Brand zerstörte altes Fachwerkhaus

Ruckersfelder hörten lauten Knall:

Anwesen »Am Oberrain« unbewohnbar – Brandursache in privater Autowerkstatt vermutet

Ruckersfeld. Es ist kurz vor 12 Uhr, als Hanne Stücher gestern am Fenster ihres Hauses zusammenschreckt. Um diese Zeit kommen die Kindergartenkinder zurück in den ruhigen Ort am Fuße des Rothaargebirges. Aber jetzt ist von Stille keine Spur. Sirenengeheul stört jäh die Mittagsruhe. Die Mutter zweier Kinder schaut automatisch hoch. Auf der gegenüberliegenden Talseite steigt Rauch aus der Scheune eines Gehöftes auf. Andere Ruckersfelder haben kurz zuvor einen lauten Knall gehört. So als ob etwas explodiert wäre. Die Ruckersfelder reagieren sofort. Sie wissen, dass in der Scheune bisweilen an alten Fahrzeugen gewerkelt wird und ein Feuer in der Werkstatt bzw. in dem angrenzenden Wohnhaus reichlich Nahrung findet. Aber zur Mittagszeit sind nur wenige Männer der Löschgruppe zu Hause, die meisten sind auf der Arbeit.

Ölkanister ins Freie geschleppt

So wie Hanne Stücher eilen auch andere Ersthelfer zu dem Haus »Am Oberrain«. Brennbare Flüssigkeiten, kleinere Ölkanister und Farben werden flugs ins Freie geschleppt. Aber das Feuer breitet sich dennoch weiter aus.

Alle 100 Einsatzkräfte werden gebraucht

Die Hilchenbacher Wehr ist gut organisiert. Es dauert nur wenige Minuten, und die Männer der Ruckersfelder Einsatzgruppe bekommen Verstärkung. Alle Löschgruppen und Löschzüge in der Stadt Hilchenbach zwischen Lützel und Müsen samt der Dahlbrucher Drehleiter und Stadtbrandmeister Karl-Eberhard Rapp rücken an, rund 100 Feuerwehrmänner sind im Einsatz.

Übergreifen auf Häuser verhindert

Gegen 12.30 ist Ruckersfeld in eine dicke Rauchwolke gehüllt. Die Scheune steht in hellen Flammen, das Haus ist in dicken Qualm gehüllt. Stadtbrandmeister Rapp: »Es hat an allen Ecken gebrannt.« Das Wasser sprudelt aus allen Rohren, auf dem Ollern des angrenzenden Schuppens soll jede Menge Heu gelagert sein. Nach und nach gelingt es den Einsatzkräften, die Flammen einzudämmen und ein Übergreifen auf andere Häuser zu verhindern.

Keine Verletzten

Die gute Nachricht: Verletzt worden ist niemand in dem von zwei Geschwistern bewohnten Haus. Aber der Schaden ist beträchtlich. Auf jeden Fall ist das alte Fachwerkhaus unbewohnbar geworden. Das Dachgeschoss haben die Wehrmänner nicht mehr retten können, »es ist weggebrannt«, wie Rapp der SZ erläutert. »Durch massiven Wassereinsatz haben sich die alten Lehmdecken mit Nässe vollgesogen, da kann jetzt keiner mehr reingehen. Bevor das Wasser durch die Decken kam, haben wir das Inventar geborgen.« Zuvor haben die Wehrmänner aber eine Gefahrenquelle der besonderen Güteklasse ausgeräumt: In der »Fahrzeug-Werkstatt« lagern Gas- und Sauerstoffgeräte. Früh genug holen die Einsatzkräfte die brisanten Gegenstände ins Freie, eine Explosion hätte ungeahnte Folgen gehabt. Vier oder fünf alte Autos brennen dagegen aus.

Dickes Lob gespendet

Die Nachlöscharbeiten dauern den ganzen Nachmittag bis in den Abend hinein an. Mühsam muss das Heu vom »Ollern« bugsiert werden, die dortigen Glutnester einzeln abzulöschen, wäre nicht möglich gewesen. Ein dickes Lob spendet Feuerwehr-Chef Karl-Eberhard Rapp den Ruckersfeldern: Den ganzen Nachmittag über haben die Frauen Brote geschmiert und die vom Einsatz ermüdeten Wehrmänner mit heißem Kaffee versorgt.

19-Jähriger rannte im Schock davon

Über die genaue Brandursache konnte die Kripo gestern keine Angaben machen. Wie bereits erwähnt, vor Ausbruch des Brandes soll es in der Werkstatt einen lauten Knall gegeben haben. Ob es sich dabei um eine regelrechte Explosion gehandelt hat, ist noch ungewiss. Nicht bestätigt wurde, dass zu dem Zeitpunkt ein 19-jähriger Privatmann – nicht identisch mit einem Hausbewohner – in der Werkstatt mit einem Schweißgerät an einem Auto gearbeitet hat. In totalem Schockzustand soll sich der junge Mann vom Brandort entfernt haben, später aber zurückkehrt sein.

Eine zweite Version lautet, der 19-Jährige sei von der Polizei »aufgegriffen« worden. Details will die Kriminalpolizei erst im Laufe des heutigen Samstags erörtern.

sob/mir

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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