientel zuschneiden könnten. So geschehen auch gestern beim Thema Gerichtswiese im Stadtentwicklungsausschuss. Generellen Zuspruch fand die Variante 5, die mit Biergarten und Bühne im westlichen Teil (nahe Markt) der Gerichtswiese, dazu einer Boulebahn im östlichen Sektor und einem Schachfeld sowie einer Spielfläche an der Wilhelmsburg. Wichtig auch: eine öffentliche Toilette am Ostflügel des Rathauses.

Die Stadtverwaltung hatte dieses Konzept favorisiert, die Agenda-Gruppe Tourismus auch. Nur der Ausschuss zeigte deutlich an, dass er noch nicht gehört worden war und mitzusprechen gedenkt. Ein Bündel Anregungen kam auf den Tisch, die Ideen sollen auch nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Gleichwohl bekam der Bürgermeister mit breiter Mehrheit das Signal: den Vertragsentwurf mit dem Investor ausarbeiten, gewünschte Anregungen möglichst berücksichtigen. Das Ziel hat Bestand: Im Sommer 2003 sollte der Biergarten stehen.

Die Änderungswünsche im Detail: Der recht mittig in der Wiese geplante Ausschankpavillon sollte mehr nach Westen verschoben werden, um vom Markt die freie Sicht auf die Wilhelmsburg nicht zu beschränken, schlug Christoph Heilmann (SPD) vor. Und er müsste abbaubar sein, ergänzte Dr. Hans Christhard Mahrenholz (FDP). Etwa in der Art des Siegener Weihnachtsmarktes in der Fißmer-Anlage. Ja, filigran sollte seiner Ansicht nach die abbaubare »Ausschanklaube« gefertigt werden.

Christiane Natusch (Grüne), selbst dreifache Mutter, hatte mehr die Kinder im Blick. Neben dem Spielgerät noch ein Wipptier zu postieren, das reiche nicht aus. Ein Sandkasten müsste schon noch dazu kommen. Und mit der Boulebahn konnten sich auch nicht alle anfreunden, »einen Boule-Boom habe ich bei uns noch nicht entdecken können«, so Natusch. Heilmann dazu: »So eine Bahn erobern entweder die Kinder für sich oder die Hunde.« Es kam auch die Anregung, auf die Bahn ganz zu verzichten und dafür eine Liegewiese auszuweisen. Nicht eine zum »Betreten verboten«, sondern eine Fläche zum »Lagern« bei Konzerten oder sonstigen Veranstaltungen.

Ein weiteres Detail: Sollte die Stuhlfläche am Biergarten und vor allem zur Bühne (Wiesenecke nahe Rathaus) hin gepflastert oder mit Kies befestigt werden. Den einen war das Pflastern nicht passend für einen Biergarten, andere führten die Rollstuhlfahrer an: Die bekämen bei Kies-Untergrund womöglich Probleme.

Angesichts dieser Fülle an Anregungen drängte sich ein Gedanke auf: Plan 5 beschließen und nicht an einzelnen Punkten mäkeln, forderte Günter Wietschel (UWG). Und auch der Bürgermeister runzelte ein wenig die Stirn ob der Masse an Einwänden: »Der Investor hat großes Interesse, die Chance sollten wir nutzen«, warb Günter Schlabach um Zuspruch.

Das Interesse ist konkret: Pegasus-Gastronom Kagiolidis hat der Stadt gegenüber erklärt, eine Investition von bis zu 87500 e in das Projekt Biergarten auf der Gerichtswiese zu tätigen. Andere Gastronomen hat die Stadtverwaltung nicht angesprochen. Helmut Krämer, im Rathaus für Wirtschaftsförderung mitverantwortlich, auf eine Heilmann-Frage: »Die Initiative ging von dem Investor aus, warum sollten wir deshalb andere Gastronomen fragen müssen.« Darauf Günter Wietschel (UWG): »Trittbrettfahrer kann ich mir auch nicht vorstellen.«

Eine ganz wichtige Sache beim Thema Biergarten war für die CDU und Erhard Menn das Toilettenproblem. Menn wollte die WC-Frage gerne kombinieren mit einem Kiosk, der besonders Kindern fehlt. Beides könnte im Freiraum unter dem Verkehrsbüro angelegt werden, lautete sein Vorschlag. Der kam aber nicht durch, ein mit Rollstühlen befahrbarer Toilettenbau am Ostflügel zur Straße hin soll es sein, befand der Ausschuss.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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