Haus Abendfrieden findet keine Ruhe
Brandstiftung: Hat Feuerteufel erneut gezündelt?

Diesmal gab es keinen Großeinsatz wie in der Neujahrsnacht (Bild). Dabei wurden die Bewohner und Mitarbeiter des Hauses Abendfrieden offenbar ein zweites Mal von einem Brandstifter heimgesucht. Archivfoto: ihm
  • Diesmal gab es keinen Großeinsatz wie in der Neujahrsnacht (Bild). Dabei wurden die Bewohner und Mitarbeiter des Hauses Abendfrieden offenbar ein zweites Mal von einem Brandstifter heimgesucht. Archivfoto: ihm
  • hochgeladen von Christian Hoffmann (Redakteur)

ch Helberhausen. Da wurden Erinnerungen wach. Ein leichter Brandgeruch lag in der Luft. Die Nachtschwester des „Haus Abendfrieden“ musste am Samstagmorgen die Luft ein paar Mal tief in die Nase ziehen, bevor sie das Verkokelte riechen konnte. Dann gab es keinen Zweifel mehr: „Es brennt!“ Die Feuerwehr wurde alarmiert; um 3.13 Uhr rückte die Löschgruppe Helberhausen aus.

Derselbe Ort, dasselbe Muster

Nur um wenige Minuten später das kleine Feuerchen hinter der Senioreneinrichtung rasch löschen zu können. „Als wir eintrafen, sahen wir den Papiercontainer qualmen. Wir zogen ihn aus der Garage und erstickten die Flammen binnen kürzester Zeit“, so Löschgruppenführer Torsten Klotz. Als der Rauch sich verzogen hatte, sahen er und seine Kameraden klarer: In dem großen Mülleimer lag ein kleiner Brandbeschleuniger. Klotz und seine Kollegen schauten sich um und wussten: „Dieselbe Garage, dieselbe Stelle, ein Feuer zur nachtschlafender Zeit und dazu ein Brandbeschleuniger – wir fühlten uns wie im falschen Film, nämlich in der Brandnacht zum Neujahrstag“, schilderte Klotz der SZ seine spontane Einordnung der Dinge.

Das zehnte Feuer?

Zur Erinnerung: Die kleinen Dörfer Helberhausen und Hadem im oberen Ferndorftal kamen über Monate nicht zur Ruhe. Ein Feuerteufel hatte immer wieder sein Unwesen getrieben und insgesamt bereits neun Mal Feuer gelegt.

Bis zu diesem Wochenende letzter Tatort war ein am Engelsweg stehender Pkw. Tatzeitpunkt: Ende Januar, 15 Minuten nach Mitternacht. Ein Anwohner bemerkte draußen einen verdächtigen Feuerschein, lief aus dem Haus und konnte flugs den kleinen Brand bzw. die Flammen des Brandbeschleunigers auf dem Autoreifen austreten, sodass an dem betroffenen Skoda Octavia lediglich ein geringer Schaden von rund 300 Euro entstand.

Schlimme Neujahrsnacht

Das war gar nichts im Vergleich zum schlimmen Start ins Jahr 2019 (siehe auch hier). Auch damals musste die Feuerwehr gegen 3 Uhr zum Altenheim ausrücken. Gerade als im Löffeldorf nach der lautstarken Begrüßung des neuen Jahres wieder Ruhe einkehrte, schlugen Flammen aus einem Abstellraum neben der Garage. Der Raum gehörte zur Hausmeisterwohnung. Da die Altenheim-Zimmer direkt angrenzen und das gesamte Gebäudeensemble im Gefahrenbereich lag, löste die Leitstelle Alarm für einen „MANV“ (Massenanfall von Verletzten) aus. Entsprechend viele Einsatzkräfte eilten herbei. Dutzende von Feuerwehrwagen und Rettungsfahrzeugen, dazu Polizei und Notärzte waren vor Ort. Ein Großeinsatz im Wortsinne. Das Feuer konnte relativ schnell gelöscht werden, die Ausbreitung der Flammen wurde verhindert.

Die Bewohner des Altenheims, die unmittelbar oberhalb des Brandherdes ihre Zimmer haben, wurden wegen der Rauchentwicklung in abseits gelegene Räume umquartiert. Bei der Untersuchung der alten Menschen stellten die Rettungskräfte fest, dass eine 81-Jährige eine leichte Rauchgasvergiftung erlitten hatte. Sie wurde sicherheitshalber ins Krankenhaus gebracht. Eine unvergessene Nacht für viele.

Flugblattaktion ohne entscheidenden Hinweis

Noch in dieser Neujahrsnacht wurde heftig über die Brandursache diskutiert. Den Feuerteufel hatten dabei die meisten sofort im Sinn. Auch die Polizei, die bislang vergeblich nach ihm fahndet. Mitte Dezember trat sie sogar aktiv an die Bevölkerung heran, verteilte Hunderte Flugblätter an die Haushalte in Hadem und Helberhausen. Immer mit der Hoffnung auf den entscheidenden Hinweis.

Kripo ermittelt

Doch der blieb aus. Und nun die zehnte Brandstiftung? Spekulieren wollte, zurecht, am Sonntag niemand. „Wir ermitteln“, hieß es gestern dazu aus der Kreispolizeibehörde. Sonst gab es keine Erläuterungen oder Einschätzungen. Fest steht: Noch in der Nacht rückte die Spurensicherung in der Dorea-Einrichtung am „Unterm Wäldchen“ an, packte den Brandbeschleuniger in ein Plastiktütchen und fotografierte den Tatort fleißig. „Hoffentlich bringt die Kripo-Arbeit neue Erkenntnisse, damit der Kerl endlich geschnappt wird“, so eine Bewohnerin der Einrichtung.

Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

3 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.