Bleibt alles anders...

Kunstgemeinschaft ruht, aber die Müsener Kunstausstellung „lebt”

sz Müsen. In der wachsenden Flut mehr oder weniger anspruchsvoller vorweihnachtlicher Präsentationen ragt die Müsener Kunstausstellung seit Jahr und Tag wie ein Fels aus der Brandung heraus. Kunst stand dabei stets vor Kommerz, und das seit 1949. Damals bot die erste Ausstellung im alten Konfirmandenhaus eine willkommene Abwechslung vom Nachkriegs-Alltag. Die „Stationen” haben seither mehrfach gewechselt – von den Sälen der Gasthöfe Sonneborn und Schmidt (Stahlberg) ins evangelische Gemeindezentrum und zuletzt ins Bürgerhaus. Geblieben ist das Ziel, der Bevölkerung regelmäßig einen qualitativ ansprechenden Querschnitt künstlerischen Wirkens anzubieten, ohne in die Gefilde reiner Verkaufsschauen abzudriften. Mitbegründer der Müsener Kunstgemeinschaft, einem losen Verbund einheimischer Künstler, ist der Landschafts- und Jagdmaler Robert Knipp (64). Diesmal steht der „alte Hase” indes allein auf weiter Flur. Etliche seiner langjährigen Weggefährten leben entweder nicht mehr oder haben Pinsel und Palette an den Nagel gehängt. Und der Nachwuchs lässt auf sich warten – ein Problem, mit dem viele Vereine zu kämpfen haben.

In Anlehnung an Herbert Grönemeyers Plattentitel „Bleibt alles anders” zog Robert Knipp daraus zwei Konsequenzen. Erstens: Die traditionsreiche Ausstellung wird auch in diesem Herbst stattfinden – zu groß wäre wohl ansonsten die Gefahr gewesen, in Vergessenheit zu geraten. Zweitens: Einziger Aussteller im Bürgerhaus ist diesmal der 64-Jährige selbst.

Eine Übergangslösung, so hofft er. Denn: Es stimme ihn schon traurig, die Veranstaltung nicht im gewohnten Rahmen durchführen zu können. Hingegen gibt er die Hoffnung auf die Wiederbelebung einer echten Kunst-Gemeinschaft nicht auf. Jedoch: „Ob schon im kommenden Jahr wieder Mehrere dabei sind, muss sich zeigen.” Dabei vergisst er nicht zu erwähnen, dass gerade die Müsener Ausstellung seit jeher einen recht guten Ruf genießt und in der Vergangenheit schon dem einen oder anderen Nachwuchskünstler als Sprungbrett gedient hat.

Etwa 40 Gemälde und Zeichnungen in Öl, Aquarell und Blei wird Robert Knipp vom 18. bis 26. November im Bürgerhaus präsentieren. Insbesondere als Jagdmaler hat sich der 64-Jährige, dessen Handschrift übrigens auch das Titelbild der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift „Wild & Hund” (Hubertusheft) trägt, einen Namen gemacht. So beteiligt er sich seit Jahrzehnten an diversen Gemeinschaftsausstellungen im Rahmen von jagdlichen Veranstaltungen. Seit Mitte der 80-er Jahre ist er zudem regelmäßig auf der internationalen Jagdmesse in Dortmund vertreten.

ph

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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