Störstoffe in Mülltonne
Bioabfall muss rein bleiben

js Hilchenbach. Hilchenbach mag hin und wieder speziell sein, in einer Sache aber bildet die Stadt keine Ausnahme unter den elf Kommunen des Kreises Siegen-Wittgenstein. Wenn es um die Nutzung der Bio-Tonne geht, haben die Hilchenbacher genau so viel Nachhilfe nötig wie die Bürger in der Nachbarschaft. Das machten Kreis-Umweltdezernent Arno Wied und seine Umweltamtsleiterin Beatrice Bender am Mittwoch deutlich, als sie im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss auf die „Qualität des Bioabfalls in den Kommunen“ zu sprechen kamen.

Kreisweit sei festzustellen, dass der Störstoffanteil im Biomüll seit einiger Zeit viel zu hoch sei. Sowohl in ländlicheren als auch in städtischeren Nachbarschaften machten die Siegerländer und die Wittgensteiner den Mitarbeitern der Kompostieranlage Olpe das Leben schwer. Immer wieder landeten Dinge in der braunen Tonne, die nicht kompostierbar sind. Alles Mögliche sei dort zu finden, nicht selten Elektroschrott.

Um einen vernünftigen Kreislauf kompostierbarer Abfälle hinzubekommen, sei ein Störstoffanteil von weniger als einem Prozent verschmerzbar. Bei einer vierwöchigen Kontrollphase im vergangenen Winter, bei der die Abfälle aller Kommunen genau untersucht und dokumentiert wurden in der Kompostieranlage, sei eine Störstoffquote von 12 Prozent festgestellt worden.

Bis zur Neuausschreibung der bis Ende 2022 laufenden Entsorgungsverträge für Bioabfall möchte der Kreis das Problem in den Griff bekommen; schon allein, um eine günstigere Kalkulationsgrundlage für Ausschreibungsangebote zu erreichen. Die große Keule möchte man nicht direkt schwingen, erklärte Bender. Vielmehr habe der Kreis einen mehrstufigen Plan, der in erster Linie auf eine bessere Aufklärung und Information setzt. Auch Kontrollen sind zu erwarten, im Ernstfall auch Verwarnungen und der Austausch der Bio- gegen eine teurere Restmülltonne.

Bei Einführung der braunen Tonne sei es noch gut gelaufen, berichteten die Besucher aus dem Kreishaus. Das mache Hoffnung, dass es auch wieder Besserung geben könne. Möglicherweise trage ein Irrglaube zur falschen Nutzung bei: Die Abfälle würden aber nicht am Ende wieder zusammengeworfen, betonte Beatrice Bender. Ein weiteres Problem stellten kompostierbare Plastikbeutel dar. Selbst wenn diese tatsächlich biologisch zersetzt würden, sei dies nicht binnen dreier Wochen möglich. So schnell muss es aber gehen in der Kompostieranlage. Die Folge: Selbst astreiner Biomüll, der in einem solchen Plastikbeutel entsorgt wird, muss aussortiert werden und gilt komplett als Störstoff. Oft aber nutzten die Menschen offenbar die braune Tonne als zusätzliches Restmüllgefäß.

Fraktionsübergreifend herrschte Verärgerung über die anhand von Fotos verdeutlichte Problematik. Christoph Schütz (Grüne) regte an, wie beim gelben Sack auch kompostierbare Beutel auszuteilen. Sein Parteifreund Peter Neuhaus warb zudem dafür, über eine Aktion „plastiktütenfreies Hilchenbach“ nachzudenken.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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